So gelingt das Trading mit ETFs

Trading mit ETFs ist nicht nur möglich, es ist auch billiger als der aktive Handel mit Einzelaktien. Kurzfristige Taktung aber hat Grenzen. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Mit extrem geringen Kosten und breit gestreut einfach der Wertentwicklung bestimmter Indizes folgen – der Grundgedanke passiver Indexfonds ist zwar unverändert gültig, doch es geht auch mehr. Wer Lust hat, kann ihre Vorzüge mit dem verbinden, was eher für Einzelaktien typisch ist: aktives Trading.

Trading mit ETFs ist ebenso möglich, allerdings muss man hier ständig am Ball bleiben. Und man begibt sich auf eine Ebene, die dem ursprünglichen Sinn von ETFs nicht wirklich entspricht: Beim Trading mit ETFs versucht man die Performance der Märkte zu übertreffen.

Trading mit ETFs billiger als bei Einzelaktien

Was das Vorgehen vereinfacht, sind die niedrigen Gebühren und die hohe Liquidität von ETFs. Gleichzeitig lassen sie sich so einfach handeln wie Aktien. Nur decken sie eben einen ganzen Markt ab, sodass man auf dessen Bewegungen reagiert anstatt auf die einzelner Titel. Entsprechend billiger ist der Spaß beim Trading. Denn ETFs verursachen Transaktionskosten, die sich nur aufs einzelne Produkt und somit auf einen kompletten Index beziehen – alle Aktien inklusive.

Auch ein untertägiger Handel ist kein Problem. Die Preise von ETFs werden fortlaufend berechnet. Realtime-Kurse lassen sich nach Eingabe der Wertpapier-Kennnummer (WKN) etwa auf der Seite der Börse Stuttgart jederzeit einsehen. Kauf und Verkauf sind wegen der Liquidität kein Problem. Wenn man als Anleger beispielsweise sicher ist, dass der Dax an einem Tag kräftig zulegt, kauft man einen Dax-ETF und verkauft ihn zum besten Zeitpunkt mit Gewinn.

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Vorwiegend Trendfolgestrategien

Allerdings muss man an der Stelle etwas einschränken. Auf Tage bezogen mag das beim Dax noch sinnvoll sein. Auf kürzere Zeitfenster aber sind solche marktbreiten großen Indizes weniger geeignet. Ganz einfach, weil sie gerinigere Schwankungen aufweisen als andere Segmente. Der Mdax beispielsweise ist mit seinen Potenzialen bereits etwas volatiler, noch mehr der Sdax. Je spezieller ein Index ausgelegt ist, desto besser.

Aber auch beim Intraday-Handel gibt es Grenzen: Aufgrund ihrer Konstruktion eignen sich ETFs vor allem für Trendfolgestrategien. Noch kürzere Taktungen indes lassen sich besser mit Differenzkontrakten bzw. Futures umsetzen. Wer sich auf dem Feld nicht sicher fühlt, sollte bei der Trendfolge bleiben.

Auch Short und Hebel im Programm

Trading mit ETFs geht auch bei fallenden Märkten. Short-ETFs hat fast jeder Anbieter auf Lager, mit denen man auf fallende Kurse eines Referenzindex setzt und bei steigenden Kursen natürlich verliert. Allerdings sollte man die Eigenheiten von Short-Produkten kennen. Der Leerverkauf birgt spezifische Risiken. Und sie sind nur kurzfristig einsetzbar.

Übrigens: Egal ob man auf steigende oder fallende Kurse setzt, für beide Richtungen werden sogar gehebelte ETFs angeboten – mit entsprechend höherem Risiko. Wie bei jedem aktiven Trading gilt auch für ETFs: Anfangs am besten mit einem Demokonto üben. Und die Einsätze klein halten. Erfahrung lässt sich nur mit Fehlern sammeln, was Disziplin und ein Mindestmaß an Zeitaufwand erfordert.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.