Sparplan und Entnahmeplan – kombiniert zur Altersvorsorge

Für das Alter vorzusorgen wird immer wichtiger. Eine interessante Möglichkeit ist die Kombination aus Sparplan und Entnahmeplan. (Foto: Khongtham/ shutterstock.com)

Es gibt verschiedene Formen von Entnahmeplänen und auch unterschiedliche Vor- und Nachteile, die ein Entnahmeplan für Ihre Altersvorsorge mit sich bringt. Was ein Entnahmeplan ist und worauf zu achten ist, lesen Sie hier.

Entnahmeplan mit Kapitalerhalt oder Kapitalverzehr

Wenn Sie als Anleger Ihr Geld investieren, muss das Investmentvermögen in der Regel eine gewisse Höhe betragen. Und genau bei diesem kommt der Entnahmeplan beziehungsweise Auszahlplan ins Spiel.

Aus diesem Investmentvermögen können Sie sich als Geldanleger regelmäßig Beträge auszahlen lassen, deren Höhe in einem Entnahmeplan fest gehalten werden. Daher eignet er sich als  Zusatzrente.

Sie haben dabei die Wahl, ob Ihnen lediglich die erwirtschafteten Erträge aus dem Investment zufließen, oder Sie zusätzlich auch regelmäßig Teile des Vermögens ausgezahlt bekommen wollen. Bei der ersten Variante handelt es sich um einen Entnahmeplan mit Kapitalerhalt. Die zweite Variante ist ein Entnahmeplan mit Kapitalverzehr.

Wann braucht man einen Entnahmeplan?

Es gibt unterschiedliche Situationen, in denen sich für Sie ein Entnahmeplan lohnen könnte:

  • Sie erhalten eine größere Summe als Abfindung erhalten
  • Sie verkaufen Ihr eigenes Unternehmen
  • Sie verkaufen Ihre Immobilie
  • Sie haben geerbt

In diesen Fällen haben Sie in aller Regel eine größere Geldsumme zur Verfügung, die Sie sicher anlegen möchten.

Die Formen eines Entnahmeplans

Sie können zwischen verschiedenen Formen von Entnahmeplänen wählen. Bei der ersten Variante – dem Fondsentnahmeplan – wird Ihr Geld auf verschiedene vermögensverwaltende Fonds verteilt.

Die regelmäßigen Auszahlungen werden durch den Verkauf von Anteilen an Investmentfonds finanziert. Die Verteilung des Vermögens erfolgt auf verschiedene Fondsarten: Aktienfonds, Rentenfonds oder offene Immobilienfonds.

Sie können sich aber auch ein komplett individuelles Depot  zusammenstellen, aus dem die regelmäßigen Auszahlungen erfolgen können. Die zweite Variante ist der Bankauszahlplan. Hier vereinbaren Sie mit Ihrer Bank eine monatliche Auszahlrate mit einer festen Verzinsung.

Die Vor- und Nachteile bei Entnahmeplänen

Große Vorteile beim Entnahmeplan in Form eines Fonds-Entnahmeplans sind die tägliche Verfügbarkeit und die Transparenz. Denn Sie können täglich einsehen, was mit Ihrem Geld passiert. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, den Entnahmeplan sehr flexibel und individuell Ihren Bedürfnissen anzupassen. Sie haben dadurch die Chance auf eine sehr hohe Rendite, also auch auf eine höhere Rente.

Auf der anderen Seite, ist der Fonds-Entnahmeplan nichts für risikoscheue Anleger. Denn mit der großen Flexibilität und Rendite-Chance auf der einen Seite, müssen Sie weniger Sicherheit auf der anderen Seite in Kauf nehmen.

Weniger risikoreiche Entnahmepläne sind die Bankauszahlpläne. Hier sind Sie an eine einmal vereinbarte Laufzeit gebunden und erhalten in dieser Zeit auch die festen Zahlungen. In der Regel beträgt die Laufzeit 10 oder 25 Jahre.

Sparplan und Entnahmeplan: Altersvorsorge in zwei Schritten

Eine Möglichkeit zur zusätzlichen Altersvorsorge ist die Kombination aus einem Sparplan und einer anschließenden Geldanlage mit Entnahmeplan.

Hierbei wird die Altersvorsorge in zwei Schritten betrieben. Der erste gewährleistet den Vermögensaufbau, der zweite die langfristige und gleichmäßige Auszahlung des Vermögens.

Schritt 1: Der Sparplan

Das Grundprinzip eines Sparplans ist es, über einen längeren Zeitraum regelmäßig kleinere Summen zu investieren, um am Ende ein größeres Kapital zu haben. Dabei wird nicht nur das eingezahlte Geld angespart. Etwa durch Zinsen oder Fondsgewinne kommen noch zusätzliche Erträge hinzu.

Für einen Sparplan gibt es unterschiedliche Anbieter und Angebote. Allgemein lässt sich zwischen folgenden Varianten unterscheiden:

Auf der einen Seite gibt es die klassischen Banksparpläne. Hierbei wird in der Regel monatlich eine bestimmte Summe über eine vereinbarte Laufzeit eingezahlt. Auf dieses eingezahlte Kapital gibt es dann Zinsen. Ob diese fix oder variabel sind oder ob zwischen Grundverzinsung und Bonuszins unterschieden wird, hängt vom jeweiligen Produkt ab.

Je nach Anbieter variiert auch, ob die Geldanlage beispielsweise auch zu einem früheren Zeitpunkt verfügbar ist und ob Zinsen ausgezahlt oder reinvestiert werden.

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Bei einem Fondssparplan erfolgt die Vermögensvermehrung nicht durch Verzinsung, sondern durch Investitionen in Fonds. Auch hier gibt es diverse Möglichkeiten und verschiedene Produkte. Eine grundlegende Entscheidung ist, in welche Fonds investiert werden soll. Im Vergleich zu Banksparplänen sind Fondssparpläne sowohl zeitlich als auch vom Umfang der Summe flexibler. Zudem bieten sie die Chance auf höhere Renditen.

Inzwischen gibt es auch die Möglichkeit, einen Sparplan für eine Einzelaktie abzuschließen. An sich folgt dieser aber demselben Prinzip wie die beiden obigen Varianten.

Schritt 2: Der Entnahmeplan

Hat man im Laufe der Jahre ein größeres Vermögen angehäuft, so kann man dieses nun in einen Entnahmeplan investieren, zum Beispiel um sich für das Alter eine „Zusatzrente“ zu sichern. Wie auch beim Sparplan muss man sich als Anleger zum einen entscheiden, ob das Geld fest verzinst wird oder aber in Fonds und Aktien investiert werden soll.

Dem Banksparplan entspricht dann quasi ein Bankauszahlplan, einem Fondsparplan eine Geldanlage mit Fondsentnahmeplan. Auch hier gilt es zwischen Sicherheit und Renditechancen abzuwägen.

Wie bereits zuvor erklärt, muss sich der Kunde dann noch entscheiden, ob er einen Entnahmeplan mit Kapitalerhalt einen Entnahmeplan mit Kapitalverzehr bevorzugt.

Sparplan und Entnahmeplan – eine sinnvolle Kombination

Möchte man zur Altersvorsorge eine Kombination aus Sparplan und Entnahmeplan nutzen, so hat man als Anleger viele Varianten zur Auswahl, die man entsprechend der eigenen Bedürfnisse wählen und kombinieren sollte. Theoretisch kann man sich beispielsweise einen Fondsparplan auch selbst erstellen, wenn man über das nötige Wissen und Können verfügt.

Ein Altersvorsorgeangebot, das beides – also Sparplan und Entnahmeplan – von vornherein vereint, ist übrigens die Riesterrente. Hier folgt beim entsprechenden Produkt auf eine mehrjährige Sparphase eine ebenfalls mehrjährige Entnahmephase.

Allerdings bekommt man hier nicht garantiert das volle Kapital ausbezahlt oder auf einmal zur Verfügung, mitunter ist verbliebenes Kapital auch nicht vererbbar.


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Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.