Sonos-Börsenstart: Das sollten Anleger beachten

Sonos ist erfolgreich an der Börse gestartet. Doch der Markt für sprachgesteuerte Lautsprecher ist hart umkämpft. (Foto: ClassyPictures / shutterstock.com)

16 Jahre nach der Gründung hat der Lautsprecher-Hersteller Sonos den Sprung aufs Börsenparkett gewagt. Der erste Handelstag an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq verlief vielversprechend für Sonos – die Aktie (Ausgabepreis: 15 US-$) legte um rund 30 % zu.

Viele Anleger fragen sich nun, ob Sonos die Erfolgsstory des Hardware-Herstellers Roku wiederholen kann, dessen Aktien sich seit dem Börsengang im Herbst 2017 vervielfacht haben oder ob die Sonos-Aktie den gleichen Weg einschlagen wird, wie die Anteile von GoPro und FitBit, die nach dem Börsenstart abgestürzt sind. Dazu ein näherer Blick auf das Unternehmen Sonos.

Sonos-Aktie nach dem Börsenstart – Was steckt hinter dem Unternehmen?

Die in Santa Barbara/Kalifornien ansässige Sonos wurde bereits im Jahr 2002 gegründet. Sonos konzentriert sich seit seiner Gründung auf die Herstellung von Lautsprechersysteme, die sich in das smarte Zuhause drahtlos via WLAN einbinden lassen. Die von Sonos angebotenen Lautsprecher sind mit über 50 Musik-Streaming-Services (Apple Music, Spotify, Google Play Music, Amazon Music etc.) kompatibel.

Über eine Mobile-App kann der Sonos-Kunde Musik von verschiedenen Anbietern auf verschiedene Lautsprecher in verschiedenen Räumen abspielen. Im Jahr 2017 gab Sonos eine Kooperation mit dem Online-Händler Amazon.com bekannt. Dadurch können Sonos-Lautsprecher auch mit dem Amazon-Sprachassistenten Alexa gesteuert werden.

Sonos-Lautsprecher sind die ersten Lautsprecher-Produkte auf dem Markt, die sowohl Amazon Alexa als auch Google Assistant unterstützen. Im Vorjahr brachte Sonos mit dem Sonos One seinen ersten sprachgesteuerten Lautsprecher auf den Markt.

Sonus in Zahlen

Heute beschäftigt Sonos rund 1.450 Mitarbeiter. Im jüngsten Fiskaljahr 2017 erwirtschaftete Sonos einen Umsatz von 992,5 Mio. US-$ und fuhr dabei einen Nettoverlust von 14,2 Mio. US-Dollar ein. In 2016 stand hier noch ein Umsatz von 901,3 Mio. Dollar sowie ein Nettoverlust von 38,2 Mio. Dollar zu Buche.

Im ersten Halbjahr 2018 konnte Sonos seinen Umsatz um 18 % auf 655,7 Mio. US-Dollar steigern, der Nettogewinn schrumpfte aber um 14 % auf 13,1 Mio. Dollar. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2018 rund 3,1 Mio. Geräte verkauft. Analysten sehen Sonos auf einem guten Weg, seinen Umsatz in diesem Jahr auf über 1,0 Mrd. US-$ zu heben.

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So will Sonus gegen Apple, Google und Amazon bestehen

Sonos konkurriert mit seinen Produkten nicht nur mit etablierten Lautsprecher-Herstellern wie Bose und Samsung, sondern vor allem auch mit Amazon, Google und Apple, die erst vor kurzem mit eigenen sprachgesteuerten Lautsprecher-Produkten in den Markt eingestiegen sind.

Sonos will sich von der aufstrebenden Konkurrenz durch eine andere Strategie absetzen. Während Amazon, Google & Co ihre Lautsprecher als Zugangspunkt sehen, um weitere Services (Online-Shopping, Suchanfragen etc.) zu vermarkten, will Sonos vor allem die Hardware bzw. das Klangerlebnis verbessern. Zudem will Sonos die eingenommenen Mittel aus dem Börsengang nutzen, um international schneller zu expandieren.

Fazit: Sonos bewegt sich in einem schwierigen Markt

Sonus bewegt sich in einem wachsenden Markt für Heim-Audio-Systeme, der auf etwa 18 Mrd. US-Dollar taxiert wird. Allerdings ist dieser Markt bereits hart umkämpft, denn es tummeln sich neben klassische Lautsprecher-Hersteller wie Bose zunehmend große Technik-Giganten wie Amazon, Google und Apple in diesem Marktsegment.

Will sich Sonos von dieser neuen Konkurrenz stärker abgrenzen, muss Sonos neue Anwendungsbereiche für seine Produkte entwickeln, glaubt etwa Morgan Stanley Analystin Kathy Huberty. Marktbeobachter glauben daher, dass Sonos möglicherweise sein Produktangebot um Outdoor-Produkte erweitern wird.

Zwar hat Sonos den Vorteil, dass seine Lautsprecher mit vielen verschiedenen Musik-Streaming-Diensten kompatibel sind, allerdings hat Amazon mit seinem Echo-Lautsprecher inzwischen einen Marktanteil von 53 % für smarte Lautsprecher erobert.

Kurzum: Da Sonos relativ spät in das Geschäft mit sprachgesteuerten Lautsprechern eingestiegen ist, dürfte sich das kalifornische Unternehmen eher schwertun, die Konkurrenz in Form von Amazon, Google und Apple auf Distanz zu halten.

Sonos ist auf Top-Qualität angewiesen, um seine loyale Kundenbasis (38 % der Verkäufe in 2017 gingen an bestehende Sonos-Kunden) weiter bei der Stange zu halten. Die Sonos-Aktie ist daher als Nischenanbieter nur für spekulativ orientierte Anleger interessant.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands