So sicher ist Ihr Wertpapierdepot im Krisenfall

Die Bankenkrise, die im Jahr 2008 mit der Lehman-Pleite ausgebrochen war, hat sich zwar in den vergangenen Jahren etwas entspannt. […] (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die Bankenkrise, die im Jahr 2008 mit der Lehman-Pleite ausgebrochen war, hat sich zwar in den vergangenen Jahren etwas entspannt.

Dennoch erwarte ich, dass uns die Banken-Schwäche noch mehrere Jahre beschäftigen wird.

Aus diesem Grund möchte Ihnen an dieser Stelle einen Überblick darüber verschaffen, wie sicher Ihr Geld bei Ihrer Bank ist.

Gleich werde ich dazu kommen, was im Falle einer Bankenpleite mit Ihrem Wertpapierdepot passieren würde.

Zuvor gebe ich Ihnen allerdings einen Überblick über die Einlagensicherung in der Europäischen Union, die logischerweise auch in Deutschland greift.

In der EU sind die Spareinlagen von Bankkunden vor einem Zahlungs-Ausfall ihrer Bank geschützt. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Summe beträgt 100.000 € pro Kunde.

Sie als Bankkunde würden im Falle einer Pleite Ihrer Bank diese Summe zurück erhalten. Viele Banken sichern sogar einen höheren Betrag als die genannten 100.000 € ab.

Es ist jedoch zu beachten, dass nicht jede Form der Geldanlage unter die sogenannte Einlagensicherung fällt.

Was unter die Einlagensicherung fällt

Spar-, Sicht- und Termin-Einlagen sind geschützt. Unter diesen 3 Einlageformen versteht man das Geld, welches auf verschiedenen Bankkonten liegt.

Diese Konten sind beispielsweise:

Giro-, Tagesgeld-, Spar-, Festgeld- und Verrechnungs-Konten, die zu einem Wertpapierdepot gehören, über die Wertpapier-Geschäfte abgewickelt werden.

Was nicht unter die Einlagensicherung fällt

Wertpapierdepots fallen nicht unter die Einlagensicherung. Das ist allerdings keine schlechte Nachricht für Sie.

Denn: Die Wertpapiere sind Ihr Eigentum und nicht das der Bank! Das bedeutet, dass Ihre Depotbank nur treuhänderisch tätig ist.

Sie haben jederzeit die Möglichkeit Ihr Eigentum (beispielsweise Ihre Aktien) zurückzuverlangen.

Diese Möglichkeit bleibt auch im Falle einer Pleite Ihrer Bank bestehen, da die Gläubiger der Bank oder ein Insolvenz-Verwalter darauf keinen Zugriff haben.

Der Inhalt von Bankschließfächern fällt übrigens auch nicht unter den gesetzlichen Einlagenschutz.

Sie haben also einen Anspruch auf die Herausgabe der darin gelagerten Wertgegenstände.

Fremdwährungs-Konten sind ein Sonderfall, da hier Banken gesetzlich nicht zur Einlagensicherung verpflichtet sind. Viele Banken tun dies aber trotzdem.

Mein Tipp an dieser Stelle: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank, ob sie eine freiwillige Einlagensicherung bei Fremdwährungs-Konten leistet.

Was im Falle einer Pleite Ihrer Bank konkret passieren würde

  •  Ihre Tages-, Giro- und Festgeld-Konten, sowie Sparbücher sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis mind. 100.000 € abgedeckt.
  • Ihr Aktien- und Fonds-Depot ist Sondervermögen und geht deshalb nicht (!) in die Insolvenzmasse ein. Es wird ohne Verlust auf eine neue Bank übertragen.

Fazit

Aktien und Fonds werden von Ihrer Bank nur verwaltet und bleiben daher zu jeder Zeit in Ihrem Eigentum.

Geldvermögen kann dagegen im Falle einer Bankenpleite ab einer gewissen Grenze verfallen.

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Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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