So verrechnen Banken untereinander ihre Zahlungen

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Ein Nostrokonto ist per Definition ein Konto, das eine Bank bei einer anderen führt - notwendig im internationalen Zahlungsverkehr. (Foto: batmanv / shutterstock.com)

In Deutschland besitzt so gut wie jeder ein Girokonto bei seiner Hausbank. Alles andere wäre umständlich und oft kommt man gar nicht daran vorbei. Denn Arbeitgeber wollen natürlich wissen, wohin sie das Gehalt überweisen sollen. Die Lohntüte vergangener Zeiten hat längst ausgedient.

Allerdings macht man sich höchstwahrscheinlich keine Gedanken darüber, ob und wie der Zahlungsverkehr der Banken untereinander abläuft. Denn auch zwischen diesen müssen Beträge ausgeglichen werden, vor allem wenn es sich Institute verschiedener Währungssysteme handelt. Die Definition des Nostrokontos hat dabei besondere Bedeutung.

Nostrokonto – Definition eines Instruments im Correspondent Banking

Nostrokonto ist ein Begriff aus dem Bankwesen. Es gehört zu den Instrumenten der korrespondierenden Bankgeschäfte (Correspondent Banking). Im Bereich der Fremdwährungen ist Correspondent Banking immer noch weit verbreitet.

Dabei werden zwischen zwei Geldinstituten bilaterale Vereinbarungen über Kontoverbindungen getroffen.

Ein Nostrokonto ist demnach ein Konto, das eine Bank A als Korrespondenzbank für eine Bank B führt. Durch den Namen Nostrokonto wird kenntlich gemacht, wer der Kontoinhaber und wer der Kontoführer ist. Das Gegenstück zum Nostrokonto ist das Lorokonto.

Das Institut, das der Kontoinhaber ist, unterhält das Nostrokonto (zu Deutsch „unser Konto“). Der Kontoführer führt dagegen das Lorokonto (zu Deutsch „deren Konto“) der Korrespondenzbank.

Diese Beziehungen unter Korrespondenzbanken verlieren im Euroraum verlieren immer mehr an Bedeutung, da sie durch zentralisierte Abwicklungssysteme im Hinblick auf den Euro ersetzt werden.

Wie ein Nostrokonto in der Praxis funktioniert

Bei einem Nostrokonto unterhält die Bank A ein Girokonto bei einer anderen Bank B. Die Bank B hat also die ganze Arbeit und verschickt beispielsweise auch die Kontoauszüge. Das entspricht der Führung eines Privatkontos.

Bank A erhält den Kontoauszug von Bank B zugesandt, denn diese führt das Konto. Wenn die Bank A einen Kontoauszug mit einem Sollsaldo bekommt, hat sie gegenüber Bank B Verbindlichkeiten. Dabei handelt sich um einen Nostro Soll-Bestand. Notiert der Kontoauszug im Plus, dann ist es ein Nostro Haben-Bestand. Bank A hat also eine Forderung.

Normalerweise werden Nostro- und Lorokonten zur Abwicklung von Buchungen zur Verrechnung im Zahlungsverkehr oder zur Geldanlage im Interbankengeschäft auf kurzfristige Sicht verwendet. Sie werden auch ausschließlich zu diesen Zwecken eingesetzt.

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Nostro- und Lorokonten sind heutzutage noch zwischen Banken aus unterschiedlichen Währungsräumen üblich, also zwischen Instituten Deutschlands und der Schweiz oder Deutschlands und den USA.

Diese werden aber mehr und mehr durch zentralisierte multilaterale Verrechnungssysteme wie Continuous Linked Settlement, Central Counterplay, TARGET2 oder EBA CLEARING abgelöst.

Zusammenfassung:Ein Nostrokonto ist ein Konto, das eine Bank als Korrespondenzbank für ein anderes Geldinstitut führt. Es dient der Abwicklung von Verrechnungsbuchungen im internationalen Zahlungsverkehr oder zur kurzfristigen Geldanlage im Interbankengeschäft. Seine Bedeutung geht zurück.


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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.