So viel kostet Schwarzarbeit Staat und Steuerzahler

Schwarzarbeit wird oft als Kavaliersdelikt gesehen. Die Kosten für den Staat sind jedoch enorm und fallen auch auf Steuerzahler zurück. (Foto: Andrey Popov /shutterstock.com)

Schwarzarbeit ist nicht nur illegal, sondern für den Staat und den Steuerzahler eine teure Angelegenheit. Konkret meint Schwarzarbeit das Ausführen von Tätigkeiten gegen Bezahlung, ohne diese ordnungsgemäß angemeldet zu haben und dafür Sozialleistungen und Steuern abzuführen.

Welche Fälle von Schwarzarbeit gibt es?

Fast in allen Branchen ist Schwarzarbeit ein Thema. Besonders häufige Fälle sind die schwarz beschäftige Putzhilfe, die Autoreparatur, die ohne offizielle Rechnung viel günstiger ist als mit. Ebenso die babysittende Studentin, der nach vier Stunden einfach ein Fünfziger in die Hand gedrückt wird.

Auch der Handwerker oder Gärtner ohne ordnungsgemäße Anmeldung oder die Aushilfen in einem gastronomischen Betrieb oder auf dem Bau fallen unter den Bereich der Schwarzarbeit.

Rund 7.000 Zöllner jährlich ermitteln in Deutschland gegen Schwarzarbeit

Schwarzarbeit wird meist in bar bezahlt und findet ohne einen festen Arbeitsvertrag statt. In Deutschland ist der Zoll für die Verfolgung, Aufdeckung und Vermeidung von Schwarzarbeit zuständig. Bußgelder von bis zu 500.000 Euro bis hin zu Freiheitsstrafen von bis zu 10 Jahren können die Folge sein.

Verfolgt werden bei Schwarzarbeit in der Regel nur die Arbeitgeber, nicht die Arbeitnehmer – sofern sie ihre Papiere denn ordnungsgemäß abgegeben haben. Die Leidtragen sind aber nicht nur die Arbeitgeber selbst, sondern auch der deutsche Staat. Damit unmittelbar verbunden sind die Steuerzahler, die die Kosten der Schwarzarbeit zu tragen haben.

Die Kosten für Schwarzarbeit landen am Ende beim Steuerzahler

Im Jahr 2016 kostete die Schwarzarbeit den Fiskus 875 Mio. Euro, die er nicht in Form von Steuergeldern und Beiträgen erhalten hat. 2014 waren es noch 835 Mio. Euro und 2015 855 Mio. Euro. Hinzu kommen die Ausgaben für die aktive Bekämpfung der Schwarzarbeit durch den Zoll.

Von Steuergeldern werden Investitionen in Infrastruktur, öffentliche Einrichtungen und vieles mehr getätigt – je weniger Geld in den Kassen ist, desto weniger Geld für Investitionen und öffentliche Ausgaben ist da. Dies kann in Steuererhöhungen für alle enden, wenn das Defizit in der Haushaltskasse zu groß ist.

Was kann die Politik gegen Schwarzarbeit tun?

Gerade im Bereich der Haushaltshilfe wird der Anteil der Schwarzarbeit auf 15 bis 20 % geschätzt. Würden all diese Arbeiten als Vollzeitstellen angelegt werden, könnte es 420.000 bis 1,1 Mio. zusätzliche Arbeitsplätze geben. Die Einnahmen aus diesen Stellen würden die öffentlichen Kassen stärken und den Sozialversicherungen mehr Spielraum geben.

Um Schwarzarbeit stärker einzudämmen sollten nicht nur akute Fälle bekämpft, sondern mit entsprechender Politik vorgebeugt werden. Stärkere Anreize zur legalen Beschäftigung von Haushaltshilfen, weniger Bürokratie und gezielte und höhere Steuerermäßigungen für ordnungsgemäß agierende Arbeitgeber wären ein erster Schritt. Auch härtere Strafen könnten dazu führen, dass Schwarzarbeit noch stärker eingedämmt wird.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.