Sinkendes Rentenniveau: Aktienanlagen helfen am besten

Das Rentenniveau ist per Definition das Verhältnis von Rente zum Lohn. Bis 2025 soll es nun auf 48 % festgeschrieben werden. (Foto: Daniela Staerk / Shutterstock.com)

Wie wichtig eine private Altersvorsorge ist, zeigen einmal mehr die jüngsten Bekundungen der Politik: Da wird es als Errungenschaft behandelt, wenn das Rentenniveau bis 2025 auf 48 % festgeschrieben werden soll. Das Rentenniveau ist der Definition zufolge das Verhältnis von Rente zum Lohn.

Definition des Rentenniveaus

Davon abgesehen, dass derartige Aussichten alles andere als berauschend sind, ist zunächst zu betrachten, was sich denn hinter der Definition von Rentenniveau verbirgt, das seit Jahren sinkt und nun wenigstens nicht weiter abrutschen soll. Alles andere wäre angesichts sprudelnder Einnahmen bei Steuern und in der Sozialversicherung auch nicht zu vermitteln.

Das aktuelle Rentenniveau ergibt sich aus der Standard-Rente. Als sich die Politiker Ende letzten Jahres darauf einigten, dienten die Daten aus dem Vorjahr als Grundlage. 2016 betrug die Standardrente laut der Deutschen Rentenversicherung 1.197 € im Monat.

Diese Standardrente ist in Bezug auf das Rentenniveau der Netto-Betrag, den Arbeitnehmer mit einem durchschnittlichen Gehalt bekommen, wenn sie 45 Jahre lang Beiträge ezahlt haben. Dieses Durchschnittsgehalt lag 2016 bei 2.501 €. Gegenüber der Standardrente von 1.197 € ergibt sich ein Verhältnis von 47,9 %.

So oder so: Die Lücke wächst

Zwar sind die Renten in ihrer absoluten Höhe fortlaufend angestiegen, das jedoch langsamer als die Gehälter. Noch zum Jahrtausendwechsel betrug das Rentenniveau vor Steuern 52,9 %. Nun sind es fünf Prozentpunkte weniger. Und bis zum Jahr 2030 wird es auf 44,3 % absinken, weil die Bevölkerung rapide altert. Damit müssen immer weniger Beitragszahler immer mehr Rentner versorgen.

Was bei der Berechnung allerdings nicht berücksichtigt wird, ist die Entwicklung bei der Lebensarbeitszeit. Die wird in den kommenden Jahren um zwei auf 67 steigen. Der Standardrentner mit seinen 45 Jahren Beitragsleistung wird also nicht mehr zur Realität passen. Bei einer Anpassung um zwei Jahre ergibt sich dann ein Rentenniveau 46,6%, wie das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln errechnet.

Satte Rentenerhöhung 2016, doch Neurentner in BedrängnisDeutsche Ruheständler können sich ab dem 1. Juli 2016 auf mehr Geld freuen. Die Bundesregierung hat nun bekannt gegeben, dass die Renten in diesem Jahr um 4,35 % beziehungsweise 5,03 % steigen werden. › mehr lesen

Dennoch, mit der Lücke im System entsteht zugleich eine Lücke bei jedem Rentenempfänger. Die lässt sich nur mit privater Altersvorsorge einigermaßen ausgleichen. Offiziellen Zahlen zufolge verfügen ca. 30 % aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über keinerlei Zusatzabsicherung. Die anderen setzen mehrheitlich nach wie vor auf sicher anmutende Zinsanlagen wie die klassische Lebensversicherung oder Riester-Renten.

Aktienanlagen bringen erheblich mehr

Aktien werden immer noch als zu riskant empfunden. Dabei sind sie auf lange Sicht für die Altersvorsorge stabiler als verbreitet gedacht. Als Beispiel: Wer etwa im Alter von 37 in eine breit gestreute Anlage 100 € investiert, kann sich nach 30 Jahren pro Monat über 294 € freuen. Wird derselbe Betrag in die klassische Rentenversicherung eingezahlt, ergibt sich eine monatliche Rente von lediglich 163 €.

Der Vorsprung von Aktienanlagen ergibt sich aus dem Langzeiteffekt mit rund 6 % Durchschnittsrenditen – inklusive Dividenden. Zwischenzeitliche Kurskorrekturen an den Börsen sind dabei eingerechnet, sie werden über die Jahre sozusagen ausgebügelt. Und Vorsorge mit Aktien gibt es schon für relativ kleines Geld. Ab 25 € oder 50 € im Monat sind zum Beispiel Sparpläne mit ETFs so ziemlich für jeden erschwinglich.

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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