Schulden zahlen? Wenn Eltern für die Kinder einspringen

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Eltern die die Schulden zahlen, die nicht die ihren sind, können die Kosten nicht steuerlich absetzen. So ein aktueller Gerichtsentscheid. (Foto: totojang1977 / Shutterstock.com)

Das Ehepaar hatte eine Schuldensumme von rund 23.000 Euro aus den Händen der Tochter auf die eigenen Schultern genommen.

Diese Schulden wollten die Eltern als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen.

Doch das Finanzamt machte dem Ehepaar einen Strich durch die Rechnung, sodass der Fall vorm Finanzgericht Rheinland-Pfalz landete – wo der Strich durch die Rechnung nochmals bestätigt wurde.

Schulden Zahlen keine außergewöhnliche Belastung

Die klagenden Eltern argumentierten, dass ihrer Tochter durch die drückenden Schulden die Privatinsolvenz unmittelbar bevorstand.

Als alleinerziehende Mutter von vier Kindern wollten die Eltern ihrem Kind dies nicht zumuten und sprangen deshalb in die Schuldenbresche.

Keine sittliche oder rechtliche Verpflichtung zum Schulden zahlen

Doch da es sich bei der finanziellen Hilfe der Eltern nicht um die Erfüllung einer rechtlichen oder sittlichen Verpflichtung handelte, versagte das Finanzgericht den Steuerabzug.

Finanzgericht Rheinland-Pfalz, Aktenzeichen 6 K 1358/08

Fazit zu “Schulden zahlen? Wenn Eltern für die Kinder einspringen”: Die Entscheidung des Finanzgerichts mag auf den ersten Blick unmenschlich wirken, doch es ist nicht Aufgabe des Gerichts, sich in die emotionale Lage der Eltern zu versetzen.

Menschlich ist die finanzielle Hilfe der Eltern natürlich mehr als verständlich und aus Sicht der Kinder absolut begrüßenswert.

Doch es bestand weder eine sittliche noch rechtliche Verpflichtung für die Eltern, die Schulden ihrer Kinder zu schultern.

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Von: Tino Hahn.