Snap Aktie feiert Comeback: Ist noch mehr für Anleger drin?

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Steht die Snap Aktie vor einem nachhaltigen Comeback? Alte Stärken und ein Strategiewechsel sollen helfen. (Foto: dennizn / Shutterstock.com)

Die Snap Aktie feiert in 2019 ein großes Comeback. Nachdem die Papiere des Social Media Spezialisten im Dezember 2018 noch für 5 US-$ zu haben waren, hat sich die Snap Aktie seit Jahresbeginn nahezu verdoppelt.

Der Grund: Erstmals seit Anfang 2018 konnte Snap wieder steigende aktive Nutzerzahlen für seine Chat-Anwendung Snapchat melden. Im jüngsten Quartal nutzten im Schnitt 190 Mio. Menschen die mobile Anwendung (Mobile App) pro Tag, ein Zuwachs von 5 Mio. Nutzern gegenüber dem Schlussquartal 2018.

Daneben kletterte auch der Umsatz im 1. Quartal 2019 um 39 % auf 320 Mio. US-$, wobei sich der Verlust auf ca. 310 Mio. US-$ reduzierte. Dies ist zwar noch kein Grund zur Euphorie, doch zumindest sollen die Umsätze im laufenden Quartal (335 bis 360 Mio. US-$) weiter steigen.

Snap Aktie vor großem Comeback?

Viele Analysten und auch Investment-Profis hatten Snap im Vorjahr bereits abgeschrieben. Zu stark sei die Konkurrenz durch Facebook, Instagram und anderen Social Media Apps, so der allgemeine Tenor.

Daneben hatte Snap auch von Seiten der Nutzer Kritik einstecken müssen, nachdem Snapchat neugestaltet wurde. Doch inzwischen wurden wieder einige Änderungen vorgenommen, die sich offenbar bezahlt gemacht haben – die Nutzerzahlen steigen wieder.

Um das Nutzerinteresse weiter zu erhöhen, hat Snapchat einige neue Produkte eingeführt. Dazu gehört zum Beispiel Snap Games, eine Rubrik, in der Spiele von Original- und Drittanbietern wie Zynga, PikPok usw. zu finden sind.

Snapchat stellt Kamera wieder stärker in den Vordergrund

Ebenfalls sehr wichtig für Snap ist die Kamera-Funktion in Snapchat. Snap sieht sich selbst als „Camera First Unternehmen“ und will sich dadurch von anderen Social Media Apps stärker abgrenzen.

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Konkret geht es um eine neue Kamera-Funktion, welche die erweiterte Realität besser ins Spiel bringt. Über eine neue Funktion namens Landmarkers können Nutzer zum Bespiel beliebte Sehenswürdigkeiten (Eifelturm, Buckingham Palace in London etc.) animieren und manipulieren, wodurch sich besondere Effekte ergeben.

Strategiewechsel: Snap will Werbung in anderen Apps verkaufen

Daneben will Snap auch anderweitig wachsen. Möglich wird dies, indem das Unternehmen sein eigenes Werbenetzwerk (Snap Audience Network) aufbaut. Damit kann Snap Werbeanzeigen in anderen Apps (z.B. Bitmoji) schalten, die zum Unternehmensverbund gehören.

Die Idee: Werbepartner sollen über das neue Werbenetz eine größere Zielgruppe erreichen können, als wenn die Werbeanzeigen nur auf Snapchat geschaltet werden.

Fazit: Snap erzielt Fortschritte, doch der Weg in die Gewinnzone ist noch weit

Die Situation bei Snap hat sich zuletzt verbessert. Laut Snap-Chef Evan Spiegel nutzen vor allem jüngere Menschen (13- bis 34-jährige) Snapchat in den USA häufiger als zum Beispiel Instagram. Unter dem Strich kann Snapchat 90 % der 13- bis 24-jährigen Jugendlichen erreichen, heißt es aus dem Unternehmen.

Über den Berg ist das Social Media Unternehmen damit aber noch nicht. Snap muss noch beweisen, wie man mit Snapchat langfristig Gewinne und einen positiven Cashflow erwirtschaften kann. Snapchat benötigt ein Alleinstellungsmerkmal, um sich von der Konkurrenz besser abzugrenzen. Die Konzentration auf Kamera-Funktionen könnte hier helfen.

Trotz der Comeback Story bleibt die Snap-Aktie nur für spekulativ orientierte Anleger interessant, die darauf wetten, dass das Umsatzwachstum (ca. 30 % pro Jahr) das Unternehmen eines Tages in die Gewinnzone führt.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands