So will Apple weiter wachsen

Apple bereitet sich auf die nächsten 5 Jahre vor - Services und eine neue Hardware dürften dabei eine große Rolle spielen. (Foto: Francesco Marino - Fotolia)

Im September wird Apple wohl das beste iPhone aller Zeiten vorstellen. Weltweit hat Apple seit der Markteinführung im Jahr 2007 inzwischen mehr als 1,2 Milliarden iPhones verkauft.

Doch die Sättigungstendenzen im Smartphone-Markt werden immer deutlicher, der Markt wächst nur noch langsam. Insgeheim bereitet sich Apple schon auf die Zeit nach dem iPhone vor.

Das zuletzt wachstumsstarke Servicegeschäft rund um Apple Pay, iCloud, iTunes und Apple Music soll weiter ausgebaut werden, gleichzeitig plant Apple offenbar ein neues Hardware-Produkt. Diese wichtigen Ziele will Apple in den nächsten 5 Jahren erreichen:

Apple will Servicegeschäft verdoppeln: 50 Milliardenumsatzmarke im Visier

Das Servicegeschäft bei Apple war auch im jüngsten Quartal der Wachstumsmotor. Hier kletterten die Erlöse auf 7,27 Mrd. US-$, ein Zuwachs von 22 % gegenüber dem Vorjahr. Inzwischen trägt das Servicegeschäft rund 16 % des gesamten Apple-Umsatzes.

Dies soll allerdings nur der Anfang gewesen sein. Apple will sein Servicegeschäft eigenen Angaben zufolge binnen 4 Jahren verdoppeln, womit Apple in diesem Geschäftsfeld im Jahr 2020 dann 50 Mrd. US-$ umsetzen könnte, wenn alles nach Plan läuft.

Dieses Ziel klingt sehr ehrgeizig. Allerdings müssen Anleger wissen, dass Apple bereits heute rund 150 Millionen abgeschlossene Abos verwaltet, die in irgendeiner Form zu wiederkehrenden Umsätzen führen.

Mit jedem verkauften iPhone steigt die Kundenbasis von Apple, zudem kommen weitere Serviceangebote wie zuletzt Apple Music dazu. Damit erhöht sich nicht nur die Chance auf weitere Serviceumsätze mit neuen Kunden, sondern auch die Chance auf einen höheren Umsatz pro Bestandskunde.

Apple mit großer ÜberraschungApples Gewinn je Aktie aber auch der Umsatz lagen über den Erwartungen. Die Anleger belohnten das mit einem nach nachbörslichen Anstieg. › mehr lesen

Apple Glasses soll offenbar zum iPhone-Nachfolger avancieren

Neben dem Servicegeschäft will Apple natürlich auch im Hardware-Geschäft weiter wachsen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass das iPhone möglicherweise schon in den nächsten 1 bis 2 Jahren seinen Höhepunkt erreichen wird – ab diesem Zeitpunkt könnten die jährlichen Verkaufszahlen sinken.

Um sich für die Zeit nach dem iPhone zu rüsten, soll Apple bereits an einer neuen Hardware tüfteln. Dies will zumindest Apple-Experte und Loupventures-Mitgründer Gene Munster erfahren haben.

Schon im Jahr 2020 soll die 3D-Brille Apple Glasses auf den Markt kommen und Apple zu neuen Rekordumsätzen verhelfen, glaubt der Analyst. Dass die Apple Glasses wirklich kommen, deuten nicht nur Patentanmeldungen von Apple an, sondern auch jüngste Zukäufe.

So hat Apple vor kurzem mit der deutschen SensoMotoric Instruments einen Spezialisten für virtuelle und erweiterte Realität (Virtual und Augmented Reality) übernommen. Die Apple Glasses verstehen sich daher als 3D-Brille mit Fokus auf die erweiterte Realität, ähnlich wie die HoloLens Datenbrille von Microsoft.

Fazit: Apple will mit Services und neuer Hardware überzeugen

Geht es nach den Schätzungen von Apple-Analyst Gene Munster, wird Apple durch den Ausbau seines Servicegeschäfts und neuer Hardware-Produkte wie Apple Glasses im Jahr 2022 einen Umsatz von knapp 300 Mrd. US-$ erreichen. Zum Vergleich: Im Vorjahr setzte Apple 215 Mrd. US-$ um.

Anleger können erwarten, dass Apple dann im Servicegeschäft voraussichtlich mehr als 20 % seines Umsatzes erzielen wird, wenn der Mac-Hersteller in diesem Bereich so wie bislang weiter zweistellig wachsen kann.

Unter dem Strich dürfte Apple die Abhängigkeit vom iPhone in den nächsten Jahren weiter senken können, was eine gute Nachricht für Anleger ist. Diese müssen so weniger fürchten, dass die nahende Marktsättigung im Smartphone-Markt dem Wachstumskurs von Apple ein abruptes Ende setzt.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands