Solidarität der Mallorquiner mit den Katalanen

In dieser Beitrags-Reihe haben wir Ihnen sämtliche Hintergrund-Informationen zu den Unabhängigkeits-Bestrebungen Kataloniens aufgezeigt.

Und Sie konnten außerdem lesen, wie und warum die spanische Zentralregierung den Wunsch des Volkes letztlich brutal niederknüppeln ließ.

In der anhaltenden Diskussion wird zumeist ein weiterer wichtiger Aspekt vergessen:

So wurden die Katalanen hintergangen

Schon 2006 versprach die Madrider Regierung den Katalanen eine Volksbefragung über ihre Unabhängigkeit.

Doch 2010 wurde diese auf Betreiben der neuen Regierung verboten. Nun fühlen sich die Katalanen betrogen.

Doch es gibt noch ganz andere Hintergründe, warum die Katalanen von Spanien weg wollen.

Es sind Hintergründe der Art, die der Öffentlichkeit hierzulande – und damit auch Ihnen – verschwiegen werden:

Schwindende demokratische Grundwerte

So vermisst die Vertreterin der Regierung Kataloniens in Deutschland, Marie Kapretz, eine kritischere Berichterstattung über die „stetig abnehmende Qualität demokratischer Grundwerte in Spanien, die übrigens nicht nur die Katalanen beeinträchtigen.“

Noch einmal: Es geht hierbei um eine stetig abnehmende Qualität demokratischer Grundwerte in Spanien!

Ferner kritisiert Kapretz:

„In Spanien dienen die Macht-Strukturen in unseren Augen immer mehr zur Bereicherung einiger weniger, und immer weniger zur fortschrittlichen Organisation des sozialen Miteinanders.

Wir sehen auch mit Besorgnis, dass Spanien die Rentenkasse für die Rückzahlung der Staatsschulden benutzt.

Wir befürchten, dass deshalb trotz der wachsenden Wirtschaft die Renten im gegenwärtigen Zusammenhang keinesfalls sicher sind.“

Madrid führt(e) das Land ins Chaos

Auf einen Nenner gebracht: Die spanische Regierung führte das Land aufgrund der desaströsen EU-Finanz- und Wirtschafts-Politik ins Chaos.

Während sich die Elite bereicherte, werden nun die Rentenkassen des kleinen Mannes geplündert, um die Staatsschulden zurückzubezahlen.

Keimt dagegen berechtigter Widerstand auf, wie etwa in Katalonien, müssen die Bürger mit aller Staatsmacht wieder auf Linie gebracht werden – das ist die bittere Wahrheit.

Zu Recht fragt deshalb Marie Kapretz: “Möchte Deutschland auf solche Partner setzen?“ – Ja, es möchte.

Wie wir Ihnen bereits aufgezeigt haben, sicherte Bundeskanzlerin Angela Merkel dem spanischen Regierungs-Chef Mariano Rajoy volle Unterstützung zu…

Auch die Balearen-Inseln wollen weg von Madrid

Jetzt, nach der Durchführung des katalonischen Unabhängigkeits-Referendums in Katalonien, wittert auch noch eine andere wichtige Region hinsichtlich Souveränität Morgenluft:

Mallorca und die anderen Balearen-Inseln – ja, Sie lesen richtig.

Autonomie-Bewegung auf Mallorca

Auch in den beliebten Touristen-Hochburgen formiert sich bereits eine Separatisten-Front.

Getragen wird sie von der von der regionalen Links-Partei Més, um die sich schon seit Jahren Organisationen und Zirkel einer wachsenden Autonomie-Bewegung scharen.

So hat der Oberbürgermeister von Palma, Antoni Noguera Ortega (Més), in einem vor Kurzem veröffentlichten Grundsatz-Manifest als Ziel eine eigene Mallorquinischen Republik reklamiert – und zwar bis zum Jahr 2030.

Solidarität der Mallorquiner mit den Katalanen

Die Unabhängigkeits-Befürworter der Mallorquiner wollen ihre politischen, sozialen und ökonomischen Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen, sprich:

Sie wollen nicht mehr länger Steuern und Abgaben nach Madrid als Netto-Zahler überweisen, während man über die Verwendung der Steuergelder nicht mitbestimmen kann.

Vorerst jedoch solidarisieren sich die Mallorquiner lediglich mit den Katalanen, rufen in Kundgebungen zur Unterstützung der Unabhängigkeit von Madrid auf.

Sie sehen also: Überall in der EU will man weg vom EU-Moloch, während Ihnen die Politiker genau das Gegenteil erzählen – was für ungeheure Fake News!

16. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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