Sind Leerverkäufe in Indien erlaubt?

Leerverkäufe werden – besonders seit Beginn der Finanzkrise – immer stärker kritisiert. Wie sieht die Rechtslage dazu in Indien aus?

Im März 2001 verbannte das Securities and Exchange Board of India (SEBI) Leerverkäufe vom indischen Aktienmarkt. Grund dafür war zum einen der enorme Absturz der Aktienpreise.

Andererseits keimten Behauptungen auf, dass Anand Rathi – der damalige Präsident des Bombay Stock Exchange (BSE) – vertrauliche Informationen missbraucht hatte, die durch die Überwachungsabteilung des BSE ermittelt wurden, um Gewinne zu erzielen und Preisschwankungen zu fördern.

Rathi wurde allerdings später vom SEBI freigesprochen.

Kurze Zeit später wurde es lediglich Kleinanlegern erlaubt, Leerverkäufe durchzuführen. 2005 empfahl das SEBI, auch institutionellen Investoren – wie beispielsweise Investmentfonds – diese Praktik wieder zu erlauben.

Im Juli 2007 fertigte das SEBI schließlich Leerverkaufsrichtlinien für institutionelle Investoren an, so dass seit Anfang 2008 auch diese Anleger wieder Blankoverkäufe tätigen dürfen.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.