Slack Aktie vor Trendwende? Börsenneuling setzt auf neue Funktionen

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Die Slack Aktie ist nach dem Börsengang unter die Räder gekommen. Ist die Aktie nun für Anleger interessant? (Foto: Piotr Swat / shutterstock.com)

Die Slack Aktie hat seit der Erstnotiz in diesem Jahr rund 50 % vom Hoch verloren. Einige Analystenhäuser wie zum Beispiel Piper Jaffray sehen nun die Zeit für einen Einstieg gekommen. Sollten Anleger diesem Rat folgen?

Im Gegensatz zu anderen Unternehmen hat Slack auf einen klassischen Börsengang verzichtet. Vielmehr wurde Ende Juni der Handel in der Slack Aktie an der New Yorker Börse via Direkt Listing aufgenommen. Das bedeutet, dem Marktführer bei Messaging-Software am Arbeitsplatz floss zunächst kein Kapital durch das Listing zu.

Slack legt erstmals Zahlen als börsennotierte Gesellschaft vor

Zunächst war die Euphorie rund um die Slack Aktie groß, denn die Erstnotiz lag mit 38,5 US-$ um 48 % über den Referenzkurs. Doch inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. Einige Investoren fürchten, dass Slack der Konkurrenz durch Microsoft nicht gewachsen ist.

Zwar konnte Slack seinen Umsatz im vergangenen Quartal um 58 % gegenüber dem Vorjahr auf 145 Mio. US-$ steigern, unter dem Strich entstand aber noch ein Nettoverlust von 55,6 Mio. US-$. Für das laufende Jahr 2019 erwartet das Management einen Jahresumsatz von 603 bis 610 Mio. US-$ sowie einen Nettoverlust von 176 bis 180 Mio. US-$.

Slack ist Microsoft auf den Fersen

Slack konnte im September zwar die Marke von 12 Mio. aktive Nutzer pro Tag überschreiten, doch Microsoft meldete für seine konkurrierende Team-Software zur Jahresmitte bereits 13 Mio. aktive Nutzer pro Tag.

Dennoch kann auch Slack auf über 600.000 Organisationen weltweit verweisen, welche die kostenlose Slack Software nutzen. Darunter befinden sich 100.000 zahlende Abonnenten, ein Zuwachs von 37 % gegenüber dem Vorjahr.

 Slack Aktie: Bringt ein neuer Service die Wende?

Um die Adoption bei Unternehmen voranzutreiben, versucht Slack die Lücke zwischen E-Mail und Instant-Messaging zu schließen. Darüber hinaus arbeitet Slack mit anderen Softwareanbietern daran, dritte Anwendungen einfacher in Slack zu integrieren. So hat Slack zum Beispiel seinen Service besser mit Microsoft Office 365 verknüpft.

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Derzeit sind rund 1.800 Apps für Slack verfügbar, doch diese sind oft nicht einfach zu finden – dies soll sich in Zukunft ändern.

Große Hoffnungen setzt Slack in eine neue Funktion namens Slack Channel. Dabei geht es darum, die Zusammenarbeit zwischen internen Mitarbeitern und externen Kooperationspartnern (Lieferanten etc.) zu verbessern. Das bedeutet, dass zum Bespiel ein Team von Firma A im gleichen Slack Kanal kommuniziert, wie der Partner in Firma B. Dadurch können neue Kooperationspartner sehr schnell aufschließen, wenn es um die Entwicklung eines neuen Projekts geht. Dies wertet die Slack Plattform weiter auf und hilft Firmen-Mitarbeiter produktiver zu arbeiten.

Fazit: Slack gibt sich innovativ, bleibt aber in der Verlustzone

Anleger, die in die Slack Aktie investieren, müssen viel Geduld mitbringen. Denn Slack wird weiter in den Ausbau und die Verbesserung seiner Plattform investieren müssen, um sich von Microsoft stärker abzugrenzen.

Slack-Chef Stewart Butterfield und sein Team gelten als Macher und Kenner der Messaging-Szene. Auch Analysten trauen Slack zu, Microsoft erfolgreich herauszufordern. Doch noch ist es nicht soweit. Um Microsoft und seine Team-Software bei den Nutzerzahlen zu überholen, wird Slack mehr bieten müssen.

Anleger sollten nicht erwarten, dass Slack vor dem Jahr 2022 die Gewinnzone erreicht. Sollte es Slack nicht schaffen, seine Führungsposition im Messaging-Markt zu behaupten, dürfte das Unternehmen aus San Francisco zu einem Übernahmekandidaten avancieren.

Unter dem Strich ist die Slack Aktie nur für spekulativ Anleger interessant, die vom boomenden Messaging-Markt profitieren wollen. Die Microsoft Aktie ist in dieser Kategorie jedoch die Aktie, mit dem geringeren Risiko für Anleger.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands