EU-Banken-System: Sprengen sich die Banken selbst in die Luft?

Das europäische Banken-System ist vielenorts genauso marode wie die Staatshaushalte verschiedener EU-Staaten. Das haben wir Ihnen mit konkreten Beispielen belegt. […]

Das europäische Banken-System ist vielenorts genauso marode wie die Staatshaushalte verschiedener EU-Staaten. Das haben wir Ihnen mit konkreten Beispielen belegt.

Auch, warum Deutschland das größte Haftungs-Risiko in der Europäischen Union trägt, wissen Sie bereits.

Und warum Sie auf die Einlagensicherungs-Systeme keinen Cent mehr wetten können, haben wir Ihnen auch schon verraten.

Sprengen sich die Banken selbst in die Luft?

Man kann prophezeien: Die sich zuspitzende europäische Banken-Krise wird gewaltige Verluste für Ihr Vermögen bedeuten.

Sparer, Steuerzahler und Arbeitnehmer sind die Dummen.

Die Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat nicht nur ineffiziente, sondern auch unproduktive Unternehmen am Leben erhalten.

Diese Zombies, deren Pleite nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben worden ist, sorgen mit ihren Kredit-Portfolios für faule Kredite in den Banken.

Bedenken Sie: Kommt es zu einer Zinswende, dann werden diese Zombies Pleite gehen!

Und dies wiederum hat die Auswirkung, dass diese Verluste das Banken-System in Europa in die Luft sprengen wird.

Unfassbar: 2.500 Mrd. an faulen Krediten!

Sie können sich das alles schon jetzt selbst zusammenrechnen:

Die faulen, also toxischen Kredite, die nicht mehr bedient werden können und die in den Tresoren der EU-Banken schlummern wie eine Zeitbombe, betragen rund 1.000 Mrd. €.

Doch zu diesen kommen mind. noch einmal 1.500 Mrd. € an Krediten hinzu, deren Ausfall dann nachgeholt wird.

Das Schlimmste daran: Für diesen Supergau sind die Banken nicht aufgestellt. Es gibt keinerlei Risiko-Vorsorge in Form von Reserven dafür.

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Der Crash steht praktisch schon vor der Tür. Nur in welchem Jahr er eintreffen wird, ist noch offen.

Zombies und Nullzins – Das sind die Ursachen für den bevorstehenden Crash

Markus Krall, promovierter Diplom-Volkswirt (u. a. Allianz AG, Boston Consulting Group, McKinsey) sieht die Ursachen eines solchen Crashs so:

„Vor der Krise 2007 konnte man beobachten, dass jedes Jahr 1,5% – 2% der Unternehmen pleite machten und damit aus dem Wirtschafts-Geschehen ausschieden (…)

Der Nullzins verhindert diese Pleiten zu einem großen Teil, weil er die Fremdkapital-Kosten auf Null reduziert.

Diese Subvention hält eigentlich tote Unternehmen am Laufen. Die Zahl der Pleiten ist z. B. in Deutschland kontinuierlich auf zuletzt 1/2% gesunken.

Jedes Jahr akkumulieren wir so mehr und mehr ‚Zombies’. Sie binden Kapital, Humankapital und Arbeit in ineffizienten Verwendungen und verhindern so das Wachstum.“

Und weiter:

„Wenn eine externe Störung die Tragfähigkeit dieser Unternehmen überschreitet, dann werden diese Pleiten nachgeholt.

Das kann eine Zins-Erhöhung sein, was der Grund für die Bewegungs-Unfähigkeit der Zentralbanken ist.

Es kann aber auch eine andere konjunkturelle Störung sein, wie z. B. eine Konjunktur-Krise in China mit einem entsprechenden Einbruch der Export-Nachfrage und einer nachfolgenden konjunkturellen Störung in Deutschland.

Es kann auch ein Platzen der durch den Nullzins geschaffenen Blasen sein, die uns die Asset-Inflation bei Immobilien und Aktien beschert hat.

Diese wiederum können von unterschiedlichsten Risiken, einschließlich der sich zurzeit bedrohlich entwickelnden geopolitischen Risiken ausgelöst werden.“

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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