Slack Aktie: Warum Slack von der Corona-Krise profitiert

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Slack lässt Mitarbeiter effektiver zusammenarbeiten und zwar ortsunabhängig - davon profitierte zuletzt auch die Aktie. (Foto: Piotr Swat / shutterstock.com)

Im Zuge der Corona-Krise arbeiten immer mehr Menschen von Zuhause aus. Damit die verschiedenen Teams untereinander produktiv arbeiten können, bedienen sich Firmen zunehmend sogenannter Kollaborations-Software. Dabei handelt es sich um Software-Werkzeuge, welche die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen Mitarbeiter-Teams verbessern.

Durch eine gute Koordination der Aufgaben können einzelne Teams schneller zum gewünschten Ergebnis kommen. Hierfür ist es erforderlich, dass die jeweiligen Team-Mitglieder jederzeit die richtigen Informationen (Status eines Projekts) parat haben. Damit lassen sich nicht nur Arbeitsprozesse optimieren, auch wird dadurch das ortsunabhängige Arbeiten gefördert.

Slack Aktie: Das steckt hinter dem Messaging-Anbieter

Slack war ursprünglich ein kanadisches Unternehmen, das im Jahr 2009 von Stewart Butterfield gegründet wurde. Erst später hat das Unternehmen seinen Firmensitz nach San Francisco/USA verlegt, im Jahr 2019 folgte der Börsengang.

Slack bietet eine Kollaborations-Plattform an, auf der alle Nachrichten und Dateien an einem einzigen Ort zusammenlaufen. Slack will dadurch nervenaufreibende E-Mails überflüssig machen. Durch Slack soll jeder Mitarbeiter den Überblick über aktuelle Projekte behalten.

Über sogenannte Channels können interne Mitarbeiter dann auch mit externen Partnern und Kunden zusammenarbeiten, um so etwaige Probleme schneller lösen. Darüber hinaus können Anwender eine Reihe von Anwendungen (Google Drive, Dropbox etc.) mit Slack verbinden. Das App-Verzeichnis von Slack enthält mehr als 2.000 Apps, die Nutzer in Slack integrieren können.

Slack ist bei vielen Unternehmen (Airbnb, Oracle, IBM, Autodesk etc.) im Einsatz und verzeichnete in 2019 bereits 12 Mio. aktive Nutzer pro Tag.

Slack in Zahlen

Im 1. Quartal 2020 hat es Slack geschafft, weitere 9.000 neue Kunden pro Tag zu gewinnen, nach 5.000 Neukunden in den jeweiligen Vorquartalen, so Slack-Chef Stewart Butterfield.

Für das laufende Fiskaljahr 2021 erwarten Analysten bei Slack einen Umsatzsprung um 35 % auf knapp 853 Mio. US-$. Im Jahr 2022 soll sich das Umsatzwachstum dann auf 31,5 % abschwächen – Analysten kalkulieren dann erstmals mit einem Umsatzsprung auf über 1,1 Mrd. US-$.

Trotz des starken Wachstums dürfte Slack in 2021 weiter in der Verlustzone bleiben – Analysten rechnen mit einem Minus von 0,20 US-$ je Aktie. Erst im Jahr 2023 wird mit einem Sprung in die Gewinnzone (0,18 US-$ je Aktie) gerechnet.

Was ist das Besondere an Slack?

Slack arbeitet seit geraumer Zeit an der Integration von Microsoft Teams. Diese Maßnahme mag überraschen, ist Microsoft einer der Hauptkonkurrenten von Slack.

Doch langfristig könnte die Strategie von Slack aufgehen, wird die Kollaboration-Software damit attraktiver für Slack-Nutzer. Mit wenigen Klicks können Slack-Kunden dann Anrufe starten und damit einer Microsoft Teams Konferenz beitreten. Die Zoom-Integration ist bereits erfolgt, so dass Slack-Anwender auch ein Video-Meeting via Zoom starten oder beitreten können.

Ähnliche Integrationen von Slack gibt es mit verschiedenen Internet-Telefonieservices (Cisco Jabber, RingCentral und Dialpad).

Fazit: Slack ist ein Profiteur der Corona-Krise

Aktuelle Zahlen zeigen, dass das Interesse der Unternehmen an Slack im Zuge der Corona-Krise deutlich zugenommen hat. Laut Slack ist insbesondere die Zahl der Anrufe aus der Slack-App im vergangenen Monat um rund 350 % gestiegen. Zudem verzeichnete Slack im März einen neuen Nutzer-Rekord.

Allerdings sollten sich Anleger von der Euphorie durch steigende Nutzerzahlen nicht blenden lassen. Die Slack Aktie ist nicht mehr günstig und wird mit dem über 15-fachen des zu erwartenden Umsatzes für das laufende Jahr bewertet. Zudem schreibt das Unternehmen noch rote Zahlen.

Die Slack Aktie ist damit vor allem für spekulativ orientierte Anleger interessant, die auf einen schnellen Turnaround des Unternehmens hoffen. Konservative Anleger, die ebenfalls vom Boom im Kollaborations-Markt profitieren wollen, sollten sich die Microsoft Aktie genauer ansehen. Der Slack-Konkurrent Microsoft Teams hat inzwischen Slack bei den Nutzerzahlen überholt.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands