So versteuern Sie Ihren Dienstwagen bei Privatnutzung richtig

Ein Dienstwagen der privat genutzt wird, ist ein geldwerter Vorteil und muss versteuert werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. (Foto: IhorL / Shutterstock.com)

Ein vom Arbeitgeber zur Verfügung gestelltes Auto ist praktisch und sorgt dafür, dass sich viele Arbeitnehmer erst gar kein eigenes Auto kaufen, zumindest dann, wenn sie ihren Dienstwagen auch privat nutzen können.

Dabei ist die private Nutzung eines Dienstwagens für den Arbeitnehmer mit Kosten verbunden und nicht etwa gänzlich umsonst, wie manch einer vielleicht denken mag. Die Nutzung eines Dienstwagens zu privaten Zwecken ist ein geldwerter Vorteil und muss bei der Steuer berücksichtigt werden.

Den Dienstwagen privat zu nutzen, müssen Arbeitnehmer versteuern

Die Berücksichtigung kann auf zwei unterschiedliche Arten erfolgen: Entweder mit dem Führen eines Fahrtenbuchs oder mit der Ein-Prozent-Regelung. Beide Regelungen haben ihre Vor- und Nachteile, Dienstwagenfahrer können frei entscheiden, welche Variante sie wählen.

Ist eine der beiden Berücksichtigungsarten einmal gewählt, kann sie für das Jahr nicht geändert werden, außer das Fahrzeug ändert sich. Folgende Umstände sollten bei der Auswahl einer der beiden Regelungen berücksichtigt werden:

Die Ein-Prozent-Regel ist die einfachere Variante

Bei der Ein-Prozent-Regel wird der Brutto-Listen-Neupreis des zur Verfügung gestellten Dienstwagens genommen und zu 1 % auf das Gehalt des Arbeitnehmers angerechnet. Der Arbeitnehmer muss also einen höheren Betrag versteuern, als er eigentlich verdient.

Beispiel: Der Brutto-Listenpreis eines Fahrzeugs beträgt 40.000 € und das monatliche Bruttogehalt eines Angestellten 3.500 €. In diesem Fall muss er nicht 3.500 € versteuern, sondern 3.900 €, da: 3.500 € + 1% von 40.000 = 400 € = 3.900 €. Er muss also durch das Auto mehr Einkommen versteuern, als er auf dem Papier verdient.

Wie viel der Dienstwagen das Unternehmen im Einkauf wirklich gekostet hat, ist dabei irrelevant: Es zählt der Listenpreis. Besonders für Personen, die ihren Dienstwagen viel privat nutzen möchten, lohnt sich die Ein-Prozent-Regelung. Wenn Arbeitnehmer den Dienstwagen auch für den Weg zur Arbeit nutzen, kommen zusätzlich noch 0,03 % des Listenpreises pauschal zu den 1% hinzu, um die Kilometer zwischen Wohnstätte und Arbeitsplatz abzudecken.

So funktioniert das Führen eines Fahrtenbuchs

Die Alternative dazu heißt Fahrtenbuch und ist die korrektere, aber auch aufwändigere Art und Weise, den Dienstwagen steuerlich zu berücksichtigen. Der Vorteil eines Fahrtenbuchs ist, dass nicht einfach ein pauschaler Anteil abgezogen wird, der möglicherweise zu viel ist, sondern alles genauestens dokumentiert wird. Dafür werden im Fahrtenbuch folgende Fahrten vermerkt:

  • Fahrten zwischen Wohnstätte und Arbeitsplatz
  • Dienstliche Fahrten
  • Private Fahrten
  • Familienheimfahrten (bei Pendlern)

Alle Kosten müssen durch Belege nachgewiesen werden. Der private Nutzungswert wird anschließend aus den Gesamtkosten herausgerechnet. Für jede Fahrt müssen im Fahrtenbuch das Datum, der Kilometerstand, das Fahrtziel, die Route bei Umwegen, der aufgesuchte Geschäftspartner und der Reisezweck notiert werden. Bei privaten Fahrten genügt es, die Kilometer zu vermerken, ebenso bei Fahrten zwischen Wohnstätte und Arbeitsplatz.

Fahrtenbücher gibt es auch in elektronischer Form, allerdings müssen diese manipulationssicher sein. Andernfalls kann es sein, dass das Finanzamt diese Variante nicht anerkennt.

Wann muss der Dienstwagen nicht versteuert werden?

Wer seinen Dienstwagen tatsächlich ausschließlich für die Fahrt zwischen Arbeitsplatz und Wohnort nutzt, der muss ihn nicht zusätzlich versteuern. Es handelt sich in diesem Fall nicht um eine Privatnutzung und somit auch nicht um einen geldwerten Vorteil.

Um zu ermitteln, welche Variante die günstigere für die Versteuerung der Privatnutzung des Dienstwagens ist, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Dazu zählen folgende:

  • Umfang der Privatnutzung
  • Kilometeranzahl
  • Wie aufwändig ist das Führen eines Fahrtenbuchs?
  • Welches Fahrzeug wird genutzt
  • Wie weit sind Arbeitsstätte und Wohnung voneinander entfernt?
  • Welche weitere Verwendung gibt es?
  • Welche individuellen Gewohnheiten liegen vor?

Ein Steuerberater kann bei der Berechnung helfen.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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