So groß ist Angela Merkels Einfluss auf die deutsche Wirtschaft

Als Angela Merkel im Jahr 2005 zur ersten deutschen Kanzlerin gewählt wurde, zählte die heimische Wirtschaft nicht mehr zu den erfolgreichsten der Erde. Das Erbe der vorherigen Rot-Grünen Amtszeit war eine enorme Belastung. Der Reformdruck war hoch, Merkels Start entsprechend schwungvoll. So kamen die Rente mit 67, die Schuldenbremse und die Unternehmenssteuerreform auf den Weg.

Aber Angela Merkel profitierte auch von den Agenda-2010-Plänen ihres Vorgängers Gerhard Schröder. Heutzutage gilt die deutsche Wirtschaft quasi als Vorzeige-Ökonomie. Der Haushalt ist ausgeglichen, die Arbeitslosigkeit befindet sich auf dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 1991, die Beschäftigung hat neue Rekordstände erreicht. Schaut man sich ausschließlich diese Zahlen an, wäre Angela Merkel ein wirtschaftspolitisches Wunderkind.

Das sind die wichtigsten wirtschaftspolitischen Themen der Regierung Merkel:

  • Konsolidierung des Staatshaushalts
  • Energiewende
  • Bewältigung der Probleme des demografischen Wandels

Wie entwickelte sich die deutsche Wirtschaft in der Ära Merkel?

Nach einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) ist die deutsche Wirtschaft unter Merkels Kanzlerschaft nur durchschnittlich gewachsen. Beim Blick über den nationalen Tellerrand relativiert sich selbst das Wunder auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Immerhin sank die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt von 2005 mit 4,86 Mio. Menschen auf rund 2,7 Mio. im Jahr 2016. Es ist festzuhalten, dass Deutschland dank der zunehmenden internationalen Ausrichtung der Unternehmen und der Zurückhaltung der Arbeitnehmer und Gewerkschaften gegenüber den Wettbewerbern auf der Erde Boden gut gemacht. Deutschland konnte sich unter den Industrienationen von Platz 14 bis auf Rang 7 nach vorne schieben.

Noch immer ist der Standort Deutschland allerdings relativ teuer. Dennoch punktet die Bundesrepublik mit ihren guten Arbeitsbeziehungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften. Zudem bildet die Infrastruktur einen weiterer Standortvorteil, denn die Qualität der Logistikleistungen wie beispielsweise bei der Pünktlichkeit ist unter diesen Aspekten von großer Bedeutung.

Auch umstrittene Politik-Felder Merkels helfen der deutschen Wirtschaft

Zwar ist die Weltkonjunktur derzeit nicht in bester Verfassung. China und weitere Schwellenländer haben schon bessere Zeiten gesehen. Und das hat Auswirkungen auf die exportorientierte deutsche Ökonomie. Dennoch verbesserte sich die deutsche Konjunktur im 1. Quartal im Vergleich zu den 3 Monaten davor um 0,7%. Damit ist das Plus höher ausgefallen als es die meisten Volkswirtschaftler erwartet hatten.

Die heimische Wirtschaft profitiert in erster Linie von der starken Inlands-Nachfrage. Diese wird  zum einen von den zahlreichen Flüchtlingen und zum anderen von den niedrigen Zinsen angeschoben. Die deutschen Bürger geben ihr Geld lieber aus, anstatt es zu sparen. Bemerkenswert dabei ist, dass gerade diese beiden Punkte der Merkelschen Politik (Haltung in der Flüchtlingsfrage und die Niedrigzins-Phase) in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit eher kritisch betrachtet werden.

Der Einfluss der Politik der Kanzlerin Angela Merkel auf die deutsche Wirtschaft hat in der Vergangenheit einiges bewirkt und Deutschland im Konzert der wichtigsten Industrienationen vorangebracht. Das Wachstum wird auch durch ihre in Teilen der Bevölkerung stark umstrittenen Politik beschleunigt.

5. Januar 2017

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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