Sie müssen gegen den Markt handeln, um besser zu sein

Sie können nur besser als der Markt sein, wenn Sie gegen den Markt handeln. Das lässt sich ganz einfach begründen: […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Sie können nur besser als der Markt sein, wenn Sie gegen den Markt handeln. Das lässt sich ganz einfach begründen:

Der DAX stellt die Mehrheits-Meinung der Anleger dar. Wenn Sie den DAX 1zu1 abbilden, haben Sie dieselbe Performance wie der DAX.

Damit sind Sie nicht schlechter, aber auch nicht besser als der DAX.

Um einen Vergleichs-Index zu schlagen, müssen Sie sich gegen die mehrheitliche Marktmeinung stellen; dann sind Sie ein sogenannter Contrarier.

Ich nutze die Anleger-Stimmung für meine Empfehlungen und Trades

Für meine Empfehlungen analysiere ich die mehrheitliche Erwartungshaltung der Anleger.

Ich untersuche Aktiengesellschaften mit niedriger Erwartungshaltung der Anleger, um gewinnbringende Chancen für Calls zu finden.

Damit stelle ich mich bei einzelnen Trades oft gegen die Mehrheits-Meinung – dazu gleich mehr.

Wichtig ist, dass Sie als Contrarier diese 3 Fehler vermeiden:

3 typische Fehler vermeiden

Vermeiden Sie diese 3 Fehler, die oft „konträres Investieren“ genannt werden:

  1. Festhalten an Positionen

Halten Sie nicht an Positionen fest, wenn der Markt Ihnen zeigt, dass Ihre Entscheidung falsch war!

Denn das ist keine konträre Anlage-Entscheidung, sondern ein typisches Verhalten, das zu Verlusten führt.

  1. Falscher Value-Ansatz

Oft wird diese Form des Value-Ansatzes falsch eingesetzt: Dabei kaufen Sie vermeintlich billige Aktien, nachdem es hohe Kursverluste gegeben hat.

Entscheidend ist aber, nicht niedrige Kurse zum Kauf zu nutzen, sondern eine niedrige Erwartungshaltung der Anleger.

  1. Immer gegen den Trend stellen

Viele Trader suchen ständig einen Trendwechsel. Es gibt ihn aber nur gelegentlich.

Es ist falsch beim „Traden gegen den Trend“ in fast jeder Marktlage automatisch die Gegenposition zu traden.

Klassiker für erfolgreiches Investieren

Wer die obigen 3 Fehler macht, handelt nicht nach den Grundsätzen des 1977 verstorbenen Humphrey B. Neill.

Er analysierte die Geschehnisse an der Börse und schrieb das Buch „The Art of Contrary Thinking“.

Das Buch bewerte ich als Klassiker für erfolgreiches Investieren gegen die Mehrheits-Meinung.

Viele Investoren nennen ihren Anlagestil konträr, weil sie nach den Merksätzen „Kauf bei schlechten Nachrichten“ und „Verkauf bei guten Nachrichten“ handeln.

Oder sie handeln nach dem Kostolany-Zitat: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern.“

Sie kaufen nur, weil alles dagegen spricht. Diese Investoren machen es sich zu einfach und verlieren meist viel Geld.

Das Buch von Neill brachte den Durchbruch der psychologisch-technischen Analyse. Bis dahin hatte man sich hauptsächlich auf fundamentale Marktdaten gestützt.

Mit diesem Buch kamen die ersten Ansätze, Verhaltensweisen von Marktteilnehmern zu beobachten und diese mit Kursverläufen zu verknüpfen.

Erfolgreich gegen die Mehrheits-Meinung investieren

Gedankenlos einem Trend zu folgen, ist verlustbringend.

Investoren, die gedankenlos einem Trend folgen, verlieren viel Geld, wenn sich der Trend umkehrt. Denn an dieser Stelle sind sie meist voll investiert.

Genauso verlustbringend ist es, sich gedankenlos gegen einen Trend zu stellen.

Trader, die gedankenlos gegen einen Trend investieren, stellen sich gegen einen „heranrasenden Zug“ und werden von diesem überrollt.

Neill schrieb: „Die Menge liegt richtig mitten im Trend, aber verliert an beiden Enden.“

Investoren, die sich im Sinne von Neill gegen die Mehrheits-Meinung stellen, verbinden Mehrheits-Meinung der Investoren mit Charttechnik und fundamentalen Recherchen zu einer ganzheitlichen Analyse.

Meine Analyse-Methode des konträren Ansatzes berücksichtigt, dass auch die Mehrheit oft richtig handelt.

Nur wenn meine Analyse zwischen Anleger-Stimmung, Charttechnik und fundamentalen Fakten einen Widerspruch aufzeigt, führt es zu gewinnbringenden Empfehlungen nach dem konträren Ansatz.

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Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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