Siemens Healthineers Börsengang in den Startlöchern

Siemens bereitet den Börsengang seiner Medizintechniksparte Healthineers vor - was Anleger wissen müssen. (Foto: wallix / Shutterstock.com)

Es könnte einer der größten Börsengänge in Deutschland in diesem Jahr werden. Es geht um die Siemens-Medizintechniksparte Siemens Healthineers, die voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2017 an die Börse geht.

Mit der Börsennotiz von Siemens Healthineers soll die Medizintechniksparte von Siemens mehr Eigenständigkeit und gleichzeitig die notwendigen Mittel für mehr Wachstum erhalten. Finanzmarktexperten taxieren den Wert von Siemens Healthineers auf 36 bis 37 Mrd. €.

Siemens Healthineers: Börsengang soll im Herbst stattfinden

Noch steht nicht fest, wann der Börsengang von Siemens Healthineers genau stattfinden soll. Laut Medienberichten will Siemens im April erste Banken auswählen, die den Börsengang von Siemens Healthineers begleiten sollen. Der Börsengang von Healthineers könnte je nach Börsenlage dann im Herbst 2017 stattfinden.

Siemens selbst würde seine Medizintechniksparte gerne in den USA an die Börse bringen, ließe sich in Amerika vermutlich ein höherer Preis erzielen. Auch könnte der Börsengang von Siemens Healthineers eine Blaupause für andere Siemens-Sparten sein.

Für Anleger wäre dies eine positive Entwicklung, könnten sich Investoren so nicht nur an einem breiten Mischkonzern wie Siemens, sondern an spezifischen Siemens-Sparten beteiligen.

Das Geschäft von Siemens Healthineers – das Unternehmen in Zahlen

Siemens Healthineers gilt mit rund 44.000 Mitarbeitern als einer der führenden Technikanbieter in der Gesundheitsbranche.

Die Siemens-Tochter hat sich dabei auf bildgebende Verfahren in der Medizintechnik, Labordiagnostik und auf IT-Lösungen für die Gesundheitsbranche spezialisiert. Im Bereich der bildgebenden Verfahren wie der Computer-Tomografie (CT) sieht sich Healthineers als Marktführer. Ergänzt wird das Produktportfolio durch Beratungs-, Trainings- und Serviceleistungen.

Der Umsatz von Siemens Healthineers wuchs im vergangenen Geschäftsjahr 2016 auf 13,5 Mrd. €, nach Einnahmen von 12,9 Mrd. € im Jahr vorher. Der operative Gewinn (EBIT) zog auf 2,3 Mrd. € an. Gleichzeitig war die Siemens-Division im Geschäftsjahr 2015/2016 die Sparte mit der höchsten Rendite im Siemens-Konzern.

Was Anleger noch wissen sollten: Siemens hatte seine Medizintechnik-Sparte in den vergangenen Jahren durch verschiedene Übernahmen verstärkt. Übernommen wurden unter anderem die Diagnostik-Sparte von Bayer (Diagnostic Products Corporation) und das amerikanische Labordiagnostik-Unternehmen Dade Behring.

Was Anleger vom Healthineers Börsengang erwarten können

Durch den demographischen Wandel bleibt das Thema Medizintechnik ein hochinteressantes Investmentgebiet für Anleger. Die weltweite Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen dürfte auch in den kommenden Jahren weiter wachsen und so für stabile Wachstumsraten auch bei Siemens Healthineers sorgen.

Siemens Healthineers hat in den letzten Jahren dank einer breiten Aufstellung und innovativen Technologien Marktanteile gewonnen. Nach dem Börsengang dürfte der Medizinspezialist auch über die notwendigen Mittel verfügen, um auch künftig weiter zu wachsen – sei es organisch oder durch weitere Zukäufe.

Als Risikofaktoren bleiben die Aussichten im wichtigen Einzelmarkt den USA, nachdem der gewählte US-Präsident Donald Trump Änderungen am US-Gesundheits- und Vorsorgesystem (Stichwort: Obamacare) vornehmen will.

Anleger sollten sich davon aber nicht abschrecken lassen, die Siemens-Tochter dürfte vor allem für solche Investoren interessant sein, die sich langfristig im Medizinsektor engagieren wollen. Ferner wäre es keine wirklich große Überraschung, wenn Siemens Healthineers unmittelbar nach dem Börsengang in einem der großen deutschen Indizes (DAX etc.) auftauchen würde.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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