So sieht die Zukunft des Onlineshoppings aus

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Onlineshopping ist auf dem Vormarsch und wird auch in der Zukunft weiter wachsen. 15 % Wachstum bis 2025 werden erwartet. (Foto: pixinoo / Shutterstock.com)

Schon in den 1980er Jahren gab es erste Ausprägungen des elektronischen Handels, seit 1995 hat sich eine große Bandbreite verschiedener Shop-Systeme im Internet entwickelt.

Dass Online-Handel richtig populär wurde hat sich erst in den 2000er Jahren durchgesetzt. Für viele Branchen ist der Online-Handel seitdem aber nicht mehr wegzudenken und ein wichtiges Standbein (für viele Firmen wie zum Beispiel Zalando oder Amazon  sogar das einzige) ihrer Verkaufsstrategie.

Wie sieht die Zukunft des Onlineshoppings aus?

Zur Zukunft des Onlineshoppings gibt es viele Studien und besonders das mobile Internet hat den Markt nochmal ordentlich umgekrempelt.

Dabei wird aber noch nicht jeder Kauf auch tatsächlich über das Internet getätigt. Bei der Berücksichtigung aller Warengruppen liegt die Anzahl der reinen Online-Käufe bei 10 %, 60 % der Kunden arbeiten mit einem sogenannten Kanalwechsel. Das heißt, sie bereiten ihren Kauf im Internet vor, vergleichen Preise und recherchieren Infos und schlagen dann im stationären Handel zu.

Stationäre Händler sollten sich stärker auf das mobile Internet ausrichten

Für dieses Vorgehen ist das mobile Internet von enormer Bedeutung, da die Kaufvorbereitung oft direkt im Geschäft durchgeführt wird. Für stationäre Händler bedeutet dieser Umstand eine neue Ausrichtung des Mobile-Commerce und der Kundenorientierung.

Eine stärkere Ausrichtung von Online-Shops auf mobile Geräte und ggf. konkrete Verkaufsaktionen können den Kunden davon abhalten, das Produkt bei einem Konkurrenten im Internet zu kaufen.

Wachstum des Online-Handels erwartet

Das Marktforschungsinstitut GfK geht davon aus, dass erst zum Jahr 2021 eine Marktsättigung des Online-Handels eintreffen wird. Bis dahin liegt das zu erwartende Wachstum bei 3,5 % pro Jahr. Bis 2025 wird ein Umsatzwachstum der gesamten Online-Branche von 15 % erwartet, dabei variieren die einzelnen Segmente aber stark.

So ist davon auszugehen, dass zum Beispiel Lebensmitteleinkäufe weiterhin überwiegend stationär getätigt werden, der Online-Anteil aber zunehmen wird (z.B. Rewe Lieferservice oder Amazon Fresh, das noch im ersten Halbjahr 2017 in Deutschland starten soll).

Im Bereich Mode und Lifestyle ist von einem konstanten Wachstum auszugehen, für den Bereich Elektronik, Technik und Bücher sieht die GfK-Studie die Dynamik des Online-Wachstums aber sogar schon rückläufig. Betrug beispielsweise der Anteil der Online Händler aus den Bereichen Elektronik, Technik und Bücher 2015 noch 38 %, ist für 2025 nur noch ein Marktanteil von 31 % zu erwarten. Grund dafür ist, dass der Anteil anderer Segmente wie zum Beispiel Lebensmitteln wachsen wird.

Die Zukunftstrends beim Onlineshopping

Online-Händler müssen im Umfeld immer stärker werdender Konkurrenz stetig an ihrem Angebot arbeiten, um Kunden anzuziehen. Die Trends im Online Handel sehen folgendes vor:

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  • Mehr Augmented Reality: der Kunde hat die Möglichkeit Brillen, Kleidung oder Make Up virtuell an- und auszuprobieren. Die Stärke des direkten Probierens lag bisher immer im stationären Handel.
  • Verstärkte Personalisierung, die durch das Auswerten von Suchbegriffen und Surf-Verhalten fokussiert werden kann.
  • Die Rolle von Social Media-Kanälen dürfte mit den Jahren noch wachsen – über diese Tools haben Nutzer die Möglichkeit sich auszutauschen und noch besser zu informieren. Zudem beeinflussen Soziale Medien die Kaufentscheidungen von Konsumenten.

Die Möglichkeiten des Online-Handels wachsen also in Zukunft weiter und besonders stationäre Händler müssen sich auf diese Veränderungen einstellen. Der Einsatz von mobilem Internet überall und jederzeit muss vom Einzelhandel in Marketingkonzepte mit aufgenommen werden und im Rahmen des Online-Handels gehen die Trends hin zu Augmented Reality und noch mehr Personalisierung.

Wer profitiert vom Online-Wachstum?

Profitieren werden in Zukunft besonders E-Commerce-„Spätzünder“ wie Lebensmittel-Onlinehändler. Doch auch Einzelhändler können vom Online-Boom profitieren, wenn sie online und offline stärker verzahnen und sich an der Preisgestaltung von Online-Händlern orientieren. Diese sorgen nämlich für ordentliche Konkurrenz, wovon Verbraucher profitieren.

Der deutsche Online-Handel wird nach wie vor von Amazon (7,79 Mrd. € Umsatz in 2015) beherrscht, was wohl auch so bleiben wird. Zu groß ist der Abstand zum zweitplatzierten Otto mit 2,3 Mrd. € Umsatz in 2015 und Zalando  auf Platz drei mit 1,03 Mrd. € Umsatz.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.