So können Sie Kreditgebühren zurückfordern

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Wer im Jahr 2013 einen Kreditvertrag abgeschlossen hat, kann bis Ende 2016 unnötig bezahlte Kreditgebühren zurückfordern. (Foto: Watchara Ritjan / Shutterstock.com)

Nachdem am 12. Mai 2014 durch den Bundesgerichtshof (BHG) entschieden wurde, dass durch Banken erhobene Kreditbearbeitungsgebühren unzulässig sind, begannen viele Kreditnehmer ihre zu viel bezahlte Gebühren zurückzufordern. Bis Ende 2014 konnten alle Kreditbearbeitungsgebühren seit Oktober 2004 rückwirkend eingeklagt werden.

Normalerweise gelten als Frist nur drei Jahre, aufgrund der komplizierten Lage in den letzten Jahren ließ der BGH aber eine Ausnahmefrist von zehn Jahren gelten. Wer bis zum 31. Dezember 2014 seine Kreditgebühren nicht zurückgefordert hatte, der hatte Pech, beziehungsweise bei vorher geschlossenen Verträgen galt eine taggenaue Abrechnung.

Was gilt für Kunden, die ihre Kreditgebühren nach 2014 zurückfordern wollen?

Auch im Jahr 2016 können wieder Kreditgebühren zurückgefordert werden, allerdings nur für Verträge, die drei Jahre zuvor (also 2013) abgeschlossen wurden. Kunden müssen dafür ihrer Bank ein Schreiben zukommen lassen, in dem der Sachverhalt erläutert wird.

Das Datum des Kreditabschlusses, die Höhe der Darlehenssumme und der Hinweis auf bezahlte Kreditgebühren, für die die rechtliche Grundlage fehlt, gehören in dieses Schreiben hinein. Unter Berufung auf das Urteil des BGHs können dann unrechtmäßig gezahlte Gebühren zurückgefordert werden, mit der Bitte, sie direkt auf die angegebene Kontoverbindung zu überweisen.

Für Kunden mit älteren Verträgen als von 2013 gibt es keine Möglichkeit mehr, die Kreditgebühren zurückzufordern.

Kreditgebühr zur Not mit Anwalt einfordern

Wenn die Bank die Rückzahlung auf den Brief hin verweigert, kann mithilfe eines Ombudsmanns der Banken, Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken, also einer unparteiischen Schiedsperson eines Bankenverbands, ein Schlichtungsverfahren eingeleitet werden.

Reagiert das Kreditinstitut darauf immer noch nicht, kann ein Anwalt eingeschaltet werden, der erneut die Rückzahlung per Brief verlangt. Die Androhung einer Klage sollte allerdings weitestgehend vermieden werden, um das Verhältnis zwischen Bank und Kunde nicht zu belasten. Bei einer Aufforderung durch einen Anwalt reagieren die meisten Kreditinstitute aber und kommen der Forderung des Kunden nach, um größeren Ärger zu vermeiden.

Den Anspruch auf Zinsen nicht vergessen!

Eine Besonderheit, die Kunden bei der Rückforderung der Kreditgebühren berücksichtigen können, ist der Anspruch auf Zinsen. Dieser sogenannte Nutzungsersatz kann von den Banken eingefordert werden und sogar fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz seit der Bezahlung der Kreditgebühren liegen.

Die Gründe für die erlaubte Rückforderung der Bearbeitungsgebühren sind, dass die Bank ausschließlich die Gebühr verlangen darf, die zur Deckung der entstandenen Kosten nötig ist. Eine im Bankinteresse durchgeführte Bonitätsprüfung zum Beispiel darf daher nicht dem Kunden zur Last gelegt werden.

Kreditverträge vor Abschluss prüfen, um nachträglichen Ärger zu vermeiden

Für Kunden, die in der Zukunft einen Kredit abschließen gilt: Der Kreditvertrag sollte schon im Vorfeld auf unzuverlässige Gebühren hin überprüft werden. Falls im Preisverzeichnis eine Bearbeitungsgebühr aufgeführt ist, kann der Kunde die Bank auf die Rechtsprechung des BGH hinweisen, um Ärger im Nachhinein zu vermeiden.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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