Selbstfahrende Schiffe – große Revolution auf hoher See?

Schiffsfonds sorgten in der Vergangenheit reihenweise für Negativmeldungen. Verluste und Fondspleiten schreckten Anleger ab. Viele haben das Geschäft mit dem Seetransport als ruinösem Wettbewerb bereits abgeschrieben.

Doch die Branche ist dabei, sich neu zu erfinden. In einigen Jahren dürften selbstfahrende Schiffe die Seefahrt genauso revolutionieren wie autonome Fahrzeuge den Personen- und Gütertransport auf der Straße.

Selbstfahrende Schiffe sollen die Branche revolutionieren

Mehr Kosteneffizienz und höhere Sicherheit durch Robotik und Digitalisierung – selbstfahrende Schiffe könnten durchaus zum Zukunftsthema werden und die gebeutelte Branche in Schwung bringen. Derzeit leiden die Reedereien unter Überkapazitäten und bekommen selbst von Banken immer weniger Geld. So bauen die HSH-Nordbank oder Commerzbank ihre Schiffskredite massiv ab.

Die jüngsten Pleiten der südkoreanischen Riesenreederei Hanjin und jetzt von Rickmers in Hamburg passen da ins Bild. Angesichts hoher Schulden und sinkender Erträge wird bei der Wartung, Besatzungsstärke und Schulung gespart. Und da,s obwohl die Sicherheitsstandards gestiegen sind, die nach Erkenntnis der weltgrößten Schiffsversicherung und Allianz-Tochter AGCS in den letzten Jahren zu einem Rückgang von Verlusten und Havarien geführt haben.

Doch jedes Schiff ist ein Milliardenrisiko und die Ozeanriesen werden immer größer. Galten vor zehn Jahren Frachter mit 8.000 Standardcontainern (TEU) als Giganten, laufen demnächst die ersten Schiffe für 21.000 TEU vom Stapel. Im Ergebnis sind trotz rückläufiger Totalverluste die durchschnittlichen Kosten pro Havarie dramatisch gestiegen. Dass der Markt unter Versicherern als äußerst schwierig gilt, zeigt das Risiko für Anleger.

Big-Data für mehr Sicherheit und Effizienz

Nun sollen selbstfahrende Schiffe das Geschäft der Reedereien berechenbarer machen. Über Satellitensysteme, das Internet und mit Echtzeitüberwachung gesteuert, werden Kapitäne samt Mannschaft überflüssig. Ähnlich wie beim autonomen Fahren wird erwartet, dass künftig auch Google oder Amazon auf hoher See mitmischen.


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Besonders Japan treibt den Bau von Roboterschiffen voran und will verlorene Marktanteile zurückerobern. Zugleich wollen Schiffsbauer und Reedereien mit künstlicher Intelligenz nicht nur die Kosten, sondern auch die Unfallzahlen weiter senken. Mithilfe von Datenanalyse werden Gefahren umschifft und die jeweils sicherste und kürzeste Route gewählt.

Derweil wird in Norwegen bereits mit einem selbstfahrenden Schiff experimentiert. Die norwegisch-deutsche Klassifikationsgesellschaft DNV GL in Oslo baut einen Containerfrachter mit Elektromotor und ohne Besatzung. Ein Modelltest zeigt, dass mit Unterwasserlasern selbst Hindernisse unter der Wasseroberfläche mühelos umfahren werden.

Neben Wetterdaten müssen enorme Mengen an Informationen verarbeitet werden, Stichwort: Big Data. Gelingt dies, wird es künftig rentabler an Norwegens Fjordküste Güter anstatt über die Straße per Schiff an einen der vielen kleinen Häfen zu transportieren.

Breiteres Dienstleistungsportfolio

Auch weltweit erlauben die Innovationen der Digitalisierung eine Ausweitung des Geschäftsmodells. Reedereien können weitere Teile der Transportkette, abdecken und theoretisch Lieferungen bis vor die Haustüre anbieten. Dass Schiffe alleine fahren, ist also nur ein Teil der künftigen Veränderungen.

Bis zur digitalisierten Schifffahrt ist es aber noch ein langer Weg. Allein bei der Erfassung der gigantischen Warenmengen in den einzelnen Containern müssen zunächst Datenschutzfragen geklärt werden. Für elektronische Frachtpapiere gibt es noch keine weltweiten Standards. Und längst verfügt nicht jeder Hafen über die nötige technische Infrastruktur.

Hinzu kommt das Problem potenzieller Cyberangriffe. Hacker wären durchaus in der Lage, Schiffe virtuell zu kapern, umzuleiten und dann Beute zu machen. Die digitale Piraterie wird in ihrer Effizienz zum Bedrohungspotenzial mit unbekannten Ausmaßen.

Das nötige Geld für den digitalen Wandel und die Lösung zahlloser Probleme müssen die Anbieter verstärkt über institutionelle Anleger wie Versicherungen und große Fonds einsammeln. Das gelingt aber nur, wenn das Transportgeschäft selbst rentabel ist.

Und mit dem zunehmenden Einsatz von 3D-Druckern, mit denen sich viele Produkte beim Kunden vor Ort herstellen lassen, werden künftig erheblich weniger Güter physisch transportiert. Die Branche steht nicht nur vor einem technischen Wandel, sondern vor einer tief greifenden Konsolidierung.


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28. Juni 2017

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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