Sell in May: Das ist rein statistisch dran

Das war wahrscheinlich auch für Sie eine Überraschung: Der deutsche Aktien-Leitindex DAX ist 2017 mit einem neuen Rekord in die […] (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Das war wahrscheinlich auch für Sie eine Überraschung:

Der deutsche Aktien-Leitindex DAX ist 2017 mit einem neuen Rekord in die 3. Börsenwoche des Monats Mai gestartet.

Zum 1. Mal seit der Index-Gründung schloss der DAX oberhalb der Marke von 12.800 Punkten – ein neues Allzeithoch ausgerechnet im „gefürchteten“ Börsenmonat Mai.

„Sell in May…“ – Die alte Börsen-Weisheit

„Sell in May and go away“ lautet eine alte Börsen-Weisheit, welche die meisten von Ihnen sicher kennen.

Für diejenigen, die diese Börsenweisheit noch nicht kennen, hier eine kurze Erläuterung: Der Ausspruch besagt, dass Sie sich im Monat Mai von Ihren Aktien trennen sollten.

Der 2. Teil dieser Börsen-Weisheit lautet „but don’t forget to come back in September“. Sie sollen also im September wieder einsteigen.

Ich möchte hier nun Folgendes tun:

für Sie die genannte Börsen-Weisheit einem Fakten-Check unterziehen und einmal schauen, wie Sie damit gefahren wären, wenn Sie sich in der Vergangenheit dran gehalten hätten.

DAX: Saisonalität vorhanden

Zahlen lügen nicht und belegen, dass die alte Börsenweisheit „Sell in May and go away“ in dieser Form ins Reich der Fabeln gehört.

Ein nüchterner Blick auf die Performance-Zahlen zeigt zwar, dass der DAX – genauso wie auch der Dow Jones – sehr wohl eine gewisse Saisonalität aufweist.

Allerdings reicht die gute Zeit im langjährigen Durchschnitt bis in den Juli hinein, so dass es eher heißen müsste „Sell in July and say bye-bye“

(zu deutsch: verkaufe im Juli und ziehe Dich dann vom Markt zurück).

Denn extreme Markt-Einbrüche des DAX fanden auffallend häufig im Spätsommer oder im Herbst statt, sprich: in den Monaten August, September oder Oktober.

Insofern ist auch der 2. Teil der Börsen-Weisheit „but don’t forget to come back in September“ rein statistisch gesehen und am Beispiel des DAX widerlegt.

Unterscheidung zweier Zeiträume

Markus Reinwand, Anlage-Stratege bei der Hessischen Landesbank (Helaba), zeigt in einem aktuellen Marktausblick:

Auf Sicht von 6 Monaten ist der Zeitraum von Mai bis Oktober seit 1965 im Durchschnitt die saisonal schwächste Phase.

Allerdings steht auch für diesen Zeitraum unter dem Strich eine leicht positive Performance zu Buche.

Die „Börsen-Zeitung“ hat, um die Mai-Regel zu überprüfen, über einen Zeitraum von 20 Jahren die DAX-Performance des guten Halbjahres von November bis April mit der des schlechten Halbjahres von Mai bis Oktober verglichen.

Das Ergebnis: Im guten Halbjahr besteht tatsächlich eine deutlich größere Chance auf Kurs-Anstiege.

Denn nur in 5 der 20 untersuchten Jahre kam der DAX in der guten Zeit auf eine negative Performance. Im schlechten Zeitraum gab es in 9 der 20 Jahre eine negative Performance.

Der DAX kam also auch in der Mehrzahl der schlechten Halbjahre auf eine positive Rendite.

Unter dem Strich fällt die Durchschnitts-Performance des DAX für den Zeitraum von November bis April zwar besser aus als für den Zeitraum von Mai bis Oktober.

Allerdings ist die Durchschnitts-Performance auf Sicht von 20 Jahren auch für den letztgenannten Zeitraum positiv.

Daher verpassten diejenigen Anleger, die im Mai verkauft haben und im November zurückkehrten, in den vergangenen 20 Jahren Gewinne.

Fazit

Deshalb lautet mein Fazit:

Lassen Sie sich von der Saisonalität beim DAX nicht beirren und räumen Sie keinesfalls in panischer Eile Ihr Depot im Mai leer, um dann später wieder einzusteigen!

Denn wenn Sie das tun, verzichten Sie nicht nur auf Gewinne, sondern verursachen auch noch Transaktions-Kosten, über die sich nur Ihre Bank bzw. Ihr Broker freut.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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