Snowflake Börsengang: Ein weiterer Cloud-Star geht an die Börse

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Snowflake-Chef deutet einen Börsengang noch in 2020 an. Was können Anleger vom neuen Cloud-Star Snowflake erwarten? (Foto: ESB Professional / shutterstock.com)

Immer mehr Firmen verlagern ihre Geschäftsprozesse in die Datenwolke. Das Geschäft mit Cloud Computing boomt seit Jahren. Große Konzerne wie die deutsche SAP, aber auch Microsoft und die Amazon-Tochter AWS haben diesen Boom in den letzten Jahren für sich nutzen können.

Daneben hat der Cloud-Boom viele kleinere Spezial-Anbieter wie Workday und Twilio hervorgebracht, die ihrerseits vom Cloud-Boom profitieren und Anlegern nebenbei eine herausragende Rendite beschert haben.

Als der kommende Cloud-Star wird derzeit an der Wall Street das Unternehmen Snowflake gehandelt. Snowflake bereitet sich nach Angaben seines Firmenchefs Frank Slootman bereits auf einen Börsengang vor. Das IPO soll voraussichtlich aber erst nach den US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 stattfinden.

Snowflake Börsengang – Was steckt hinter dem Unternehmen?

Snowflake wurde ursprünglich im Jahr 2012 gegründet. Das Unternehmen mit Hauptsitz in San Mateo/Kalifornien bietet eine sog. Cloud-basierte Datensammelstelle (Data-Warehousing) an.

Konkret bietet Snowflake eine einheitliche Plattform an, auf der Firmen ihre Daten nicht nur speichern, sondern auch analysieren können. Aber Snowflake bietet nicht nur das Analysieren großer Datenmengen (Big Data) an, sondern Firmen können diese Daten auch sicher im Unternehmen und mit Partnern über die Snowflake Data Exchange teilen.

Snowflake setzt dabei eine Architektur ein, die speziell für die Cloud zugeschnitten ist und aus 3 Ebenen besteht: Datenbankspeicher, Datenverarbeitung und Cloud Services. Die verschiedenen Ebenen sind unabhängig voneinander nach Belieben skalierbar.

Das bedeutet: Auf der Firmenseite sind keine hohen Investitionen in die IT-Infrastruktur notwendig und Unternehmen können ihre eigene zentrale Datensammelstelle (Data-Warehouse) binnen Minuten aufsetzen.

Snowflake in Zahlen

Aktuell beschäftigt Snowflake mehr als 1.400 Mitarbeiter und betreut mit seiner Software mehr als 2.000 Firmenkunden (Adobe, Netflix, Slack etc). Snowflake konnte seinen Umsatz in 2018 um 257 % steigern, nachdem sich auch die Kundenzahlen verdreifacht haben. Genaue Umsatzzahlen wollte das Unternehmen bislang nicht veröffentlichen.

Analysten glauben jedoch, dass Snowflake inzwischen dreistellige Millionenbeträge pro Jahr umsetzt. Der Umsatz könnte in den nächsten Jahren weiter stark wachsen, denn der weltweite Data Warehouse-Markt wuchs zuletzt mit über 8 % pro Jahr. Im Jahr 2023 soll dieser Markt nach Angaben von Allied Market Research ein Volumen von 35 Mrd. US-$ erreichen.

Bis dato konnte Snowflake Venture-Kapital in Höhe von mehr als 920 Mio. US-$ einsammeln, zuletzt wurde der Cloud-Spezialist mit etwa 4 Mrd. US-$ bewertet.

Was ist das Besondere an Snowflake?

Snowflake ist mit einem Produkt am Start, das über sämtliche Cloud-Plattformen (Amazon Web Service, Google Cloud, Microsoft Azure etc.) funktioniert. Das bedeutet, Firmen sind nicht an einen einzigen Cloud-Anbieter gebunden, sondern haben mehr Flexibilität bei der Auswahl des Dienstleisters.

Dadurch haben Firmen mehr Preismacht bei Verhandlungen mit Cloud-Anbietern, denn Konzerne können relativ einfach zu einem anderen Anbieter wechseln. Durch den Einsatz von Snowflake können Firmen ihre Daten von einem Einsatzort verwalten, es sind keine hohen Investitionen in IT-Infrastruktur notwendig.

Fazit: Mit Snowflake kommt ein spannender Cloud-Spezialist an die Börse

Snowflake ist in den letzten Jahren massiv gewachsen. Die Umsätze und Kundenzahlen haben sich mehr als verdreifacht. Kein Wunder, bietet Snowflake Firmen eine einfache Plattform, um Daten kostengünstig, sicher und besonders schnell (Automatic Clustering, Materialized Views) zu analysieren.

Snowflake verfolgt dabei einen einzigartigen Ansatz, der auf 3 Innovationen basiert: Durch eine besondere Architektur wird eine vollständige Elastizität zur Verfügung gestellt. Firmen können dadurch sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Daten einfach analysieren. Darüber hinaus entfällt durch den Einsatz moderner Technologien das manuelle Daten-Management.

Kurzum: Snowflake revolutioniert den Markt für zentrale Datensammelstellen (Data Warehousing). Daher sollten Anleger den Snowflake-Börsengang im Auge behalten und zwar unabhängig davon, ob der Cloud-Spezialist noch in 2020 oder erst in 2021 an die Börse geht.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands