Schulden der USA auf Rekordhoch: erstmals über 20 Billionen Dollar

Zwar feiert die Schuldenbremse in den USA in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag, doch zu feiern gibt es nicht wirklich viel. Denn jüngst hat die größte Volkswirtschaft der Welt erstmals überhaupt in der Geschichte die Marke von 20 Billionen US-$ Schulden überschritten.

Konkret summieren sich die Staatsschulden der USA derzeit auf 20,19 Billionen US-$. Ein Ende des Schuldenwachstums dürfte nicht in Sicht sein, denn US-Präsident Donald Trump hat ehrgeizige Pläne, was den Ausbau der Infrastruktur in den USA angeht. Zudem will Trump eine Mauer zu Mexiko bauen und die Wirtschaft durch Steuersenkungen entlasten.

US-Schuldenstand erreicht Rekordhoch – Government Shutdown droht

Das Problem: Wie schon vor 4 Jahren droht den USA ein sogenannter „Government Shutdown“, wenn die Schuldenobergrenze bis Ende September nicht angehoben wird. Damit müsste ein Großteil der Bundesbehörden in den USA ihre Arbeit einstellen.

Marktbeobachter gehen jedoch davon aus, dass es dazu nicht kommen wird. Wahrscheinlicher ist vielmehr, dass die USA erneut die Schuldenobergrenze anheben und so den „Government Shutdown“ verhindern wird. Zuletzt hatte Trump sogar eine gänzliche Abschaffung der Schuldenobergrenze ins Spiel gebracht, um das alle Jahre wieder aufkommende „Problem“ aus der Welt zu schaffen.

US-Schulden steigen weiter: was bedeutet das für Anleger?

Damit scheint klar, dass die US-Schulden auch in den nächsten Jahren weiter steigen werden. Allein bis Ende 2018 erwarten Finanzmarktbeobachter einen Anstieg der US-Schulden auf dann 21,5 Billionen US-$ – derzeit steigen die US-Schulden mit 900 Mrd. US-$ pro Jahr.

Damit stellt sich die Frage, was die steigenden US-Schulden für Anleger bedeuten. Für Besitzer von US-Staatsanleihen könnten die steigenden Schulden sinkende Langfristzinsen bedeuten. Der Grund: Die hohen Schulden schränken den Handlungsspielraum der US-Notenbanken ein. Denn bei steigenden Zinsen würde sich die US-Schuldenspirale noch schneller nach oben drehen, wodurch der US-Staat mehr Geld für Zinsen aufwenden müsste.

Sollte die USA die Schuldenobergrenze reißen und diese nicht weiter erhöhen, dürften Ratingagenturen wie Fitch aktiv werden und das bislang gute AAA-Rating von US-Staatsanleihen auf den Prüfstand stellen. Auch den Aktienmarkt würde ein „Government Shutdown“ vermutlich kurzfristig belasten. Allerdings waren vor 4 Jahren die kurzfristigen Verluste am Aktienmarkt binnen weniger Tagen wieder aufgeholt, nachdem die Schuldenobergrenze einfach weiter angehoben wurde.

Auch der US-Dollar könnte gegenüber dem Euro einen kurzfristigen Schwächeanfall erleiden, sollten die USA wirklich kurzfristig zahlungsunfähig werden. Langfristig ist jedoch mit einem Wiederstarken des US-Dollars zu rechnen, wenn die von Trump geplanten Steuererleichterungen das Wirtschaftswachstum in den USA ankurbeln.

Im Krisenfall könnte Gold ein Gewinner sein

Die USA ist der größte Schuldner der Welt. Sollte das Vertrauen der Anleger schwinden und die USA kein Geld mehr erhalten, wären die Auswirkungen für die US-Wirtschaft gravierend, was den Aktienmarkt kurzfristig belasten könnte. Dadurch könnte es bei einem kurzfristigen „Government Shutdown“ – wie vor 4 Jahren geschehen – zu kurzfristig starken Kursschwankungen am Aktienmarkt kommen.

Diese Unsicherheit dürfte vermutlich Gold als sicherer Hafen helfen, allerdings sollten Anleger nicht alles auf das gelbe Krisenmetall setzen. In der Regel empfiehlt sich eine Depotbeimischung von 10 bis 15 Prozent. Langfristig dürften aber auch US-Aktien weiterhin eine gute Wahl sein.

28. September 2017

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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