Slack plant Börsengang in 2019 – Was ist für Anleger drin?

Mit Slack soll im ersten Halbjahr 2019 ein wachstumsstarkes Unternehmen an die Börse kommen. (Foto: Piotr Swat / shutterstock.com)

E-Mail war gestern. Zukunftsforscher glauben, dass die Kommunikation in der Arbeitswelt künftig über Messenger laufen wird. Ein Trend, der bislang insbesondere einem Unternehmen besonders geholfen hat: Slack.

Erst im Jahr 2013 veröffentlicht, erfreut sich der Slack Messenger einer immer größeren Beliebtheit. Im Frühjahr 2018 überschritt Slack die Marke von 8 Mio. aktiven Nutzern, 3 Mio. Anwender nutzen die kostenpflichtigen Services von Slack.

Erst jüngst wurde bekannt: Slack strebt einen Börsengang an. Wie das Wall Street Journal berichtet, soll der Börsengang von Slack noch im ersten Halbjahr 2019 stattfinden und zwar zu einer Bewertung von rund 7 Mrd. US-$. Geht alles glatt, könnte der Gang an die Börse bereits im 1. Quartal 2019 erfolgen, heißt es.

Für Anleger stellt sich hier natürlich die Frage, ob sich das Zeichnen der Slack Aktie lohnt bzw. ob ein Einstieg unmittelbar nach dem Börsengang Sinn macht.

Slack Börsengang – das steckt hinter dem Unternehmen

Slack wurde ursprünglich bereits im Jahr 2009 von Stewart Butterfield gegründet. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in San Francisco. Doch erst vier Jahre nach der Gründung im 2013 veröffentlichte das Unternehmen seine Cloud-basierte Collaboration Plattform.

Slack steht für „Searchable Log Of All Conversation And Knowledge”. Das bedeutet: Slack sieht sich als Kommunikationsmedium für den Arbeitsplatz. Die Team-Kommunikation findet über Slack statt, so dass alle Details einer Kommunikation (Dokumente, Bilder, Videos) bezüglich eines Projekts an einem Ort abgelegt werden.

Dies hat den Vorteil, dass alle Informationen bezüglich des Arbeitsprojekts für alle Team-Mitglieder schnell und einfach zugänglich sind. Dies soll Mitarbeiter produktiver machen, da der Kommunikationsaustausch beschleunigt wird. Dadurch können Firmen, die Slack am Arbeitsplatz einsetzen, Zeit und Geld sparen.

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Die Slack Plattform ist über jedes Gerät erreichbar. Dies bedeutet, dass Team-Mitglieder auch von unterwegs aus an Projekten gemeinsam arbeiten können.

Slack in Zahlen

Seit der Gründung im Jahr 2009 hat Slack Venture-Kapital in Höhe von 1,2 Mrd. US-$ eingesammelt. In der jüngsten Finanzierungsrunde konnte Slack weitere 427 Mio. US-$ von 6 Investoren (Dragoneer Investment Group, General Atlantic etc.) einnehmen, was zu einer Bewertung von zuletzt 7 Mrd. US-$ führte.

Slack meldete im Frühjahr 2018 die Marke von 8 Mio. aktiven Nutzern pro Tag überschritten zu haben. Gleichzeitig nutzen 3 Mio. Nutzer die kostenpflichtigen Dienstleistungen des Unternehmens. Damit ist Slack die populärste Messaging-Software am Arbeitsplatz. Zuletzt erzielte Slack einen geschätzten Jahresumsatz von 200 Mio. US-$. Wie Dropbox und Spotify gilt Slack nach wie vor als unprofitabel.

Fazit: Slack ist ein aussichtsreicher Börsenkandidat mit Potenzial

Slack ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Glaubt man Silicon Valley Insidern, schreibt Slack nach wie vor rote Zahlen. Für die weitere Expansion des Geschäfts benötigt Slack aber noch mehr Geld – dies dürfte mit ein Grund sein, warum Slack im nächsten Jahr einen Börsengang plant.

Trotz des hohen Wachstums in den letzten Jahren ist ein Investment in den Slack-Börsengang nicht ganz ohne Risiko. Anleger müssen beachten, dass die Konkurrenz nicht schläft. Slack konkurriert mit anderen Messaging-Diensten wie Discord, Microsofts Team und Stride aus dem Hause Atlassian. Insbesondere unter Insidern gilt Discord als die kostengünstigere Alternative zu Slack.

Der Weg in die Gewinnzone dürfte daher für Slack kein einfacher Gang werden. Zwar könnten für Anleger und Erstzeichner kurzfristige Gewinne beim Slack-Börsengang winken, langfristig wird sich auch Slack dem Wettbewerb stellen müssen.

An dieser Stelle ist die Innovationsfähigkeit des Unternehmens gefragt. Mit dem Hinzufügen von Apps (Slack App Directory) hat Slack bereits einen richtigen Schritt in die richtige Richtung getan, dem weitere folgen müssen, will sich das Start-up dauerhaft gegenüber Microsoft & Co behaupten.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands