Spotify Aktie klettert auf neues Jahreshoch

Obwohl Apple Druck macht, kann Spotify seine Spitzenposition im Musik-Streaming-Markt verteidigen. Woran liegt das? (Foto: WDnet Creation / Shutterstock.com)

Die Spotify-Aktie kletterte Ende Juli auf ein Rekordhoch bei knapp 200 US-$. Der schwedische Anbieter, der Musik über das Internet zum Konsumenten bringt, kann erstmals die Marke von 100 Mio. aktive Nutzer im Monat überschreiten.

Die Zahl der zahlenden Nutzer, die das gebührenpflichtige Abo-Modell (10 US-$ im Monat) von Spotify Technology nutzen, kletterte auf 83 Millionen Kunden. Insgesamt hat Spotify damit 8 Mio. neue Nutzer binnen der letzten 3 Monate gewonnen – trotz der Konkurrenz durch Apple Music in den USA.

Inzwischen hat die Spotify-Aktie seit dem Börsendebüt an der New Yorker Börse im April 2018 um mehr als 25 % zugelegt. Viele Anleger fragen sich nun, ob die Erfolgsstory weitergeht oder ob das Unternehmen womöglich doch von Apple eingeholt wird?

Spotify Aktie – die Gründe des Erfolgs

Ein Grund für den Erfolg ist die Strategie der Schweden. Spotify-Chef Daniel Ek stellt das Nutzerwachstum in den Vordergrund und zahlt den Großteil der Umsätze in Form von Lizenzgebühren an die großen Musik-Firmen. Die hohen Lizenzgebühren führen dazu, dass Spotify ein reichhaltiges Angebot bestehend aus ca. 30 Mio. Musik-Songs in etwa 60 Ländern anbieten kann.

Dies hat zwar den Nachteil, dass kaum ein Gewinn übrigbleibt – auch im jüngsten Quartal stand bei Spotify ein operativer Verlust von ca. 90 Mio. Euro zu Buche – führt aber dazu, dass Spotify weiter stark wächst. Im laufenden Septemberquartal werden weitere 2 bis 5 Mio. neue Abonnenten erwartet.

Zum anderen hat Spotify eine gut funktionierende mobile App entwickelt, die alle gängigen Betriebssysteme unterstützt. Durch neue Partnerschaften – wie zum Beispiel mit Samsung – will Spotify das Nutzererlebnis noch weiter verbessern.

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Was bringt die Kooperation mit Samsung?

Bislang hatte Apple hier Vorteile, da der Mac-Hersteller seinen Musik-Streaming-Dienst Apple Music eng mit seinen Geräten verzahnt hat. Spotify will nun ähnliches mit dem koreanischen Elektronikgiganten Samsung erreichen. So soll der Spotify-Dienst in sämtliche Samsung-Produkte vom Smartphone, über Lautsprecher, TV-Fernseher und sogar Kühlschränke integriert werden.

Samsung-Kunden werden also beim Einrichten eines neuen Smartphones, digitalen Assistenten (Bixby), Lautsprechers (Galaxy Home) oder Samsung TV-Fernseher dazu aufgefordert, auch gleich den Spotify Musikdienst einzurichten. Ein großer Vorteil für Spotify, schließlich gehört Samsung zu den größten Smartphone- und TV-Herstellern der Welt.

Fazit: Spotify hat bislang die richtige Strategie gewählt, um gegen Apple zu bestehen

Die Unternehmensführung rund um Daniel Ek hat bislang einen guten Job getan, um die führende Position von Spotify im Musik-Streaming-Markt vor dem Giganten Apple zu verteidigen.

Auch der jüngste Schachzug zeigt, dass Spotify keinesfalls daran denkt, Apple das Feld zu überlassen. Im Rahmen eines Feldtests können australische Spotify-Nutzer jegliche Audio- und Video-Werbeanzeigen im kostenlosen Musik-Dienst überspringen. Der Grund: Spotify will wissen, welche Werbung wirklich beim Konsumenten ankommt und hierdurch bessere Formate für Anzeigekunden entwickeln.

Musik-Streaming boomt, sodass auch die Spotify-Aktie trotz der hohen Bewertung von 35 Mrd. US-$ weiter aussichtsreich bleibt. Allerdings ist die Spotify-Aktie nur für spekulativ orientierte Anleger interessant, da die Konkurrenz in diesem Markt sehr hoch ist. Neben Apple Music sieht sich Spotify zunehmend auch dem Wettbewerb mit dem französischen Musik-Streaming-Dienst Deezer gegenüber, der bereits in 180 Ländern vertreten ist.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands