So geht Baufinanzierung heute

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Viele Kunden, die eine neue Immobilie kaufen sind unsicher, wie sie ihre Baufinanzierung gestalten sollen. Auch für Immobilienmakler ist es […] (Foto: Alexander Raths / Shutterstock.com)

Viele Kunden, die eine neue Immobilie kaufen sind unsicher, wie sie ihre Baufinanzierung gestalten sollen.

Auch für Immobilienmakler ist es nicht leicht, in der täglichen Beratung die Übersicht zu behalten. Deshalb bietet der Trendindikator Baufinanzierung wertvolle Anhaltspunkte.

Mehr tilgen?

Die erste Frage, die sich viele Finanzierungskunden stellen, ist, ob sie die Standard-Tilgung von 1% oder eine höhere Tilgung wählen sollen. Klare Empfehlung: Höher tilgen.

Nutzen Sie die niedrigen Zinsen, die es nach wie vor am Markt gibt und vereinbaren dafür eine höhere Tilgung. Damit werden die Kosten der Baufinanzierung insgesamt gesenkt. Finanzierungskunden haben den Kredit schneller zurückgeführt.

Und ganz wichtig: Die Restsumme der Finanzierung ist beim Auslaufen der ersten Zinsbindung niedriger. Auch das bringt einen Vorteil bei einem erneuten Abschluss der Finanzierung n ach 10 oder 15 Jahren.

Aktuell: 2,36% Tilgung

Der Trendindikator Baufinanzierung von Dr. Klein, einem großen Finanzierungsvermittler in Deutschland, sagt für den Mai 2013 aus, dass aktuell im Schnitt 2,36% Tilgungssatz vereinbart wird.

Vor einem Jahr lag die durchschnittliche Tilgung noch bei 2,11%. Viele Baufinanzierungskunden folgen demnach dem Trend, weiterhin eine höhere Finanzierung zu vereinbaren.

Eigenkapital

Auch das ist so eine Frage. 20%, 30% oder mehr Eigenkapital? In den meisten Ratgebern wird dazu geraten, 30% Eigenkapital bei einer Baufinanzierung mitzubringen.

Meine Meinung: es gibt gute Gründe dafür, eine Baufinanzierung auch mit weniger Eigenkapital zu starten. Aber: Die Banken müssen mitspielen.

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Der Trendindikator Baufinanzierung sagt: 78,57% Beleihungsauslauf werden aktuell im Schnitt gewählt. Das ist etwas mehr als im Vormonat, wo noch 77,61% Beleihungsauslauf der Durchschnitt war. Im Mittel aller Baufinanzierungen werden also aktuell etwas weniger als 30% Eigenkapital vereinbart.

Und die monatliche Belastung?

Im Mai 2013 geht die durchschnittliche Standardrate für ein Darlehen von 150.000 Euro mit zehnjähriger Sollzinsbindung, zweiprozentiger Tilgung und einem Beleihungsauslauf von 80 Prozent noch weiter zurück und unterbietet den Tiefststand des Vormonats.

Die durchschnittliche Standardrate sinkt von 566 Euro pro Monat auf 555 Euro pro Monat – die niedrigste Standardrate seit Aufzeichnungsbeginn des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung. Im Vorjahresmonat lag die Standardrate noch bei 633 Euro pro Monat.

Immobilienfinanzierungen sind gegenwärtig so günstig wie schon lange nicht mehr. Das vorteilhafte Finanzierungsumfeld nutzen auch Kunden mit schwächerer Bonität. Im nächsten Monat erwarten wir eine höhere Standardrate, da die Baufinanzierungszinsen seit Mitte Mai angestiegen sind.

Die durchschnittliche Darlehenshöhe geht im Mai leicht von 168.000 Euro auf 166.000 Euro zurück. Laut Europace Hauspreis-Index EPX verteuern sich die Wohnungs- und Hauspreise in diesem Zeitraum jedoch weiter.

Dass trotz steigender Kaufpreise die Darlehenshöhe bei sinkendem Eigenkapitalanteil zurückgeht, weist darauf hin, dass oftmals günstigere Bestandsimmobilien oder kleinere Wohnungen erworben werden.

Der Anteil von Annuitätendarlehen mit einem festen Zinssatz nimmt im Mai kräftig zu und steigt von 68,15 Prozent auf 71,46 Prozent.

Darlehensnehmer sind sich bewusst, dass sich das Zeitfenster der günstigen Finanzierungsbedingungen schließen wird und sichern sich daher lieber einen festen Zinssatz.

Diese Ergebnisse können Sie in der Beratung Ihrer Kunden ausgezeichnet nutzen und ihnen diese Ergebnisse präsentieren. Sie bieten einen wertvollen Anhaltspunkt für jeden Kunden.


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Von: Sven Johns. Über den Autor

Sven R. Johns ist Rechtsanwalt und war 15 Jahre Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband IVD (bis Mitte 2012). Seit fast 20 Jahren ist er zunächst als Rechtsanwalt und dann als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft vertraut.