Smart Shoes – Wie Nike Adidas den Rang ablaufen will

Hightech-Schuhe sind längst keine Science-Fiction mehr. Nike zeigt, wie Sportschuhe in der Zukunft aussehen können. (Foto: pio3 / Shutterstock.com)

Nutzer werden künftig nicht nur Smartphones, Tablets oder Uhren aufladen, sondern möglicherweise auch bald Schuhe. Darauf deuten zumindest die neuesten Angebote von Nike & Co hin.

Im Vorjahr hatte Nike seinen neuesten Hightech-Schuh, den Nike Hyper Adapt 1.0 auf den Markt gebracht. Das Besondere: Beim Nike Hyper Adapt 1.0 handelt es sich um einen selbstschnürenden Hightech-Schuh (Smart Shoe), der stolze 720 US-$ kostet.

Steigt man in den Smart Shoe, erkennt ein Sensor in der Ferse automatisch den Druckpunkt und löst einen Mechanismus (Spulen) aus, der den Schuh automatisch zubindet. Mithilfe von zwei seitlichen Tasten lässt sich die Zugstärke individuell nachregulieren. Die Energie für den Schnürmechanismus kommt aus dem Akku, der etwa alle 2 Wochen aufgeladen muss (das Laden soll 3 Stunden dauern).

Nike Hyper Adapt 1 grau

Nike Hyper Adapt 1.0, Quelle: Nike

Bei Nike stellt man klar, dass das Konzept hinter dem Nike Hyper Adapt 1.0 keine sinnfreie Spielerei ist. Vielmehr soll die Technik eine Plattform darstellen, die in Zukunft auch in weiteren Modellen zum Einsatz kommen soll. Nike-Fans und Anleger können also in Zukunft mit weiteren, selbstbindenden Schuhen aus dem Hause Nike rechnen.

Smart Shoes von Nike – mehr als nur eine Spielerei?

Die Idee dahinter: Smart Shoes sollen künftig automatisch erkennen können, ob der getragene Sportschuh zu locker oder zu fest sitzt.

Beim Blick in das Innere des Hyper Adapt 1.0 hat die Engineering-Firma Mindtribe entdeckt, dass die Technik im Hightech-Schuh so verändert werden kann, dass später eine Kommunikation zwischen Schuh und mobilen Endgerät (Smartphone, Smartwatch) via Bluetooth möglich ist.

Nicht ohne Grund, denn damit lassen sich wertvolle Daten gewinnen. Dabei geht es aber nicht nur darum, wie weit oder wie lange der Besitzer des Schuhs gelaufen ist, sondern insbesondere auch darum, wie der Sportler seine Runden dreht.

Hightech-Schuhe sollen Verletzungsrisiko senken

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Allein in den USA gibt es 36 Millionen aktive Läufer, über 60 % dieser Sportler verletzen sich einmal im Jahr.

Mithilfe von Smart Shoes und entsprechender Sensoren lässt sich möglicherweise die Verletzungsrate deutlich senken, denn der Schuh kann aufgrund verschiedener Sensoren und Parameter (Auftritt auf den Boden, Rhythmus etc.) eine Rückmeldung geben und vor Fehlstellungen warnen – ein Vorteil gegenüber klassischen Fitness-Trackern.

Smart Shoes – ein künftiger Milliardenmarkt?

Der Vorstoß von Nike kommt nicht von ungefähr, denn der globale Markt für haptische Techniken, die dem Träger Rückmeldungen geben, soll im Jahr 2022 ein Volumen von rund 20 Mrd. US-$ erreichen (Quelle: Research and Markets).

Nike will mit seinem Vorstoß ein erstes Zeichen setzen und von diesem potenziellen Milliardenmarkt profitieren.

Fazit: Markt für Smart Shoes steckt noch in den Kinderschuhen

Mit dem Hyper Adapt 1.0 wird Nike zwar voraussichtlich kein Millionenpublikum erobern, allerdings steckt der Markt für Smart Shoes und Zubehör auch noch in den Kinderschuhen.

Erste Anwendungsbereiche für haptische Sensoren machen aber Lust auf mehr. So lassen sich zum Beispiel heute schon mithilfe digitaler Sohlen kalte Füße verhindern.

Bei der neuen Generation von Produkten geht es also nicht nur darum, Daten zu sammeln, sondern auch Eigenschaften so zu verändern, dass ein echter Mehrwert (geringeres Verletzungsrisiko, mehr Wohlbefinden etc.) für die Besitzer entsteht.

Kurzum: Anleger können damit rechnen, dass in den nächsten Jahren noch mehr Hightech in Sportartikel-Produkten (zum Beispiel Smart Shoes) Einzug halten wird.

Grundsätzlich können sich Firmen wie Nike und Adidas hierdurch von der Konkurrenz weiter differenzieren und so neue Marktbereiche erschließen und damit letztendlich ihr Wachstum in der Zukunft sichern. Dies dürfte sich auch für langfristig orientierte Anleger auszahlen.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands