Starbucks: Was kommt nach dem Führungswechsel?

Führungswechsel bei der weltgrößten Kaffeehauskette: Der langjährige Firmenchef Howard Schultz tritt zurück – zum zweiten Mal in 16 Jahren. Der umtriebige Manager wird am 3. April 2017 die Rolle des Chairmans bei Starbucks übernehmen.

An die Spitze rückt dagegen der bisherige Leiter des operativen Geschäfts: Kevin Johnson. Anleger dürften mit Wehmut auf den Führungswechsel blicken, war Starbucks unter der Rigide von Schultz in den letzten Jahren massiv gewachsen.

Schultz kam im Jahr 1982 als Marketing Director zu Starbucks und kehrte im Jahr 2008 als Firmenchef (Chief Executive Officer) an die Firmenspitze zurück. Seit 2008 wuchs die Zahl der Starbucks-Niederlassungen von 15.000 auf inzwischen als 25.000 Stores weltweit. Der Starbucks-Aktienkurs legte seit 2008 um mehr als 500% zu, der Starbucks-Umsatz dürfte in diesem Jahr erstmals die Marke von 20 Mrd. US-$ überschreiten.

Ausblick auf die Starbucks-Aktie: Das plant Starbucks für die nächsten 5 Jahre

Durch den Rückzug auf die Rolle des Chairmans will Schultz künftig die Initiative Starbucks Reserve Roasteries weiter vorantreiben. Im Jahr 2014 hatte Starbucks den ersten Starbucks Reserve Roastery and Tasting Room in Seattle eröffnet.

Bei diesem neuen Store-Konzept handelt es sich um ein neues Kaffeehaus der Luxusklasse. Kunden können hier live erleben, wie Kaffee geröstet und zubereitet wird. Allerdings ist dieses Vergnügen vergleichsweise teuer. Eine Tasse Kaffee kostet hier schon mal zwischen 10 und 12 US-$. Dennoch sieht Schultz ein großes Potenzial für dieses Konzept.

4 neue Luxus-Kaffeehäuser geplant

In den nächsten drei Jahren sollen vier neue Starbucks Reserve Roasteries and Tasting Rooms entstehen, darunter ein neues Premium-Kaffeehaus in Shanghai, das etwa doppelt so groß sein soll wie der erste Flagschiff-Store (15.000 Quadratfuß) in Seattle. Langfristig plant Starbucks 20 bis 30 dieser Premium-Kaffeehäuser zu betreiben.

starbucks_1

Quelle: Starbucks

Die neuen Roastery Stores sollen die Basis für neue Reserve Stores legen, in denen Starbucks Essen von seinem neuen italienischen Partner Princi anbieten will.

starbucks_2

Quelle: Starbucks

Anfang 2016 hatte sich Starbucks zu diesem Zweck bei der italienischen Bäckerei eingekauft. Die ersten Reserve Stores mit dem goldenen R im Logo sollen in der zweiten Jahreshälfte 2017 eröffnet werden, 1.000 weitere Reserve Stores sind bereits in Planung. Erste Princi Stores sind in den nächsten 1 bis 2 Jahren in Seattle, New York und Chicago geplant.

Starbucks will in 5 Jahren 12.000 neue Kaffeehäuser eröffnen

Auch sonst will Starbucks weiter wachsen. Der Ausblick in den nächsten 5 Jahren sieht so aus: Allein in den USA sollen 3.400 klassische Starbucks Kaffeehäuser eröffnet werden, insgesamt sollen bis 2021 rund 12.000 neue Starbucks Stores hinzukommen.

Große Pläne hat Starbucks auch in Europa. Das Europa-Geschäft war lange Zeit die Achillesferse der Amerikaner. Inzwischen hat die Kaffeehauskette hier seine Strategie geändert und setzt stärker auf ein Lizenz- bzw. Franchise-Modell.

Dadurch hat sich nicht nur die Profitabilität der Häuser in Europa stark verbessert, auch hofft Starbucks so schneller expandieren zu können. In der Vergangenheit war Starbucks zum Beispiel in Deutschland nur die Nummer 3 hinter dem McCafé von McDonald`s und Tchibo.

Starbucks will Zahl der Niederlassungen in China verdoppeln

Auch in China stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. In den nächsten 5 Jahren will Starbucks die Zahl seiner Starbucks Niederlassungen im Reich der Mitte auf mindestens 5.000 Stores verdoppeln.

Der Umsatz und der operative Gewinn soll sich im Reich der Mitte gleichzeitig verdreifachen. Der scheidende Starbucks-Chef Howard Schultz glaubt, dass das China-Geschäft eines Tages das US-Geschäft überholen wird.

Starbucks will CPG-Umsatz um knapp 60% steigern

Ferner will Starbucks auch mehr Marktanteile im sogenannten Consumer Packaged Goods (CPG)-Markt gewinnen. In diesem Markt geht es in erster Linie um verbrauchsfertigen Kaffee und Tee zum Mitnehmen für die Laufkundschaft.

In den Tee-Markt war Starbucks zuvor bereits mit seiner Teavana-Marke eingestiegen. Über die nächsten 5 Jahre soll der CPG-Umsatz bei Starbucks von 1,9 Mrd. auf 3,0 Mrd. US-$ steigen. Gleichzeitig will Starbucks den operativen Gewinn aus diesem Geschäft um 75% steigern.

Starbacks-Aktie – aggressives Wachstum angepeilt

Anleger können sich freuen, denn Starbucks wartet mit einem positiven Ausblick auf und peilt auch in den nächsten Jahren ein aggressives Wachstum an – dies dürfte auch der Starbucks-Aktie zugutekommen. Konkret sollen die Umsatzerlöse in den nächsten 5 Jahren im Schnitt um jährlich mindestens 10% zulegen. Der Gewinn je Aktie soll im gleichen Zeitraum im Schnitt um 15 bis 20% wachsen.

Seit dem Jahr 2010 zahlt Starbucks auch eine Dividende. Diese lag seit dem Jahr 2015 stabil bei 20 US-Cent je Aktie und Quartal. Die Wahrscheinlichkeit ist gegeben, dass Starbucks diese Dividende im Zuge des weiteren Wachstums auch weiter anheben wird. Die Starbuck-Aktie ist damit nicht nur für Wachstumsfans, sondern auch für Dividenden-Jäger eine interessante Anlagealternative zu McDonald`s, Coca-Cola & Co.

28. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt