Schulden versichern: Eine Restschuldversicherung ist oft nicht sinnvoll

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Eine Restschuldversicherung ist bei geringen Krediten wenig sinnvoll und sollte nicht bloß aus Vorsicht trotzdem abgeschlossen werden (Foto: Watchara Ritjan / Shutterstock.com)

Ob ein neues Auto, eine Eigentumswohnung oder ein neuer Fernseher – Kredite können in jeder Höhe und Summe aufgenommen werden, sofern der Kreditnehmer seine Bonität nachweisen kann.

Was ist eine Restschuldversicherung?

Häufig kommt im Zusammenhang mit der Aufnahme eines Kredits auch das Thema Restschuldversicherung auf den Tisch. Eine Restschuldversicherung bedient noch ausstehende Kreditraten, sollte der Kreditnehmer nicht in der Lage sein, diese zu bezahlen.

Ob eine Restschuldversicherung sinnvoll ist oder nicht, ist eine strittige Frage. Sie schützt vor Fällen wie Scheidung, Tod, Arbeitslosigkeit sowie schwerer und langwieriger Krankheit, was für den Kreditnehmer im Ernstfall eine schöne Sicherheit ist. Auf der anderen Seite hingegen ist sie recht teuer, weshalb sie immer wieder in der Kritik steht.

Bei geringen Krediten lohnt sich eine Versicherung nicht

Wie teuer eine Restschuldversicherung ist, hängt davon ab wie hoch der aufgenommene Kredit ist und wie die Laufzeit ist. Auch das Alter des Versicherten spielt eine Rolle, ebenso wie der gewünschte Versicherungsumfang.

Ist die Kredithöhe niedrig und die Laufzeit gering empfiehlt es sich nicht, eine Restschuldversicherung abzuschließen. Die Kosten für die Versicherung stehen nicht in Relation zu dem Nutzen, den sie haben könnte – bei kleinen Kreditsummen und kurzen Laufzeiten ist das Risiko zahlungsunfähig zu werden verhältnismäßig gering.

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Sinnvolle Restschuldversicherung bei großen Krediten mit langen Laufzeiten

Handelt es sich aber um einen sehr hohen Kredit, zum Beispiel für eine Immobilie, der über viele Jahrzehnte läuft, kann sich eine Restschuldversicherung lohnen. Besonders sinnvoll ist diese Absicherung dann, wenn keine andere Vorsorge existiert. Allerdings müssen in jedem Fall die Versicherungskonditionen gründlich geprüft werden.

So sehen Restschuldversicherungen meist lange Wartezeiten vor bis sie greifen, das heißt der Kredit muss erst über einige Zeit bedient werden, bis überhaupt eine Versicherung einspringen würde. Auch muss man darauf achten, tatsächlich alle Eventualitäten abzudecken, was sich wiederum auf den Versicherungspreis auswirkt.

Was kostet eine Restschuldversicherung?

Je nach Bonität des Kreditnehmers, können Restschuldversicherungen 10 bis 20 % der Kreditsumme betragen. Experten raten, keine Versicherung abzuschließen, die mehr als 10 % über dem Kreditwert liegt, denn das sei Wucher.

Die genauen Kosten für eine Restschuldversicherung sind individuell sehr unterschiedlich. Vergleiche verschiedener Banken haben aber gezeigt, dass bei einem Kredit von 10.000 € mit einer Laufzeit von 60 Monaten zwischen 1.200 € und 2.000 € an zusätzlichen Kosten für die Versicherung hinzukommen.

Das Problem ist, dass viele Banken den Eindruck vermitteln, dass ohne Restschuldversicherung kein Kreditabschluss stattfindet. Dies ist aber falsch – eine Versicherung ist absolut optional und darf keine Voraussetzung für die Bewilligung eines Kredits sein.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.