Silbermünzen & Silberbarren: Lohnt sich die Investition?

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Die Investition in Edelmetalle: Neben Gold gehört Silber zu den beliebten Anlagemöglichkeiten. Ob Barren oder Münzen, erfahren Sie hier alle Vor-und Nachteile. (Foto: Joe Belanger / Shutterstock.com)

Inhalt
Inhaltsverzeichnis

Wissenswertes zu Silber & Silbermünzen

Definition Silbermünzen und -barren: Münzen oder Barren, deren Silbergehalt mindestens 50 % des Gesamtgewichts beträgt

Hauptvorkommen von Silber: Nord- und Südamerika, aber auch kleinere Vorkommen in Europa

Berühmte Sammlermünzen aus Silber: Maple Leaf, American Eagle und Wiener Philharmoniker

Berühmte Silberbarren-Hersteller: Argor-Heraeus SA, DODUCO GmbH, Umicore

Vor- & Nachteile der Silbermünze: in beliebigen Einheiten zu erwerben, einheitliche Prägung und gut zu transportieren, jedoch seit 2014 selber Steuersatz wie Silberbarren

Vor- & Nachteile des Silberbarrens: Einzelne Stücke sind gut transportierbar, gute Lagerungsmöglichkeiten, auch bei Anlaufen kein Wertverlust, eindeutiges Gießzeichen zur Rückverfolgung auf jedem Barren und weltweit handelbar, jedoch hoher Steuersatz im Inland und schlichte Optik


Überblick: Geschichte, Vorkommen und Förderung von Silber

Silber ist ein gut verformbares, weiches Schwermetall, welches als chemisches Element das Symbol „Ag” und die Ordnungszahl 47 besitzt. Im Periodensystem ist es in der fünften Periode, der Kupfergruppe, zu finden. Es gehört zu den Edelmetallen und hat von allen Schwermetallen die höchste elektrische Leitfähigkeit.

Der Mensch entdeckte das Edelmetall etwa im 5. Jahrtausend v. Chr. Hauptsächlich wurde es von den Goten, Griechen, Römern, Ägyptern und Germanen benutzt und galt eine Zeit lang sogar als wertvollster Stoff, noch vor Gold. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit wurden dann Silbervorkommen in Deutschland und der Slowakei entdeckt, die ergiebigsten befanden sich jedoch in Norwegen und Österreich. Der Ort Schwaz in Tirol galt im Mittelalter als größter Silberproduzent, welcher bis zu 80 % des damals vorhandenen Silbers förderte.

Später brachten die Spanier große Mengen Silber aus Lateinamerika nach Europa. Auch Japan beteiligte sich zur damaligen Zeit am Silberimport und -export. Durch das große Angebot des Edelmetalls sank jedoch dessen Wert und es wurde 1870 mit Gold als Währungsmetall ausgetauscht. Als dann Mitte des 19. Jahrhunderts der rostfreie Stahl entwickelt wurde, welcher durch seine leichte Handhabung schnell in die Anwendungsgebiete des Silbers vordrang, verlor das Schwermetall erheblich an Bedeutung.

Das meiste Silber wird aus Silbererzen gewonnen, die oft zusammen mit Blei-, Kupfer- und Zinkerzen als Sulfide oder Oxide vorkommen. Die wichtigsten Silbervorkommen befinden sich in Nordamerika, spezifischer in Mexiko, den USA und Kanada. Aber auch in Südamerika, vor allem in Peru und Bolivien, wird Silber gefördert.

Weltweite Silberproduktion

Zwischen dem Beginn des 20. Jahrhunderts und dem Ende des zweiten Weltkrieges hat die jährlich geförderte Silbermenge zwar fluktuiert, blieb aber im Durchschnitt konstant. Anders sieht es jedoch aus, wenn man den Zeitraum zwischen Kriegsende bis heute beobachtet. Die Förderung von Silber hat sich in dieser Zeit nämlich mehr als verdoppelt. Nach Mexiko, welches heute der Staat mit der größten Silberförderung der Welt ist, folgen auf Platz zwei China und auf Platz drei Peru. Schlusslicht bildet, wider Erwarten, Kanada, welches den zehnten Platz belegt.

Laut einer Studie einer deutschen Universität ist in den nächsten Jahrzehnten mit einer Verknappung von Silber zu rechnen. Dem soll das immer häufiger durchgeführte Recycling von Silber entgegenwirken, da hierdurch die wichtigsten Silbervorkommen geschont werden. Würde man Silber nicht recyclen, besteht laut aktuellen Studien nur mehr ein Silbervorrat von bis zu 23 Jahren. Deshalb spielt die Wiederaufbereitung von silberhaltigen Materialien eine wichtige Rolle.

Definition: Silbermünzen

Als Silbermünze bezeichnet man eine Münze, deren Silbergehalt (Feinheit)mindestens 50 % des Gesamtgewichts (Raugewichts) beträgt. Ist der Silbergehalt geringer, spricht man von einer Billonmünze. Da Silber, wie oben erwähnt, ein gut formbares, weiches Material ist, wurde es in früheren Zeiten mit Kupfer legiert, da es ansonsten nicht als Zahlungsmittel im täglichen Gebrauch verwendet hätte werden können. Die heutzutage geprägten Silbermünzen weisen dagegen eine Feinheit von 999/1000 oder höher auf.

Silbermünzen im Laufe der Geschichte

Die Geschichte der Silbermünze beginnt im 6. Jahrhundert v. Chr. Die Griechen begannen damit, Silbermünzen zu prägen. Diese Münzen verbreiteten sich rasen schnell als Zahlungsmittel in der griechischen Kultur. Da viele Städte ihre eigenen Prägungen hatten, dominierten in den verschiedenen Regionen jeweils eine Münzfamilie.

Im Mittelalter wurde die Silbermünze dann auch in Europa in den Zahlungsverkehr miteinbezogen. Durch eine Münzreform im 8. Jahrhundert, welche Karl dem Großen zugeschrieben wird, konnte ein einheitlicher Silberkurs gewährleistet werden.

Die bekanntesten Silbermünzen aus dem Mittelalter sind:

  • Die Brakteaten: Sie werden auch Hohlpfennige genannt.
  • Der Groschen: Bei diesem handelt es sich um eine massive Münze, deren Wert das Vielfache eines damaligen Pfennigs darstellte.

Der Taler, welcher sich ab dem 16. Jahrhundert in ganz Europa ausbreitete, hatte seinen Ursprung im römischen Reich. Die erste Münze dieser Art, die in größerer Stückzahl geprägt wurde, war der sächsische silberne Gulden. Dieser war eine, auch unter dem Namen Klappmützentaler bekannte, Silbermünze, welche erstmals im Jahr 1500 geprägt wurde. Bis zum Jahr 1871 war der Taler in Deutschland eine der wichtigsten Münzen.

In diesem Jahr wurde, mit der Gründung des deutschen Kaiserreiches, die Goldwährung eingeführt, welche das Ende des Silberstandards in Deutschland markierte. Vorbild für die Deutschen war damals Großbritannien, denn der Staat hatte sich bereits einige Jahre zuvor vom Silberstandard abgewendet und Gold als Währung angenommen. Die damaligen Silbermünzen hatten eine Feinheit von 900/1000.

Die letzte Münze aus Silber, welche sich in der Bundesrepublik Deutschland in Umlauf befand, war der sogenannte Silberadler. Es handelte sich dabei um ein 5-DM-Stück mit einer Feinheit von 625/1000, welches von 1951 bis 1974 geprägt wurde.

Obwohl die Silbermünze seit 1970 vollkommen aus dem Zahlungsverkehr verschwunden ist, gilt die heutige 10-Euro-Silbermünze per Gesetz als Zahlungsmittel in ihrem Ausgabeland. Trotzdem werden Silbermünzen heute hauptsächlich für Sammler oder als Kapitalanlage in Form von Bullionmünzen oder in großen Stückelungen wie den Münzbarren angeboten.

Warum gibt es keine Silberkursmünzen mehr?

Die ersten Länder, welche bereits während des ersten Weltkriegs keine Silbermünzen mehr in Umlauf brachten, waren Dänemark und Norwegen. Diesem Kurs folgten weitere Länder, wie beispielsweise Großbritannien. Das Land verzichtete kurz nach dem zweiten Weltkrieg auf das Edelmetall als Währung, während die Schweiz und Frankreich 1969, Italien und Spanien 1970 Österreich im Jahr 1973 und (als eines der letzten Länder weltweit) die Bundesrepublik Deutschland 1974 folgten. Die Vereinigten Staaten von Amerika stiegen bereits 1964 aus.

Warum plötzlich so viele Staaten auf das Zahlungsmittel aus Silber verzichteten, hatte mehrere Gründe:

  • Ölkrise
  • Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems (eine damals neu geschaffene Währungsordnung, welche den US-Dollar als Ankerwährung betrachtete)
  • Starke Inflation in vielen Industrieländern
  • Zunehmend schwankender Silberpreis

All diese Gründe erschwerten die Planung der Ausgabe von Silbermünzen, da die Gefahr bestand, dass der Materialwert der Münzen nicht ihrem aufgeprägten Nennwert entsprechen und ihn überschreiten würde. Letztendlich konnte man den Gebrauch von Edelmetallmünzen nicht mehr mit der Notenbankpolitik vereinbaren, da es zu einer jährlichen Geldentwertung kam.

Auch sind Silbermünzen nicht automatensicher. Verschiedene Kupfer-Nickel-Legierungen eignen sich hier besser, da sie einen genau definierten Magnetismus aufweisen. Dies erschwert den Betrug durch die Nutzung nicht vorgesehener, minderwertiger Münzen.

Investition: Silber als Geldanlage

Silber als Anlage ist genauso gut geeignet wie Gold, denn der Wert des Silbers stieg im Schnitt in den letzten Jahrzenten stetig an. Ein Vorteil ist, dass das Vorkommen von Silber begrenzt ist, sobald es gänzlich abgebaut wurde, gibt es nur noch die Möglichkeit des Recyclings um neues Silber zu erlangen. Vor allem in Hinsicht auf die Industrie ist dies ein wichtiger Punkt, da Silber bei Produktionen immer gefragter ist wie beispielsweise bei der Produktion von Smartphones. Experten gehen davon aus, dass Silber in den nächsten 15 bis 25 Jahren komplett abgebaut werden wird, was dazu führen wird, dass der Silberpreis extrem ansteigen wird.

Der Silbermarkt ist deutlich kleiner als beispielsweise der Goldmarkt, was bedeutet, dass es mehr Schwankungen gibt, wer hier bei einem Anstieg also schnell reagiert, kann gute Gewinne abstauben. Silber eignet sich allerdings eher für kleinere Investitionen, wer viel Geld investieren will, sollte auch nach anderen Anlagen suchen. Außerdem sollte auch bedacht werden, dass die Lagerung von Silber viel Platz benötigt.

Viele Fragen sich bei der Investition in Silber, ob sie in Barren oder Münzen investieren sollen. Im Grunde eignet sich beides gleich gut, aber Silberbarren besitzen kaum einen Sammlerwert und sind eine Investition in das reine Edelmetall. Dafür sind sie kompakter und leichter zu verwahren. In den meisten Fällen können sie auch problemlos weiterverkauft werden.

Bei Silbermünzen unterscheidet man zwischen Anlagemünzen und Sammlermünzen. Anlagemünzen übersteigen im Normalfall den Materialwert nicht. Es gibt viele verschiedene Arten von Münzen in unterschiedlichen Größen und Gewichten. Je größer eine Münze ist, desto mehr lohnt sich eine Anlage.

Neben den normalen Silbermünzen gibt es auch noch Sammlermünzen, die nicht nur wegen ihres Wertes, sondern auch wegen ihrer Seltenheit und Schönheit gerne gesammelt werden und dadurch den Materialwert übersteigen können.

Silbermünzen und Barren können am besten bei Edelmetallhändler gekauft werden, sowohl bei lokalen Händlern als auch bei Onlineshops. Bei lokalen Händlern zu kaufen bietet den Vorteil, dass die Ware vorher begutachtet und geprüft werden kann. Vor dem Kauf sollte man sich allerdings gut über den Händler informieren und beispielsweise auch Bewertungen lesen. In den meisten Fällen sind seriöse Händler Mitglieder in einem Berufsverband wie dem Berufsverband des deutschen Münzfachhandels e.V.

Silbermünzen als Anlage- & Sammlermünzen

Anlagemünzen aus Silber, welche auch Bullionmünzen genannt werden, erfreuen sich anhaltender Beliebtheit. Sie werden in hoher Stückzahl geprägt und dienen neben derlangfristigen Geldanlage auch als Spekulation auf den Edelmetallpreis. Das Motiv der Anlagemünzen bleibt charakteristisch über die Jahre unverändert. Eine Ausnahme stellt die „Britannia-Silbermünze” dar, welche bis 2012 hergestellt wurde. Ihr Motiv wechselte im zwei-Jahres-Rhythmus.

Die Anlagemünzen haben gegenüber reinen Sammelmünzen den Vorteil, dass sie in engem Bezug zum Edelmetallpreis stehen, da der Wert von Silber-Anlagemünzen an den Silberpreis gekoppelt ist. Da lediglich die Kosten der Prägung der Münzen sowie der Vertrieb einberechnet werden, fällt der Aufschlag auf den Metallwert des Verkaufspreises relativ niedrig aus.

Beim Kauf von Silber-Anlagemünzen steht also die mögliche Wertsteigerung im Vordergrund. Trotzdem sollten sie immer sachgerecht gelagert und behandelt werden, da Beschädigungen den Wiederverkaufswert von Silbermünzen mindern können.

Bei Sammelmünzen steht jedoch der Seltenheitswert im Fokus, welcher meistens sehr viel höher ausfällt als der reine Materialwert. Sie werden speziell für den Sammlermarkt hergestellt und weisen oft besondere Merkmale auf, wie z.B. ein teilvergoldeter Rand oder farbige Anteile.

Sammlermünzen werden von den Münzprägeanstalten nur inbegrenzter Auflage geprägt und herausgegeben. Das hat auch Auswirkungen auf die Wertentwicklung: Übertrifft die Nachfrage das eingeschränkte Angebot, gibt es einen Anreiz zum Sammeln und der Wert der Münze steigt. Auch Anlagemünzen können vereinzelt Sammlerwert erreichen. Die Voraussetzungen dafür sind, dass es sich um ein Prägejahr mit einer geringen Auflage oder andere Merkmale handelt, die eine entsprechend hohe Nachfrage erzielen.

Der Wert von Silber bezieht sich nicht nur auf den Preis, den es als Edelmetall erzielen kann, sondern auch auf seine Bedeutung als Industrierohstoff. Silber ist in der Industrie vielseitig einsetzbar, beispielsweise für Solarzellen oder in der Elektroindustrie. Die Nachfrage nach Silber stammt etwa zur Hälfte aus dem verarbeitenden Gewerbe. Steigt der Silberbedarf, bleibt auch der Silberpreis stabil. Sinkt die Nachfrage, wird auch der Silberpreis schwächer.

Silbermünzen können in beliebigen Einheiten gekauft werden. Üblicherweise gibt es eine sogenannte „Tube” zu kaufen. Dabei handelt es sich um eine Plastikröhre, in der 20 bzw. 25 Stück Silbermünzen enthalten sind. Es ist auch möglich, komplette Kisten direkt von der Münzprägestätte zu kaufen, in welchen mehrere Tubes enthalten sind. Einzelne Münzen kann man einfach transportieren und sie sind als Krisenvorsorge deshalb gut geeignet.

Fazit

Anlagemünzen profitieren im Gegensatz zu Sammlermünzen von einem geringen Preisaufschlag. Anleger sollten den Silberpreis aber stets im Blick halten, da Kursschwankungen nicht ausbleiben und die Preise für Silber gehörig durcheinanderwirbeln können. Der Silberpreis steht auch im Zusammenhang mit der konjunkturellen Entwicklung, weshalb auch die Wirtschaftslage immer im Auge behalten werden muss.

Namhafte Silbermünzen

Zu den beliebtesten und demnach auch berühmtesten Anlagemünzen aus Silber gehören unter anderem derkanadische Maple Leaf, der American Eagle und der Wiener Philharmoniker. Bei Anlagemünzen ändert sich zwar das Prägejahr, das Design der Münze bleibt jedoch bestehen. Sie werden deshalb auch noch viele Jahre später von Händlern angenommen.

Berühmte Silbermünzen: Der Maple Leaf Silber

Der kanadische Maple Leaf Silber gehört mit einer Erstauflage von 1,1 Millionen Unzen zu den weltweit umsatzstärksten Silberanlagemünzen. Er wurde zum ersten Mal im Jahr 1988 von der Royal Canadian Mint geprägt.

Der Name der Münze leitet sich vom Motiv ab. Das Ahornblatt, welches auf der Münze zu erkennen ist, ziert auch die kanadische Flagge. Darüber ist der Schriftzug „Canada“ aufgeprägt. Da in Kanada die Amtssprachen Englisch und Französisch sind, gibt es auch zwei Angaben bezüglich des Metalls im unteren Bereich der Münze. Die Angaben „Fine Silber” und „Argent Pur” werden mittig durch die Angabe des Feingewichts getrennt. Die Anhabe der Feinheit füllt den letzten Platz, links und rechts neben dem Ahornblatt, aus.

Auf der Rückseite ist Königin Elisabeth II. abgebildet, welches bisher dreimal an das Alter des Staatsoberhauptes angepasst wurde. Neben dem Staatsoberhaupt Kanadas sind auf der Vorderseite noch ihr Name, der Nennwert, welcher fünf Dollar beträgt, sowie das Prägejahr zu sehen.

Die Feinheit der Silbermünze beträgt 999,9/1000, der Münzrand ist gekerbt und ohne Inschrift. Normalerweise wird die Münze in der Prägequalität Stempelglanz ausgegeben, von Zeit zu Zeit gibt es jedoch auch Sonderausgaben der Münze. Die Prägequalitäten Proof oder Privy Mark sollen vor allem Sammler und Liebhaber des Maple Leaf Silber ansprechen.

Anders als im kanadischen Staatswappen oder auf der Flagge fasziniert die naturnahe Abbildung des Ahornblattes aufgrund der überaus feinen Details und macht die Silbermünze somit zu einer der beliebtesten überhaupt. Das Design des Ahornblatts wurde seit der ersten Prägung nicht verändert. Man kann den Maple Leaf einzeln oder in Tubes zu 20 oder 25 Stück erwerben.

Berühmte Silbermünzen: Der American Eagle Silber

Eine weitere Münze, welche sich großer Beliebtheit erfreut, ist der American Eagle Silber. Herausgegeben wird die Silbermünze mit einer Feinheit von 999/1000 seit 1986 von der United States Mint.

Die Münze besticht durch ihre aufwändige Prägung, welche seit der ersten Ausgabe unverändert geblieben ist. Die Vorderseite zeigt „Lady Liberty”, welche eine Interpretation der römischen Freiheitsgöttin Libertas ist. Sie sieht und zeigt in Richtung Sonnenaufgang und trägt die amerikanische Flagge um die Schultern. In den Händen hält sie Eichen- und Lorbeerzweige. Umrandet wird das Bild durch das Wort „LIBERTY” in breit gefächerter Schrift. Ganz unten auf der Münze befinden sich Prägejahr der Wahlspruch „IN GOD WE TRUST”.

American Silver Eagle

Der Revers zeigt das US-amerikanische Wappentier, den Weißkopfseeadler. Er wird mit geschwungenen Flügeln und einem Wappenbrustschild abgebildet. Im Schnabel hält der Vogel ein ausgebreitetes Band mit der Inschrift „E PLURIBUS UNUM”, was so viel wie „Aus Vielen Wird Eins” bedeutet. In seinen Krallen hält der Adler Pfeile und Zweige, welche den amerikanischen Traum von Ruhm und Freiheit symbolisieren. Über ihm leuchten 13 Sterne, welche mit den13 Gründungsstaaten gleichzusetzen sind. Die kreisförmige Umschriftung lautet „UNITED STATES OF AMERICA – 1 OZ. FINE SILVER – ONE DOLLAR”.

Den American Eagle Silber gibt es in drei verschiedenen Prägevarianten:

  • Stempelglanz-Ausführung für Anleger
  • Höherwertigen Prägequalität Uncirculated
  • Proof-Qualität als hochwertigstes Herstellungsverfahren

Berühmte Silbermünzen: Der Wiener Philharmoniker Silber

Der Wiener Philharmoniker wird seit 2008 von der Münze Österreich AG geprägt. Es handelt sich um die erste europäische Silbermünze mit einem Feingehalt von 999,9/1000. Da sich der Wiener Philharmoniker Gold bereits seit 1989 großer Beliebtheit erfreute, war abzusehen, dass auch eine silberfarbene Ausführung auf den Markt kommen würde.

Das Design des Wiener Philharmonikers in Silber ist mit dem der Goldmünze identisch und ist auf allen Anlagemünzen seit 1989 zu sehen. Im Gegensatz zur Goldmünze hat der “silberne Phil” jedoch keinen geriffelten Rand, sondern eine erhöhte Randleiste auf der Vorder- und Rückseite.

Auf dem Avers befinden sich fünf Streichinstrumente im Vordergrund. Im Hintergrund sind ein Horn, ein Fagott und eine Harfe zu sehen. Der Schriftzug „Wiener Philharmoniker” und die deutlich kleinere Angabe „Silber” umrahmen den oberen Bereich der Silbermünze.

Auf der Rückseite der Münze ist die bekannte Orgel aus dem goldenen Saal des Wiener Musikvereins abgebildet. Darüber steht der Schriftzug „Republik Österreich”. Unterhalb des Instruments werden Angaben zum Feingewicht, zur Feinheit, zum Prägejahr und Nennwert gemacht.

Definition: Silberbarren

Vor allem vor der Einführung von Gold- und Silbermünzen, waren Silberbarren als Zahlungsmittel sehr begehrt. Sie gelten jetzt, genau wie 5000 v. Chr., als sichere Wertanlage und sind auf der ganzen Welt handelbar.

Silberbarren gibt es in verschiedenen Größen, wie beispielsweise 100, 250 und 500 Gramm aber auch 1,5 und 15 Kilogramm. Die Standardsilberbarren haben ein Gewicht von 1000 Unzen, welches in etwa 31 kg entspricht. Im Gegensatz zu Silbermünzen sehen Silberbarren allerdings relativ unspektakulär aus, da sie im Normalfall keine Prägung enthalten.

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Man unterscheidet drei verschiedene Silberbarren-Varianten:

  • Münzbarren: Diese Barren gibt es schon längere Zeit. Sie weisen eine Münzwertprägung und einen münztypischen Rand auf.
  • Münzstangen: Diese sind seit 2011 erhältlich und sind als Stab geformt. Sie beinhalten Wert- und Gewichtsprägungen an beiden Enden.
  • Münztafelbarren: Diese werden bislang ausschließlich von den Cook Islands herausgegeben. Sie sind ein Ableger der handelsüblichen Tafelbarren und stammen aus den Produktionsstätten des Schweizer Herstellers Valcambi.

Seit 2014 werden sowohl Silbermünzen als auch -barren mit dem vollen Mehrwertsteuersatz von 19 % belegt. Allerdings besteht für Händler die Möglichkeit, Silbermünzen differenzbesteuert anzubieten. Das bedeutet, dass die Mehrwertsteuer nur auf die Marge des Händlers entfällt, also auf die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis. Dies gilt für Produkte, die aus dem Nicht-EU-Ausland importiert oder von Privatpersonen angekauft werden. Damit genießen Silbermünzen und Münzbarren weiterhin einen Preisvorteil gegenüber normalbesteuerten Anlageprodukten aus Silber.

Silberbarren kann man bei verschiedenen Banken oder aber auch im Internet erwerben. Beim Ankauf von solchen Barren lohnt es sich, Silberbarrenhersteller anhand der London Bullion Market Association (LBMA) auszuwählen. Diese koordiniert den außerbörslichen Handel von Gold- und Silberbarren und führt verschiedenen Auflistungen, die sogenannten „good delivery lists”. Darauf werden die Hersteller aufgelistet, deren Produkte die Standards (Gewicht, Feingehalt, Lagerung, Herstellungsjahr Seriennummer und Prüfsiegel) erfüllen und daherinternational bankhandelsfähig sind. Sind die Barren bankhandelsfähig, lassen sie sich auch an Banken zurückverkaufen. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Barren an Privatankäufer zu verkaufen.

Im Gegensatz zu anderen Kapitalanlagen lässt sich mit Silberbarren keine Rendite erwirtschaften. Stattdessen kann man einen Gewinn erzielen, indem man die Barren zu einem höheren Ankaufs- als Verkaufspreis wieder verkauft. Vor allem Silberbarren in niedrigeren Gewichtsklassen lassen sich auch als Zahlungsmittel einsetzen, sind aber vor allem eine gute Geldanlage in Krisenzeiten.

Herstellung von Silberbarren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Silberbarren herzustellen. Silberbarren mit einem Gewicht von 5 g bis 100 g werden zumeist geprägt, Silberbarren anderer Gewichtsklassen gegossen. Allerdings variiert dies auch je nach Hersteller. Gegossene Silberbarren gelten jedoch qualitativ als weitaus hochwertiger.

Geprägte Barren entstehen aus einem großen Silberband, das auf eine festgelegte Dicke ausgewalzt wird. Anschließend stanzt man die Rohlinge in der gewünschten Größe aus diesem Band aus und bearbeitet sie bei Bedarf nach, bis das vorgesehene Feingewicht erreicht ist. Danach werden auf die Rohlinge Motive und Beschriftungen geprägt, wodurch sie eine glatte, glänzende Oberfläche und eine vergleichsweise flache Form erhalten.

Für die Herstellung gegossener Silberbarren wird das Edelmetall zuerst bei über 1000 Grad eingeschmolzen und anschließend in eine Barrenform gegossen. Nachdem die Barren aus der Gussform genommen und im Wasserbad abgekühlt wurden, steht die exakte Gewichtsbestimmung an. Silberbarren, die über dem vorgesehenen Gewicht liegen, werden nachbearbeitet, leichtere aussortiert. Silberbarren werden, unabhängig von ihrer Herstellungsmethode, mit der Angabe des Herstellers, des Gewichts und des Silberfeingehalts gekennzeichnet.

Wichtige Hersteller von Silberbarren sind:

HerstellerLand
Argor-Heraeus SASchweiz
DODUCO GmbHDeutschland
Heraeus Precious Metals GmbH & Co. KGDeutschland
PAMP SASchweiz
Rand Refinery (Pty) LtdSüdafrika
Umicore SA Business Unit Precious Metals RefiningBelgien
The Perth MintAustralien
Valcambi S.A.Schweiz

Die Reinheit der Silberbarren muss 99,9 % betragen. Im Gegensatz dazu müssen Goldbarren weniger rein sein, nämlich nur 99,5 %, um als solche zu gelten. Bei Silbermünzen reicht wiederum ein Silberanteil von 92,5 % vollkommen aus, die restlichen 7,5 % bestehen meistens aus Kupfer oder anderen Metallen.

Eignen sich Silberbarren als Geldanlage?

In Sachen Geldanlage spielen neben Immobilien vor allem Edelmetalle eine große Rolle. Darunter fallen auch Silberbarren, obwohl der „große Bruder” Gold noch deutlich beliebter ist, was sich an den Preisentwicklungen der letzten Jahre zeigt. Doch auch der Handel mit Silber hat zuletzt stark zugenommen und es wird als Geldanlage immer beliebter. Die Kursschwankungen bei diesem Edelmetall sind mitunter jedoch enorm, weshalb viele Anleger vor Silber zurückschrecken.

Die Besteuerung von Silber ist international als auch national verschiedenen Regelungen unterworfen. Wer in Silberbarren als Geldanlage investiert, muss den vollen Mehrwertsteuersatz von 19 % bezahlen. Interessanterweise gibt es hierbei einen gravierenden Unterschied zu Gold, denn wer Gold als Münzen oder in Barrenform kauft, zahlt in Deutschland keine Mehrwertsteuer.

Ungeachtet der Besteuerung sollte man einige weitere Dinge beachten, wenn man Silberbarren als Geldanlage in Erwägung zieht:

  • Unterschied im Preis-Gewichts-Verhältnis: Den Anlegern muss bewusst sein, dass Silber im Vergleich zu Gold ein völlig anderes Preis-Gewichts-Verhältnis aufweist. Investiert man also einen bestimmten Betrag in Silber, muss man für die Lagerung mehr Platz und ein höheres Gewicht einkalkulieren, als es bei Gold der Fall wäre. Dadurch können zusätzliche Kosten entstehen, wenn man zur Lagerung beispielsweise ein Bankschließfach wählt.
  • Abhängigkeit von Preisentwicklungen: Da mit Silber keine Zinsen im klassischen Sinne zu erwirtschaften sind, ist ein Anleger auf die Preisentwicklung angewiesen, um solche Kosten tragen zu können und darüber hinaus noch eine Rendite zu erhalten.
  • Erhebliche Kursschwankungen: Der Silberpreis unterliegt vergleichsweise hohen Kursschwankungen. Es gibt viele Gründe für die Schwankungen, beispielsweise, dass Silber industriell genutzt wird und die Nachfrage aus der Wirtschaft somit einen großen Einfluss auf den Preis hat. Ebenfalls spielt natürlich die Nachfrage von Anlegern eine große Rolle. Einerseits wird weiterhin mit einer hohen Nachfrage nach Edelmetallen gerechnet., andererseits gibt es jedoch auch Stimmen, die ein Ende der Schuldenkrise prophezeien. Wenn das Misstrauen gegen die Papierwährungen und andere Anlageformen nachlässt, könnten Anleger ihr Silber abstoßen und das Geld anderweitig investieren.
  • Riskante Spekulationen: Kurzfristige Spekulationen sind oft riskant und sollten Profis überlassen werden. Wer langfristig investieren möchte, könnte bei Silber dennoch gut aufgehoben sein, wenngleich es keine Garantien geben kann.

Die Preisentwicklung von Silberbarren

Die Preisentwicklung von Edelmetallen ist immer schwierig vorauszusagen. Während die Privatanleger ihre Kaufkraft erhalten wollen und einen Teil ihres Depots in physische Edelmetalle investieren, versuchen die Notenbanken, die Preise niedrig zu halten. Besonders der Silbermarkt ist sehr unbeständig und schwankt teilweise im Minutentakt extrem und vor allem fundamental unbegründet. Deshalb wird auch der Goldpreis als Messlatte der Zentralbanken gesehen.

In der Vergangenheit gab es einen Zeitpunkt im Jahr 1980, der sich bis heute auf Silber auswirkt. Damals führte eine Spekulation der Gebrüder Hunt dazu, dass der Silberpreis kurzzeitig bis zu 52 US-Dollar nach oben stieg. Genauso schnell wie der Anstieg vonstatten ging, erfolgte auch der darauffolgende Crash. Seitdem hat es Silber nicht mehr geschafft, diese Hürde zu überwinden. Am 25. April 2011 baute Silber ein Zwischenhoch bei knapp 50 US-Dollar aus. Es wurde dann aber innerhalb zwei Wochen wieder auf 33 US-Dollar heruntergedrückt.

Von den Hochs um die 50 US-Dollar ist man aktuell noch weit entfernt. Ein starker Unterstützungsbereich liegt derzeit um die 26 US-Dollar. Für Investoren mit harten Nerven sind Kursrutsche bis zu diesem Niveau kein Weltuntergang, sondern günstige Gelegenheiten zum Nachkaufen. Viele Kleinanleger, die Silbermünzen oder Silberbarren als Kapitalerhalt gekauft haben, werden so aber häufig aus dem Markt gedrängt.

Es werden auch immer mehr Stimmen laut, die zahlreiche Beweise für eine Manipulation der Edelmetallpreise gesammelt haben. Das führt sogar so weit, dass in Charts analysiert wurde, zu welchen Uhrzeiten besonders häufig der Preis gedrückt wird. Als Privatanleger muss man in diesen Zeiten kopfschüttelnd zuschauen, weil die teilweise offensichtliche Manipulation in den USA scheinbar legitimiert wird. Untersuchungen zu diesen Ungereimtheiten verliefen bisher immer im Sand.

Durch diemanipulierten Märkte bei gleichzeitig immer höherer Staatsverschuldung und der Geldschöpfung der Notenbanken ist eine präzise Silberbarren Preisentwicklung schwer vorherzusagen. Grundsätzlich ist es jedoch eine gute Idee, einige Prozente des Eigenkapitals in Edelmetalle zu investieren. Bei Silber handelt es sich nicht nur um ein historisches Zahlungsmittel, sondern auch um ein aktuelles Industriematerial, welches verbraucht wird. Silberbarren werden demnach, im Gegensatz zu Aktien, nie wertlos sein.

Was ist der Cook Island Silberbarren?

Silberbarren unterliegen in Deutschland einer Mehrwertsteuer in Höhe der vollen 19 %. Der Cook Island Silberbarren umgeht diese Regelung jedoch und gilt auf dem Inselstaat sogar als offizielles Zahlungsmittel. Seit 2008 wird er als Agenturausgabe von der deutschen Schmiedeanstalt Heimerle + Meule produziert. Eine sogenannte Agenturausgabe liegt dann vor, wenn Münzen von einem privaten Hersteller in Lizenz für ein (anderes) Land geprägt werden. Die Prägung jeder Münze wird dabei vom Land mit Gebühren belegt.

Den Cook Island Münzbarren gibt es, wie die normalen Silberbarren, in unterschiedlichen Größen. Die kleinste Variante ist ein 100 g schwerer Barren, der einen Nennwert von 5 Cook Island Dollar besitzt. Die Münzbarren sind zudem durch ihre gute Stapelbarkeit sehr beliebt, da sie dadurch von den Investoren auch in großer Stückzahl gut gelagert werden können. Dadurch dass die Auflage des Cook Island Silberbarren derzeit noch unlimitiert ist, hat er noch keinen Sammlerwert und eine etwaigeWertsteigerung ist noch nicht abzusehen. 

Trotzdem lohnt sich der Kauf in vielen Fällen, da der Silberbarren durch die geringe Mehrwertsteuer gleich schwere „echte” Barren im Preis unterbietet. So kostet ein normaler Silberbarren aus der Schmiede von Heimerle + Meule mit einem Gewicht von 1 kg aktuell rund 830 €. Der Cook Island Münzbarren mit demselben Gewicht aus der gleichen Schmiede kostet hingegen nur 765 €. Der Wiederverkauf gestaltet sich jedoch schwieriger, da sich nicht alle Banken auf solch ein Geschäft einlassen.

Tipp

Seit 2011 stellt die bekannte Schmiede Umicore ein ähnliches Silberbarren-Exemplar für Andorra her, welches stolze 15 kg auf die Waage bringt. Die Silberbarren sind jedoch nicht vollverprägt und somit deutlich günstiger. Das bedeutet gleichzeitig, dass der reine Gewichtspreis für das Edelmetall hierzulande nicht zu unterbieten ist. Aktuell belaufen sich die Kosten für einen Silberbarren auf rund 11.200 € (inkl. MwSt).

Wie wird der Preis von Silberbarren bestimmt?

Einfluss auf den Preis von Silberbarren haben:

  • Verkäufer: Auf dem Silbermarkt kann man Premiumanbieter und Discounter unterscheiden. Während sich Discounter meist im Internet finden und dort nur eine schlichte Bestellseite besitzen, bieten Premiumverkäufer auch noch umfangreiche Beratung an. Anleger sollten hier also vorsichtig sein und nur bei zertifizierten Händlern zugreifen.
  • Schmiede: Bekannte Hersteller wie Umicore, Royal Canadian Mint und Perth Mint können beispielsweise deutlich höhere Preise verlangen als deren unbekannteren Konkurrenten. Im Notfall können die Barren dieser Unternehmen auch deutlich einfacher weiterverkauft werden.
  • Feingehalt: Um die Preise unterschiedlicher Barren vergleichen zu können, hilft ein Blick auf den Feingehalt. Ein Großteil der Barren besteht aus 999 Feinsilber, auf dieses Detail sollten Anleger ebenfalls gut achten.
  • Optik: Stimmt der Feingehalt beider Barren überein, besteht ein weiterer Unterschied theoretisch nur aus optischen Gründen. Denn 1 kg Silber ist im Endeffekt 1 kg Silber, egal, aus welcher Schmiede der Barren stammt.

Silberbarren Preis

In der Realität bringen bestimmte Namen und Formen jedoch einendeutlich höheren Verkaufspreis. Anleger sollten z. B. auf jeden Fall in typische Barren investieren, da diese am Markt deutlich beliebter sind als quadratische Medaillen. Bei allen Edelmetallen ist es jedoch wichtig, dass sie nur von seriösen Händlern gekauft werden, da das Betrugspotenzial sehr hoch ist.

Eine Echtheitsprüfung ist oftmals jedoch auch ohne teures Gerät und nur durch Augenmaß möglich. Man kann beispielsweise zuerst auf Einstanzungen achten, die jeder Barren auf der Oberfläche vorweisen muss. Diese können vergleichsweise einfach mit Originalbildern aus dem Internet verglichen werden. Da Silber und Gold immer das gleiche Gewicht aufweisen, kann die Echtheit auch durch den Einsatz von Maßband und Waage vorgenommen werden. Weichen die Werte zu weit von der Norm ab, hat man es mit einer Fälschung zu tun und sollten auf einen Kauf verzichten.

Silberbarren in der Schweiz steuerfrei kaufen

Während Deutschland tendenziell ein Münzenland ist, setzt man in der Schweiz dagegen lieber auf Barren. Welche Anlageform man bevorzugt hängt aber immer individuell von der persönlichen Situation und dem zu investierenden Kapital an. In der Schweiz gibt es jedoch einen Vorteil, nämlich, dass man dort Silberbarren steuerfrei erwerben kann. Man muss jedoch das gekaufte Edelmetall in der Schweiz lassen, denn sobald es die Grenze passiert, fallen Steuern an.

Die Schweiz kommt ausländischen Investoren aber gerne entgegen, indem man die gekauften Silberbarren auch im Land lassen kann. Sie werden dann in sogenannten Zollfreilagern aufbewahrt. Dafür, dass das private Edelmetall bewacht wird, fallen natürlich Gebühren an. Diese sind jedoch wesentlich geringer, als der heimische Steuersatz von 19 %. Wer mit Silberbarren spekulieren möchte, sollte dies also am besten in der Schweiz tun.

Wer in physische Edelmetalle investieren möchte und diese nicht zum Kapitalschutz verwendet, der kann in der Schweiz Silberbarren kaufen. Es sollte jedoch jedem klar sein, dass es sich dabei um eine rein spekulative Anlageform handelt. Insofern kann man mit physischen Edelmetallkäufen zweigleisig fahren. Man nimmt einen Teil und bewahrt ihn zu Hause als Krisenvorsorge auf. Falls der Euro zusammenbricht oder im Falle einer anderen wirtschaftlichen Krise kann man mit dem Edelmetall beispielsweise Lebensmittel kaufen.

Den anderen Teil des Silbers legt man am besten in ein Schweizer Zollfreilager, so dass es bei Bedarf wieder veräußert werden kann, ohne dass dafür Steuern anfallen. Dieser Teil dient also lediglich der Spekulation auf steigende Edelmetallpreise. Solange man das Silberin der Schweiz kauft und wieder verkauft, muss man nämlich keine Mehrwertsteuer an den deutschen Staat abführen. Sobald man das Silber aber nach Hause holen möchte, fällt die Mehrwertsteuer an. Deshalb macht es nur Sinn, das Silber von der Schweiz aus wieder zu verkaufen.

Tipp

Gold und Silber sollten am besten per Tafelgeschäft beim Händler des Vertrauens gekauft werden. Nur dann steht die eigene Adresse nicht auf der Rechnung und das erworbene Edelmetall kann sicherer aufbewahrt werden.

Aufbewahrung von Silberbarren

Entscheidet man sich dafür, eine Investition in einen Barren des beliebte Edelmetall zu tätigen, muss man sich die Frage stellen, wie man diesen am besten aufbewahrt. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die in Kosten und Sicherheit variieren. Zu den Aufbewahrungsmöglichkeiten zählen:

  • Aufbewahrung im Bankschließfach: Das ist die gängigste Methode, um erworbene Silberbarren sicher aufzubewahren. Je nach Geldinstitut können die Konditionen, als auch der Versicherungsumfang für ein Schließfach stark variieren. Der Vorteil bei Bankschließfächern ist, dass die Barren sicher aufbewahrt werden können und trotzdem ein relativ kurzfristiges Zugreifen möglich ist. Nachteile gibt es dennoch, denn ein Bankschließfach verursacht laufende Kosten. Außerdem kann man das erworbene Edelmetall nicht jederzeit in die Hand nehmen, was vielen Anlegern tatsächlich wichtig ist. Hinzu kommt vielfach ein gewisser – begründeter oder unbegründeter – Argwohn gegenüber Staat und Finanzinstituten.
  • Aufbewahrung zu Hause: Viele Anleger entscheiden sich aufgrund der Nachteile gegen Bankschließfächer und für die Aufbewahrung Hause. Dabei gibt es jedoch einige Punkte zu bedenken. Eine Grundvoraussetzung sollte sein, dass so wenige Menschen wie möglich von einem privaten Silberlager wissen. Auch versicherungstechnische Rahmenbedingungen, wie beispielsweise Brandschäden oder Einbruch, müssen geprüft werden. Grundsätzlich sind Edelmetalle zwar in einer Haushaltsversicherung mitversichert, je nach Gesamtwert bleibt der Versicherungsschutz aber nur gewährleistet, wenn für die Aufbewahrung ein verankerter, also an Wand oder Fußboden befestigter, Tresor verwendet wird.
  • Aufbewahrung in Unternehmen: Mittlerweile gibt es eine Reihe von Unternehmen, die sich auf die Lagerung von Edelmetallen spezialisiert haben. Ob man derartigen Unternehmen eher vertraut als der heimischen Bank, ist individuell verschieden. Entscheidet man sich für einen Anbieter, sollte man aber auch hierbei vorsichtig sein. Eine regelmäßige Prüfung durch unabhängige Dritte sollte ebenso Bestandteil der Geschäftsbedingungen sein wie ein ausreichender Versicherungsschutz. Und auch hier gilt natürlich, dass Kosten anfallen.

Insgesamt kann man also keine allgemeingültige Empfehlung zur richtigen Silberbarren-Aufbewahrung geben, da die Entscheidung oft von individuellen Faktoren abhängig gemacht wird.

Pflege von Silberbarren

Die Pflege des Edelmetalls nimmt, zur Freude vieler Anleger, nicht viel Zeit in Anspruch. Erwirbt man die Barren bei einem seriösen Händler, werden sie meist eingeschweißt übergeben. Dies hat jedoch nicht, wie oftmals angenommen, den Zweck, Sauerstoff vom Silber fernzuhalten. Gold und Silber sind als Edelmetalle nämlich nicht der Gefahr des Rostes ausgesetzt. Im Laufe der Zeit entwickeln sie an der Luft jedoch eine Patina und sie laufen gelb, braun oder schwarz an.

Die Ursache hierfür liegt im Schwefelwasserstoff, der zusammen mit anderen Schwefelverbindungen das Material angreift und Silbersulfid entstehen lässt, der das Edelmetall dunkler und glanzloser erscheinen lässt. Schwefelwasserstoff ist überall in der Luft enthalten, meist hilft es bei der Lagerung von Silberbarren jedoch schon, diese in Samttücher zu wickeln. Dadurch wird der Kontakt mit der Luft maßgeblich eingeschränkt.

Ist der Silberbarren schon angelaufen, helfen einige Haushaltstricks. Die einfachste Variante ist der Einsatz von speziellen Silberputzmitteln, die im normalen Handel erhältlich sind. Diese stellen den Glanz auf sanfte Weise wieder her. Hat man kein Silberputzmittel zur Hand, kann auch ganz normale Zahnpasta aus der Drogerie verwendet werden, da sie denselben Effekt erzielt.

Empfehlenswert ist es auch, die Barren in heißem, gesalzenem Wasser zu baden, in welchem Aluminiumbällchen schwimmen. Durch den Kontakt mit dem Leichtmetall verwandelt sich das Silbersulfid wieder in glänzendes Silber. Vermeiden sollten Besitzer von Silberbarren hingegen stark scheuernde Mittel. Diese entfernen zwar die Patina, beschädigen jedoch auch das Edelmetall und sorgen so für eine deutliche Wertminderung des Barrens.

Anleger sollten sich jedoch im Klaren sein, dass diese Putzmaßnahmen für Silberbarren meist nur optischen Zwecken dienen. Am Markt wird eine Unze wie eine Unze behandelt, ob sie angelaufen ist oder nicht, ist für viele Händler uninteressant. Das ist bei besonderen Sammlermünzen aber anders, denn hier galt eine Patina bis vor ein paar Jahren als Qualitätsmerkmal und Zeichen für die Echtheit der Münze. Heute sind die Händler bei den Sammlerstücken jedoch deutlich wählerische geworden und sehen die Patina meist als Wertminderung.

Silberbarren verkaufen

Es kann viele Gründe geben, weshalb man irgendwann in die Situation kommt, Silberbarren verkaufen zu wollen. Manche Menschen erben solche Stücke, andere hatten sie als Anlage gedacht und brauchen nun das Bargeld oder wollen schlicht und einfach von einem Kursgewinn profitieren. Ein Verkauf will jedoch gut überlegt sein, da Edelmetalle als wertbeständige Anlage gelten und gerade Silber auch industriell nachgefragt wird. Somit ist mit einem stetigen Bedarf zu rechnen.

Entscheidet man sich zu einem Verkauf, so stellt sich schnell die Frage, welcher Weg einfach, sicher und gewinnbringend ist. Oft führt der erste Gang zur eigenen Hausbank oder zum nächstgelegenen Geldinstitut. Will man Silberbarren an die Bank verkaufen, muss man zunächst eine Filiale finden, die dies auch tut, denn dass Banken Silberbarren ankaufen, ist keine Selbstverständlichkeit.

Der Handel mit physischem Silber ist für viele Banken vergleichsweise uninteressant geworden, da es Zeiten gab, in denen Silber kaum nachgefragt wurde, weshalb dieses Tätigkeitsfeld oft einfach nicht fortgeführt wurde. Auch bieten sich für Banken oft andere, bessere Verdienstmöglichkeiten, z. B. im Bereich von Zertifikaten oder Fonds. Problematisch kann für Banken außerdem die Preisgestaltung sein, da sich eine Lagerung in jeder noch so kleinen Filiale nicht rechnet.

Silbernachfrage

Es gibt jedoch Alternativen zum Verkauf der Silberbarren an die Bank:

  • Online-Auktionshäuser
  • Kleiner Edelmetall-Aufkäufer
  • Angebot über Anzeigen im Internet oder Zeitungen
  • Münzhändler

Um eine Entscheidung zu fällen, ob man Silberbarren an die Bank verkaufen oder einen alternativen Käufer wählen soll, müssen einige Aspekte bedacht werden. Bei der Suche nach einem geeigneten Käufer sollte man stets Vorsicht walten lassen, da es auch hier, wie in jeder Branche, unseriöse Käufer gibt. Die Sicherheit und das Vertrauen sind hierbei zwei wesentliche Aspekte, auf welche geachtet werden muss. Bei einem einfachen Verkaufsvorgang sollte man deshalb sicherheitshalber auf die Banken setzen, da diese meist vertrauenswürdiger sind als dubiose Ankäufer aus dem Internet. Natürlich spielt bei einem Verkauf aber auch der Preis eine sehr große Rolle.

Tipp

Je weniger Zwischenstationen beim Verkauf involviert sind, desto bessere Preise lassen sich erzielen.

Es kommt also auf die persönlichen Ansprüche des Verkäufers an. Es gilt, den individuell passenden Kompromiss aus einem guten Preis auf der einen Seite und einem kompetenten und vertrauenswürdigen Käufer auf der anderen Seite zu finden.

Investition in Silberbarren

Neben der Suche nach einem vertrauensvollen Edelmetallhändler sollte man sich auch im Klaren sein, ob man Silberbarren oder Silbermünzen kaufen möchte. Für die Entscheidungsfindung kann man sich an den verschiedenen Vor- und Nachteilen der Arten orientieren.

SilbermünzenSilberbarren
Vorteile
  • Können in beliebigen Einheiten, aber auch kompletten Kisten gekauft werden.
  • Haben einheitliche Prägungen, können aus verschiedenen Ländern kommen und sind optisch sehr ansprechend.
  • Einzelne Münzen können besser transportiert werden und sind deshalb als Krisenvorsorge gut geeignet.
  • Abgesehen von dem 30 kg Barren sind die einzelnen Stücke gut transportierbar.
  • Die Barren können besonders gut gelagert werden, da sie sehr gut zu stapeln sind.
  • Die Aufbewahrung und die Pflege ist sehr einfach, da mit dem möglichen Entstehen einer Patina kein Wertverlust einhergeht.
  • Barren haben immer ein eindeutiges Gießzeichen, mit dem man den Ursprung feststellen kann. Sie werden deshalb oft von Haftpflichtversicherungen bevorzugt. Einige Haftpflichtversicherungen bevorzugen deshalb Barren.
  • Barren sind Darüber weltweit handelbar und können überall gegen Papiergeld eingetauscht werden.
Nachteile
  • Seit 2014 haben sie denselben Steuersatz wie Silberbarren.
  • Silberbarren haben ebenfalls einen sehr hohen Mehrwertsteuersatz von 19 %.
  • Bei kleinen Barren müssen oft höhere Aufschläge bezahlt werden.
  • Die Optik der Silberbarren ist eher schlicht gehalten.

Fazit: Investition in Silbermünzen oder Silberbarren?

Münzen haben in Krisenzeiten den Vorteil, dass man mit ihnen schnell Lebensmittel kaufen kann. Mit einem Kilobarren hingegen lassen sich alltägliche Gegenstände schlechter bezahlen oder tauschen. Im Notfall sind die gängigen Silbermünzen also gut als Zahlungsmittel einsetzbar, auch wenn kein Nennwert darauf steht.

In Silberbarren zu investieren macht bei größeren Mengen aber durchaus Sinn. Jedoch sollte man diese dann in der Schweiz kaufen und lagern lassen. Nur dann muss man als Deutscher nämlich keine Mehrwertsteuer bezahlen. Wenn man sie jedoch ins Inland schaffen möchte, fällt die Steuer an. Deshalb ist es wichtig, die Silberbarren auch wieder in der Schweiz zu verkaufen. Als Spekulationsobjekt sind in der Schweiz gelagerte Barren also interessant. Für die Krisenvorsorge zu Hause empfiehlt es sich hingegen, Münzen zu bevorzugen.

Ob man nun in Münzen oder Barren investiert, hängt unter anderem auch von den individuell bewerteten Vor- und Nachteilen ab. Grundsätzlich gilt aber bei Münzen wie bei Barren, je kleiner die Stückelung, desto größer der Aufschlag zum aktuellen Marktpreis.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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