So laufen Übernahmen an der Börse ab

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Der deutsche Gesetzgeber hat klare Grenzen gezogen, damit die Aktionäre im Rahmen einer Übernahme nicht benachteiligt werden. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Der deutsche Gesetzgeber hat klare Grenzen gezogen, damit die Aktionäre im Rahmen einer Übernahme nicht benachteiligt werden.

Wenn Sie auf Übernahme-Kandidaten setzen wollen, sind für Sie die folgenden drei Beteiligungs-Schwellen wichtig:

1. Ab 30% muss ein Pflichtangebot erfolgen

Wenn ein Großaktionär bei einem Unternehmen auf mindestens 30% aufstockt, muss dieser Investor zwingend ein Übernahme-Angebot veröffentlichen.

Die restlichen Aktionäre können entscheiden, ob sie dieses Angebot annehmen und einen Barausgleich erhalten, oder ob sie Anteilseigner (Aktionär) des Unternehmens bleiben wollen.

2. Ab 75% kann ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag erfolgen

Spannend wird es wieder, wenn der Großaktionär den Aktien– Anteil auf mindestens 75% erhöht.

Dann können der Großaktionär und das Unternehmen, das übernommen wird, einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abschließen.

Nach Abschluss dieses Vertrages übernimmt der Großaktionär die operative Leitung des Unternehmens.

Der Vorteil für die Aktionäre: Sie können frei wählen, ob sie a) die Aktien über die Börse verkaufen, b) das neue Übernahmeangebot annehmen, oder c) zukünftig eine festgelegte Garantie- Dividende kassieren, die jedes Jahr gezahlt werden muss.

3. Ab 95% kann ein Squeeze-out-Verfahren eingeleitet werden

Squeeze-out bedeutet „herauspressen“. Wenn ein Großaktionär mindestens 95% der Stimmrechte besitzt, kann er die restlichen Aktionäre aus dem Unternehmen herauspressen und so den Aktienanteil auf 100% erhöhen.

Für diesen Zwangs-Verkauf gibt es jedoch feste Regeln. Es wird ein Gutachten erstellt, das den Wert des Unternehmens ermittelt.

Der Großaktionär hat 2 Optionen: Er kann den Mindestpreis bieten. Wenn er damit durchkommt, spart er bei der Übernahme viel Geld.

Der Nachteil: Profi-Investoren werden gegen diesen Preis klagen. Der Rechtsstreit dauert mehrere Jahre. Der Großaktionär muss daher die Gerichtskosten einkalkulieren und zusätzlich das Risiko, dass ein Gericht den Übernahme-Preis erhöht.

Daher ist es aus Sicht des Großaktionärs taktisch oft klüger, einen Aufpreis zu zahlen, wenn dadurch die Übernahme ohne Gerichtsverfahren glatt und zeitnah über die Bühne geht.

Je weiter die Übernahme fortgeschritten ist, desto geringer ist Ihr Kurs-Risiko

Unternehmen, bei denen eine Übernahme schon weit fortgeschritten ist, eignen sich für Sie sehr gut zur Depot-Ergänzung, um Risiken zu glätten.

Denn hat ein Übernahme-Kandidat bereits dem Großaktionär die Unternehmensleitung übertragen, wird vertraglich eine Garantie-Dividende vereinbart. Diese erhält der Aktionär auch dann, wenn das Unternehmen in Schwächephasen Verluste schreibt.

Die hohe Dividende stabilisiert den Aktienkurs. Viele Aktien mit Garantie-Dividende haben in den zurückliegenden Krisen bewiesen, dass sie Vermögen erhalten können.

Als Sahne-Häubchen können Sie mit steigenden Kursen rechnen, wenn es zur Komplett-Übernahme kommt (Squeeze-out).

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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