Schwellenländer 2017: gute Chancen für Anleger in Asien

Auch in 2017 dürften Schwellenmärkte wieder überproportional wachsen. Gute Chancen gibt es für Anleger in China, Indien und Indonesien. (Foto: aphotostory / Shutterstock.com)

China und Indien dürften auch in 2017 den Takt vorgeben, was das wirtschaftliche Wachstum angeht. Während die Weltbank in ihrem Wirtschaftsausblick (Global Economic Prospects) davon ausgeht, dass Europa und die USA im laufenden Jahr zwischen 1,8 und 2,2 % wachsen werden, sehen die Weltbank-Ökonomen für Schwellenländer wie China und Indien deutlich höhere Wachstumsraten.

Konkret soll die Weltkonjunktur in diesem Jahr um 2,7 % zulegen, für Schwellenländer wird in 2017 sogar ein Wachstum von 4,2 % erwartet, in 2018 soll sogar eine Wachstumsbeschleunigung auf 4,6 % möglich sein.

China wächst langsamer, aber stärker als der Durchschnitt

Im Reich der Mitte dürften sich die Wachstumsraten in diesem Jahr leicht auf 6,5 % abkühlen. Dadurch soll China allerdings immer noch schneller wachsen als der große Durchschnitt der Schwellenländer (4,2 %).

Schon im Jahr 2014 war China an den USA vorbeigezogen ist damit zur größten Volkswirtschaft der Welt avanciert. Die Gesamtwirtschaftsleistung Chinas hat im Jahr 2016 die Marke von 70 Billionen Yuan (9,5 Billionen €) überschritten.

Profitiert von diesem Wachstum haben vor allem starke inländische Firmen. Neben dem Elektroauto-Hersteller BYD lohnt sich für Anleger vor allem der Blick auf chinesische Internet-Unternehmen wie Alibaba Group, Tencent, Chinas führende Microblogging-Plattform Weibo und Chinas zweitgrößter Online-Spielespezialist NetEase.

Vor allem Chinas Internet-Größen Tencent und NetEase bescherten Anlegern in den letzten 5 Jahren viel Freude und legten jeweils um mehr als 380 % zu. Für China-Anleger, die nicht direkt in ein Unternehmen investieren wollen, bieten sich Exchange Traded Funds (ETFs) an. Als einer der preiswertesten China-ETFs in Deutschland (Gesamtkostenquote von 0,55 %) gilt der Amundi ETF MSCI China.

Indien mit dem stärksten Wachstum

Deutlich aufwärts mit der Wirtschaft dürfte es in diesem Jahr auch in Indien gehen. Die Weltbank-Ökonomen rechnen für Indien in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 7,6 % – das stärkste Wachstum unter den Schwellenländern in 2017.

Anleger, die direkt in indische Unternehmen investieren wollen, sollten sich die ICICI Bank genauer ansehen. ICICI Bank ist die größte Privatbank in Indien mit über 3.700 Niederlassungen und mit mehr als 100 Mrd. US-$ Einlagen. Indien will bis 2018 150 Millionen Inder ein Bankkonto zur Verfügung stellen, nur rund 60 % der Inder haben bis dato überhaupt Zugang zu Finanzservices.

Tata Motors ist der größte Fahrzeug-Hersteller in Indien, dessen Aktien auch in Deutschland gehandelt werden. Inzwischen gehören Weltmarken wie Jaguar Land Rover zum indischen Tata-Konzern.

Reliance Industries ist der größte Mischkonzern in Indien und hat sich vor allem auf Erdöl und Textilien spezialisiert. Die Performance kann sich sehen lassen, auf 5-Jahressicht legten Reliance-Aktien um mehr als 50 % zu.

Die indische Dr. Reddy`s ist einer der größten Generika-Hersteller auf der Welt und insbesondere in Schwellenmärkten gut aufgestellt. Analysten erwarten, dass Dr. Reddy`s seinen Umsatz in den nächsten 5 bis 8 Jahren verdoppeln kann.

Anleger, die nicht direkt in Einzelwerte investieren wollen, könnten auch hier bei Exchange Traded Funds (ETFs) fündig werden. Allerdings ist hier die Auswahl relativ beschränkt. Der größte Indexfonds ist der Lyxor MSCI India ETF, der allerdings pro Jahr Gebühren in Höhe von 0,85 % der Anlagesumme verschlingt.

Indonesien – das unentdeckte Juwel in Asien

Indonesien gilt mit über 240 Millionen Einwohnern für viele Unternehmen als ein interessanter Zukunftsmarkt. Tatsächlich gilt Indonesien als eines der aussichtsreichsten Schwellenländer in 2017. Die Weltbank erwartet für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum von 6,5 % für Indonesien.

Direkt in indonesische Aktien zu investieren ist für Privatanleger nicht nur schwierig, sondern auch risikoreich. Besser fahren Anleger zum Beispiel mit einem ETF auf den MSCI Indonesia. Zum Beispiel bildet der ETF db x-trackers MSCI Indonesia Index UCITS ETF den Indonesien-Index nahezu eins zu eins ab.

Fazit: Schwellenländer bieten auch in 2017 Chancen

Die Mehrheit der Schwellenländer wird auch in 2017 stärker wachsen als die Industrienationen in Westeuropa und den USA. Vor allem China bietet für Anleger nach wie vor große Chancen, expandieren Chinas Top-Unternehmen wie BYD, Alibaba Group, Tencent und NetEase zunehmend auch außerhalb des Riesenreichs.

Interessierte Anleger sollten bei Investments in Schwellenmärkte jedoch immer auch das Währungsrisiko beachten, denn insbesondere die indische Rupie als auch die indonesische Rupiah gelten als schwankungsanfällig und können gegebenenfalls die Rendite deutlich schmälern, wenn die lokale Währung zur Schwäche neigt.

Für Anleger, die nicht die Zeit oder Lust haben sich näher mit Einzelaktien zu beschäftigen, sind Schwellenländer-ETFs die richtige Wahl, um vom Wachstum in diesen Märkten zu profitieren.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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