Spy-Leaks: So bedroht die US-Spionage die deutsche Wirtschaft

Angesichts vieler anderer Nachrichten ging ein Skandal in loetzter Zeit gänzlich unter: der US-Spionage-Skandal mitten in Deutschland. Dieser bedroht nicht […] (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Angesichts vieler anderer Nachrichten ging ein Skandal in loetzter Zeit gänzlich unter: der US-Spionage-Skandal mitten in Deutschland.

Dieser bedroht nicht nur den hiesigen Unternehmens-Datenschutz, sondern die gesamte Wirtschaft, u. a. die Arbeitsplätze – und damit auch Sie ganz konkret.

Doch der Reihe nach:

Hintergründe zur US-Spionage

Wenn Sie denken, dass solche Spionage-Vorwürfe neu sind, dann täuschen Sie sich. Denn schon seit Jahren spähen US-Dienste deutsche Firmen aus – und das in großem Stil. Dazu später mehr.

2014 jedoch behauptete die Bundesregierung noch auf eine Anfrage der Linken, dass es keine konkreten Hinweise auf US-Wirtschafts-Spionage hierzulande gebe.

Also geschehe dies weder gegen hiesige Konzerne durch US-Geheimdienste, wie etwa NSA oder CIA, noch durch private ausländische Einrichtungen auf deutschem Boden.

Die Unternehmen seien v. a. selbst für ihre Sicherheit verantwortlich. Der Staat könne sie quasi nur auf Grundlage der Hilfe zur Selbsthilfe unterstützen.

Milliarden-Schäden durch Wirtschafts-Spionage

Doch das klingt nach einer einfachen Pseudo-Ausrede.

Woher kommen dann die Schäden von jährlich rund 50 Mrd. €, die durch Wirtschafts-Spionage entstehen? (Dabei ist die Dunkelziffer noch viel höher…) – von den Luxemburgern, oder was?

Amerikaner geben Wirtschafts-Spionage in Europa zu

Bedenken Sie: Die US-Wirtschafts-Spionage ist beileibe kein neues Phänomen. Selbst die Amerikaner bestätigten das.

Und wissen Sie wann? – Konkret am 7. März 2000.

An diesem Tag gab der damalige CIA-Chef James Woolsey bei einer Pressekonferenz bekannt, dass die USA Wirtschafts-Spionage in Europa betreiben.

Europäer hätten eine Kultur der Bestechung

Woolsey sagte wortwörtlich – und jetzt halten Sie sich fest: „Wir stehlen Geheimnisse mit Spionage über Abhör-Aktionen und Aufklärungs-Satelliten.“

Insbesondere gebe es verstärkte Anstrengungen im Bereich der Wirtschafts-Spionage.

Die Begründung dafür: Wirtschafts-Spionage in Europa sei deshalb gerechtfertigt, weil europäische Unternehmen eine „nationale Kultur“ der Bestechung hätten.

So versuchten sie im internationalen Handel ihre Geschäfte abzuwickeln. Europäische Freunde und Verbündete der USA seien genauso in Aktivitäten der Wirtschafts-Spionage verwickelt.

Die USA liegen in verschiedenen technischen Bereichen hinter Europa zurück

Unglaublich, was der damalige CIA-Chef da zum Besten gab, finden Sie nicht auch?!

Ferner bestätigte er auch, dass es einige technologische Bereiche gebe, in denen die amerikanische Industrie gegenüber Firmen anderer Länder zurückliege.

Allerdings hätte im Großen und Ganzen US-Firmen keine Notwendigkeit, ausländische Technologien zu stehlen, um vorne zu bleiben.

US-Medien berichten, dass Deutschland nach der Wiedervereinigung nicht nur als potenzieller Konkurrent um die Dominanz in Europa angesehen werde.

Nein, die BRD werde außerdem als Rivale auf dem Weltmarkt angesehen – ein guter Grund, um uns ausspionieren, finden Sie nicht auch?!

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.