Soziales Engagement: Kein Kindergeld für Studenten

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Soziales Engagement während des Studiums macht sich zwar gut auf dem Lebenslauf, doch finanziell gilt einiges zu beachten. (Foto: Steidi / shutterstock.com)

Soziales Engagement während des Studiums macht sich zwar gut auf dem Lebenslauf und trägt viel zur persönlichen Weiterentwicklung bei – doch finanziell gilt einiges zu beachten.

Denn das Engagement in einem Studentenverband zählt nicht zur Berufsausbildung, wenn Studenten sich dafür beurlauben lassen.

Folglich wird für diesen Zeitraum kein Kindergeld gezahlt bzw. von der Familienkasse zurückgefordert.

Soziales Engagement: Kindergeld für beurlaubte Semester wurde zurückgefordert

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat ein Urteil gefällt, aus dem sich diese Richtlinie ableiten lässt: Ein Jurastudent arbeitete als Schatzmeister beim Bundesvorstand eines Studentenverbandes.

Diese verantwortungsvolle Tätigkeit ließ nicht mehr ausreichend Zeit fürs Studium, sodass sich der Jurastudent für zwei Semester beurlauben ließ.

Das Kindergeld, das in diesem Zeitraum gezahlt wurde, forderte die Familienkasse jedoch vom Vater des Studenten zurück. Dagegen klagte der Vater, doch das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschied im Sinne der Familienkasse.

In ihrer Urteilsbegründung weisen die Richter darauf hin, dass es sich bei der Tätigkeit des Studenten um eine bezahlte und professionelle Vorstandstätigkeit handelt: Der Student erhielt für sein Amt als Schatzmeister eine Aufwandsentschädigung.

Soziales Engagement vermittelt keine Kenntnisse für spätere Berufsausübung

Der Kläger hatte seine Argumentation hingegen darauf gebaut, dass die Tätigkeit seines Sohns mit einem Praktikum vergleichbar ist: Praktika zählen zur Berufsausbildung, für die auch volljährige Kinder weiterhin Kindergeld erhalten.

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Doch dieses Argument zog bei den Richtern nicht. Sie wiesen daraufhin, dass der Student als Schatzmeister nicht die Kenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten gewinnt, die als Grundlage dafür geeignet wären, um seinen angestrebten Beruf auszuüben.

Das Kindergeld musste somit zurückgezahlt werden. Auf dieses Urteil wurde in „Neue Juristische Wochenschrift“ hingewiesen.

Soziales Engagement: Kosten und Einnahmen durchrechnen

Ein soziales oder politisches Engagement während des Studiums streben viele Studenten für ein oder auch mehrere Semester an. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass das Kindergeld wegfällt und somit durch die Aufwandsentschädigung kompensiert werden muss.

Deshalb ist es sinnvoll, die Kosten und Einnahmen vor Beginn der Tätigkeit bzw. vor der Beurlaubung durchzurechnen.

Sonst kann das wichtige und sinnvolle Engagement schnell nach hinten losgehen, wenn das Kindergeld an allen Ecken und Enden fehlt.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.