Immobilien: So kann der Staat auch Ihr Eigentum belasten

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Sie denken vielleicht, dass Sie hier in Deutschland in puncto Eigentum in sicheren Gewässern schwimmen – doch dies ist ein […] (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Sie denken vielleicht, dass Sie hier in Deutschland in puncto Eigentum in sicheren Gewässern schwimmen – doch dies ist ein fataler Irrtum!

Denn der Staat kann sich – ohne großes Aufhebens – an Ihren Immobilien vergreifen; mit Steuern und/oder anderen Abgaben belasten oder gar enteignen.

Wie der Staat das macht, das zeigen wir Ihnen in dieser neuen Beitrags-Reihe, die Ihnen den Schweiß aus den Poren treiben wird:

Immobilien-Eigentümer sind gläsern

Hätten Sie es gewusst? Rund 50% des Vermögens der Deutschen steckt in Immobilien. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten, v. a. beim Staat.

Immobilien sind unbewegliche Güter, mit denen Sie nicht einmal kurz abhauen können. Schon das Wort „immobil“ heißt ja „nicht beweglich“.

Sie als Eigentümer sind über die Grundbuch-Einträge nicht nur erfasst und zuordbar, sondern auch belastbar.

Und noch etwas: Wahrscheinlich sagt Ihnen EUAHiG genauso wenig wie den Meisten, bevor sie mit einer Recherche dazu beginnen.

Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein in Deutschland weitgehend unbekanntes EU-Gesetz, das bereits am 1. Januar 2015 in Kraft getreten ist.

Dieses verpflichtet alle EU-Mitgliedstaaten dazu, Daten von Immobilien samt ihren Eigentümern untereinander auszutauschen.

Davon betroffen sind juristische und natürliche Personen.

Überraschung: Die Schweiz hat eine sehr niedrige Eigentums-Quote

Übrigens: Durchschnittlich liegt der Anteil der Immobilien-Eigentümer in der EU bei über 70%, hierzulande sind es dagegen lediglich 53%.

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Und im europäischen Armenhaus Rumänien – halten Sie sich fest! – liegt die Quote bei unglaublichen 97%!

In der Schweiz hingegen besitzen nur rund 44% der Bürger ein eigenes Immobilien-Vermögen.

Wenn aber eines der reichsten Länder Europas (die Schweiz gehört nicht zur EU), eine der niedrigsten Eigentums-Quoten hat, dann sollten Sie sich einmal fragen, warum das so ist.

Staatliche Zwangs-Hypotheken

Die Älteren unter ihnen werden sich noch an 1948 erinnern.

Denn damals – genauso wie 1923 – kam es nach einer Währungs-Reform zu staatlichen Zwangs-Hypotheken.

Das war nichts anderes als eine staatliche Geldbeschaffungs-Maßnahme, und die funktionierte so: Eigentümern wurden Zwangs-Hypotheken eingetragen:

50% des ermittelten Immobilienwerts mussten 30 Jahre lang in 120 1/4-jährliche Raten in einen Lastenausgleichs-Fonds einbezahlt werden.

War Ihre Immobilie z. B. 150.000 D-Mark wert, dann mussten Sie monatlich 625 Mark auf ein ursprünglich lastenfreies Vermögen zurückbezahlen – und das 30 Jahre lang.

Als Eigentümer verlieren Sie immer mehr

Hinzu kommt, dass der Staat, in dem Ihre Immobilie liegt, im Gegensatz zu anderen (mobilen) Sachwerten das Besteuerungsrecht hat.

Aus diesem Grund wird Ihnen höchstwahrscheinlich keine neue Zwangs-Hypothek aufgebrummt, sondern Sie werden auf eine andere Art und Weise geschröpft: mit Steuer-Erhöhungen.

Die Entwicklung dazu ist in vollem Gange…


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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.