Sammlermünzen – Definition, Wertbestimmung & Expertentipps

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Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Sammlermünzen sind eine eigene Anlageklasse und wer bestimmte Münzen in einer definierten Qualität […]


Wissenswertes zu Sammlermünzen

Sammlermünzen:

  • Münzen für den Verkauf an Sammler
  • Erinnerungsstücke an bekannte Persönlichkeiten oder prägende Ereignisse
  • Wert durch besondere Eigenschaft: Seltenheit, hohes Alter, Sondermotive
  • Wert instabil

Anlagemünzen:

  • Materialwert höher als Nennwert
  • Gewinnt durch ansteigende Edelmetallpreise möglich
  • Wert stabiler

Wertvollste Münze: 1794 Liberty-Dollar (Wert: 7.850.000 US-Dollar)


Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Sammlermünzen sind eine eigene Anlageklasse und wer bestimmte Münzen in einer definierten Qualität sein Eigen nennen darf, kann auf hohe Erlöse beim Verkauf hoffen.

Dennoch ist der Markt für Münzen eher schwierig. Die Rückgaben nach einem Erwerb sind meist nicht möglich und Münzen mit Sammlerwert haben in Krisenzeiten keinen zusätzlichen Verkaufs- oder Tauschwert. Bekannte deutsche Münzhändler werben mit Jubiläums-Sonderpreisen und Sondereditionen, doch bei einem späteren Verkauf erntet man Enttäuschung und die Scheinvorteile der Sammlermünzen blendeten.

Definition: Was versteht man unter Sammlermünzen?

Sammlermünzen sind Münzen mit speziellen Motiven oder Inschriften, die an denkwürdige Ereignisse oder bekannte Persönlichkeiten verweisen. Sie erinnern an die Personen oder Geschehnisse und unterscheiden sich durch ihre Prägung von herkömmlichen Kursmünzen. Sammlermünzen sind in ihren Eigenschaften meist selten und weisen ein hohes Alter auf, was sie unter Sammlern in ihrem Wert steigen lässt.

Beispiele für Sammlermünzen sind Gedenkmünzen und historische Münzen. Kleine Auflagen in polierter Platte erzielen meist höhere Sammlerpreise und sind meist deutlich weniger abgenutzt und besser erhalten. Der Erhaltungsgrad der Münze ist ein wichtiger Faktor für den (Wieder-)verkaufspreis und hat einen starken Einfluss auf den Sammlerwert der Münze.

Bereits seit ungefähr 650 v. Chr. dienten Münzen als Zahlungsmittel und werden seither auch in Gold, Silber, Platin oder Palladium aufgrund ihres Edelmetallwertes als Geldanlage gekauft. Spezielle Sonderprägungen, mit Inschrift oder Bild, sind bei Sammlern begehrt. Diese Sammlermünzen sind nicht als Umlaufmünzen, sondern lediglich für den Verkauf an Münzsammler gedacht. Sie dienen als Erinnerungsstücke und sind als Anlage oder Investition wenig geeignet, da ein Weiterverkaufswert nicht garantiert ist und der Sammlerwert in den nächsten Jahren nicht bedingt steigen muss.

Was ist der Unterschied zwischen Sammlermünzen und Anlagemünzen?

Anlagemünzen werden auch Bullionmünzen genannt und zeichnen sich durch ihrenhohen Materialwert aus. Dieser Wert übersteigt den Nennwert anderer Münzen deutlich und ihr Wert liegt in dem verwendeten Edelmetall. Hergestellt werden diese Art von Münzen aus Gold, Silber, Platin oder Palladium, besitzen eine zusätzliche Prägungszahl und stammt aus einer einheitlichen Prägungsserie. Der Wert der Münze ändert sich durch den Fall und den Anstieg des jeweiligen Edelmetallkurses. Bei Anlegern steigen sie in ihrem Wert aufgrund der Tatsache, dass sie bei Inflation oder Wirtschaftskrisen nicht gänzlich an ihrem Geldwert verlieren. Auch in Krisenzeiten können Anlagemünzen als Zahlungsmittel verwendet werden.

Die Motive der Anlagemünzen können Nachprägungen alter Kurantmünzen sein oder neuere Motive aufweisen. Bei einigen Münzen wechselt das Motiv jährlich und für Sammler sind diese Wechsel dann freudige Ereignisse. Bei Menschen, die jedoch in Münzen als Anlage investieren wollen, wird in der Regel jedoch dazu geraten, zu Anlagemünzen zu greifen, deren Erscheinungsbild unverändert (seit der Erstausgabe) ist. Beispiele für unveränderte Anlagemünzen wären Dukaten, Maple Leaf oder der Wiener Philharmoniker.

Arten von Sammlermünzen

Wie wird der Wert von Sammlermünzen bestimmt?

Sammlermünzen sind nicht als Umlaufmünzen, sondern für den Verkauf an Münzsammler gedacht. Münzsammler sind meist auf bestimmten Themengebiete spezialisiert.

Diese Themenspezialisierungen teilen sich in folgende Bereiche:

  • Historische Epochen
  • Staate und geographische Regionen
  • Besondere Erscheinungen in verschiedenen Zeiten
  • Motive (z.B. Tiermotive)
  • Bestimmte Materialien (Bimetalle, Steingut usw.)
  • Bestimmte Währungssysteme
  • Münzen mit Prägefehlern (z.B. Zwittermünzen)
  • Abschläge von Münzen
  • Anlassbezogene Münzen (Gedenken)

Der Wert einer Sammlermünze wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Eine niedrige Auflage einer Sammlermünze wirkt sich meist positiv auf deren Wert aus. Die Nachfrage spielt ebenfalls eine große Rolle, da es zu starken Preisschwankungen und -aufschlägen kommen kann. Der Wiederverkaufswert einer Sammlermünze schwankt, ist kurzfristig und es kann zu Verlusten bei einem Verkauf kommen. Spontane Wiederverkäufe bei Sammlermünzen sind oft schwierig. Münzsammler an sich sind demografisch eher rückläufig, was sich auch in den Preisen zeigt und auf beinahe alle Sammelgebiete Auswirkungen hat.

Anlagemünzen bieten bei spontanen Verkäufen meist einen schnelleren Gewinn.

Eignen sich Sammlermünzen als Anlagevermögen?

Der Markt für Sammlermünzen ist schwierig, so berichtete 2012 ein Finanzmagazin.

Bestimmte Münzen in einer definierten Qualität bringen bei einem Verkauf hohe Erlöse. Der „Deutsche Wald”, eine Münze aus dem Jahr 2010, brachte auf der Auktionsplattform „Ebay”, 2 Jahre nach der Erstauflage, 300 € ein. Die Münze besteht aus 1/8 Feinunze Gold. Der Materialwert selbst beläuft sich auf ungefähr auf 160 €. Der Wert der Münze ist gestiegen.

Nur:

  • Die Angaben gelten für die erste „Auflage” namens „Eiche”.
  • Davon sind lediglich 200.000 Exemplare erstellt worden.
  • Dies ist der Rekord-Niedrigstwert und von vornherein auf Sammelgewinne angelegt.

Bei der nächsten Auflage aus dem Jahr 2011 ist der Preis jedoch auf der Strecke geblieben. Als mögliche Ursache nennen Experten: Der Ausgabeaufschlag war mit 50 € doppelt so hoch wie bei der ersten Auflage.

230 € kosten die Münzen, das heißt: 15 € mehr als der Materialwert sowie der Ausgabeaufschlag, den Sie als Investor hätten zahlen müssen. Immerhin entspricht dies noch einer Rendite von 8 %.

Auf der anderen Seite gilt: Die Auflage war genauso niedrig wie 2010. Damit ist das Ergebnis aber enttäuschend. Die knappe Auflagenhöhe gilt auch für die Emission des Jahres 2012 unter dem Stichwort „Fichte”.

Besitz von Gold in Deutschland

Gefahren bei Sammlermünzen

Sammlermünzen können nach dem Erwerb 4 Wochen lang zurückgegeben werden. Dieser Vorgang funktioniert jedoch leider nicht so einfach wie gedacht. Spekulationen auf den Goldpreis sind innerhalb dieses Zeitraumes sehr kurzfristig und der Ausgabepreis, der noch festgelegt wird, ist ebenso unbekannt, wie die Entwicklung oder die Wiederabgabe der Münze.

GeVestor meint daher: Finger weg! Die Münzen bringen selbst bei gutem Verlauf wenig, wie die Daten zeigen. Nur die künstliche Knappheit hat, im Fall der Münze, der „deutsche Wald“, für eine halbwegs anständige Rendite gesorgt.

Alternativen stellen schlichte Goldmünzen ohne „Sammlerwert” dar. Wer jedoch gut laufende Münzen hat, muss sich wegen deren Bekanntheitsgrad nicht unmittelbar davon trennen.

Nur bedenken Sie: Sammlermünzen haben in Krisenzeiten keinen zusätzlichen Verkaufs- oder Tauschwert.

Welche Sammlermünzen eignen sich als Wertanlage?

Verschiedene Münzhändler werben mit neuen Editionen zu bestimmten Anlässen, z. B. zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik Deutschland. Auf den ersten Blick erscheinen die Angebote der Jubiläums-Editionen vielversprechend. Zu einem späteren Zeitpunkt hätte man sich jedoch lieber das Geld und die Enttäuschung erspart.

Lassen Sie sich nicht von Scheinvorteilen blenden!

Erkennen können Sie die Gefährlichkeit des Angebots unter anderem daran, dass Ihnen wichtige Informationen gezielt vorenthalten werden, während Sie gleichzeitig mit anderen im Grunde unwichtigen Details abgelenkt werden. Individuelle Randnummern suggerieren einen Mehrwert, der leider illusorisch ist, weil der Sammlermarkt derzeit tot ist. Erst wenn sich Tausende Sammler um diese Münzen streiten würden, könnte ein Aufpreis gerechtfertigt sein.

Dass sich erfahrene Sammler jedoch in großer Zahl für minderwertige Münzen begeistern werden, sei jedoch zu bezweifeln. Minderwertig sind die Münzen mit geringem Silbergehalt. Nur ein Drittel der Münze, die als Sammlermünzen angeboten werden, besteht aus echtem Feinsilber, der Rest ist Blech. Poliertes Blech, für das ein Kunde allerdings viel Geld auf den Tisch legen soll. Hochwertige Sammlermünzen hingegen bestehen aus reinem 999er Feinsilber oder dem Sterlingsilber (925/1000).

Sinkt der Silbergehalt unter 900 bekommen erfahrene Münzsammler Bauchschmerzen. Eine Ausnahme stellt z. B. der bekannte Theresientaler dar, der einen Feingehalt von 833,3 aufweist, da es sich um eine historische Münze handelt.  Historische Münzen mit gutem Erhaltungsgrad und geringer Auflage sind daher wertvoller. Als Wertanlage oder Investment sind sie dennoch nicht ratsam oder leicht zu nutzen, auch wenn die Nachfrage nach historischen Geldstücken wieder im Trend liegt.

Ein Feingehalt von 333/1000, wie bei der Münze Berlin, sorgt jedoch bei Experten und erfahrenen Sammlern für kein gutes Gefühl. Manches Teeservice oder Tafelbesteck aus Silber hat demgegenüber einen höheren Silberanteil.

Es sei daher darauf hingewiesen, dass man unseriösen Angeboten die kalte Schulter zeigen und lieber den Kauf von Gold und Silber in qualifizierten Edelmetallfachhandlungen bevorzugen sollte. Händler, die es auf die geprüfte Nugget Effekt Händlerliste geschafft haben, sind daher anzuraten.

Video: Ist meine Münzsammlung wertvoll?

Sind numismatische Sammlermünzen eine Alternative zum Goldkauf?

Immer wieder werben vor allem in den USA Münzhändler damit, dass numismatische Münzen nicht vom Goldverbot betroffen waren und deshalb sicherer seien.

Am 05. April 1933 unterzeichnete US Präsident Franklin D. Roosevelt die „Executive Order 6102“, das berühmte Goldverbot. Dieses hatte über Jahrzehnte Bestand, bis der Republikaner Richard Nixon das Goldfenster – also die Bindung des US Dollars an den Goldstandard – Ende der 60er Jahre schloss.

Sein Nachfolger Gerald Ford legalisierte den privaten Goldbesitz ab 1974 wieder. Die bange Sorge der Goldbugs vor einem erneuten staatlichen Goldverbot ist zumeist gekoppelt mit einem kleinen Hoffnungsschimmer, der sich ebenfalls aus der berühmten Executive Order 6102 herleitet: Numismatische Sammlermünzen waren vom Goldverbot ausgenommen. Wer Goldmünzen besaß, die selten waren oder einen speziellen Sammlerwert aufwiesen (“gold coins having recognized special value to collectors of rare and unusual coins”), konnte sich glücklich schätzen, denn seine Münzen blieben von der Pflicht zur zwangsweisen Abgabe an die US Notenbank ausgeschlossen.

Alle anderen Münzen und Barren mussten zum Preis von 20,67 US Dollar, dem damaligen Preis für eine Feinunze Gold, an die US Notenbank abgeben werden. Dass der Goldpreis schon wenige Wochen später, nachdem das private Gold in den Tresoren der US Notenbank verschwunden war, auf 35 US Dollar pro Feinunze neu festgelegt wurde, ist eine interessante Notiz am Rande.

Numismatische Sammlermünzen setzen ihren Wert aus dem Metallwert und dem Sammlerwert zusammen. Dieser Wert liegt daher deutlich über dem reinen Materialwert. Der Metallwert ist leicht zu eruieren, um den Sammlerwert zu bestimmen, braucht es jedoch viel Vorwissen. Die Differenz zwischen Ankauf- und Verkaufswert ist daher deutlich höher als bei Anlagemünzen.

Medaillen bzw. Sammlermünzen sind bei Anlässen wie Taufen, Hochzeiten oder runden Geburtstagen ein sehr beliebtes Geschenk. Münzen sind, im Vergleich zu Medaillen, jedoch ein offizielles Zahlungsmittel und haben daher eine aufgeprägte Währungsbezeichnung. Medaillen sind Prägungen ohne Nennwert. Als Wertanlage sind daher Goldbarren oder Anlagemünzen besonders geeignet.

Produktion von Goldmünzen in Deutschland

Tipps für Sammler: Wie geht man beim Münzensammeln vor?

  • Sammeln von Goldmünzen: Gold ist ein Bestandsgut und dient zur Vermögensbildung. Bei ideellem Wert ist der Geldwert eher nebensächlich. Geldwert und ideeller Wert schließen sich aber nicht gegenseitig aus.
  • Aufbewahrung von Münzen: in Boxen, Alben, Etuis, Koffern oder Kassetten. Wichtig dabei ist, sie vor unreiner Luft, Staub, Kratzern oder Feuchtigkeit zu schützen. Ihr Wert bleibt dadurch erhalten. Münzen mit polierter Platte (bei Sammlermünzen) sollten nicht aus der Kapsel entnommen werden.
  • Pflege: Handgehobene oder Münzen mit polierter Platte sollten nicht mit den Findern angefasst werden. Beschädigungen durch Schweiß oder Fingerabdrücke können so vermieden werden. Handschuhe oder spezielle Münzpinzetten sind anzuraten.
  • Reinigung: Für die Reinigung empfehlen sich Ultraschallgeräte, niemals Silberputztücher, Silberreinigungsmittel oder ähnliche Substanzen verwenden.
  • Materialveränderungen: Münzen und deren Material verändern sich mit der Zeit. Experten sehen darin einen Hinweis auf die Echtheit des Materials.
  • Erhaltungsgrad: Der Zustand der Münze bestimmt ihren Wert. Je nach Erhaltungsgrad schwankt der Wert der Münze.
  • Sammelgebiete: Die Anzahl der Sammelgebiete ist daher sehr groß. Es ist daher anzuraten sich einen Überblick über die verschiedenen Bereiche zu verschaffen und sich auf spezielle Münzen zu spezialisieren.

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Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.