Steuern 2018: Das ändert sich für Steuerzahler und Anleger

Änderungen bei der Steuer gibt es 2018 besonders für Eltern, Rentner und Anleger. Insgesamt zahlen alle Bürger etwas weniger Steuern. (Foto: Marco Rullroetter / Shutterstock.com)

Mit jedem neuen Jahr kommen auch immer Änderungen bei der Steuer, mal Kleinigkeiten und mal größere Reformen. Auch 2018 gibt es wieder Neuerungen, besonders für Anleger ändert sich einiges.

Eine der Besonderheiten, die das neue Jahr bringt, ist die Fortschreitung des Modernisierungsverfahrens des Besteuerungsverfahrens, das ab 2018 fast gänzlich ohne Belege auskommen soll.

Was ändert sich für Steuerzahler im Jahr 2018?

Für alle Bürger ändert sich, dass sie etwas weniger Einkommensteuer zahlen als im Vorjahr, da der Grundfreibetrag von 8.820 € auf 9.000 € angehoben wird. Dadurch können 180 € mehr verdient werden, bevor eine Besteuerung greift. Ebenfalls positiv ist die Berücksichtigung der Inflation, an die die Einkommensgrenzen der verschiedenen Steuertarife angepasst werden. Singles sparen dadurch bis zu 146 € und Verheiratete bis zu 292 €.

Negativ wirkt sich die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze aus, wodurch für Arbeitnehmer mehr Sozialversicherungsbeiträge fällig werden. Bisher lag die Grenze bei 52.200 €, ab 2018 sind es 53.100 €, sodass die Abgaben für Kranken- und Pflegeversicherung insgesamt teurer werden.

Weitere steuerliche Änderungen ab 2018

Sparen können Steuerzahler hingegen bei der Anschaffung von Arbeitsgeräten. Wer einen neuen PC, einen neuen Drucker oder neue Büromöbel benötigt, sollte bis Januar warten. Bis Ende 2017 können Anschaffungen nur bis 487,90 € geltend gemacht werden, darüber hinaus muss eine Abschreibung über mehrere Jahre erfolgen. Ab dem 01.01.2018 wird der Betrag für die sofortige Abschreibung auf 952 € angehoben – die Steuerersparnis für die Anschaffungen gibt es also schon früher zurück.


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Das ändert sich für Eltern

Beim Thema Kindergeld verkürzen sich die Fristen. Eltern können ab dann nicht mehr für vier Jahre rückwirkend einen Antrag stellen, falls sie das bisher versäumt hatten, sondern nur noch ein halbes Jahr rückwirkend. Es empfiehlt sich daher für Eltern bis zum 31.12.2017 noch zu prüfen, ob seit dem 01.01.2013 noch eine Beantragung von Kindergeld aussteht, die bisher vergessen wurde.

Das Kindergeld und der Kinderfreibetrag werden 2018 erhöht – pro Kind und Monat gibt es 2 € mehr und der Kinderfreibetrag steigt auf 4.788 € an. Das bedeutet eine Erhöhung von 72 €, die Eltern allerdings nur dann geltend machen können, falls Ihr Steuervorteil dadurch größer ausfällt als durch das Kindergeld.

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Änderungen für Rentner

Für Rentner sinkt der Steuerfreibetrag im Rahmen der nachgelagerten Besteuerung seit 2005 jedes Jahr um 2 %.  Neurentner erhalten 2018 nur noch 24 % ihrer monatlichen Rentenauszahlungen steuerfrei. Zudem sinkt der Altersentlastungsbetrag für alle, die 2018 65 Jahre alt werden, von 988 € in 2017 auf 912 €. Lohnsteuerpflichtige Pensionen unterliegen ebenfalls einer neuen Besteuerung, da der Versorgungsfreibetrag mit Zuschlag auf maximal 1.872 € absinkt.

Neuerungen im Steuersystem auch für Anleger

Besonders für Anleger gibt es 2018 einige Neuerungen. Wer in Fonds investiert hat, unterliegt künftig einer anderen Besteuerung. So zahlen deutsche Fonds in Zukunft 15 % Körperschaftssteuer auf bestimmte Erträge. Das verringert ihre Ausschüttung und Neuanlage und reduziert somit den Ertrag für Anleger. Sparer erhalten als Ausgleich dafür eine Freistellung von der Abgeltungssteuer, um die Nachteile wieder aufzuwiegen.

Besonders Immobilien- und Aktienfonds sind betroffen, Rentenfonds nicht. Wie hoch die Freistellungen von der Abgeltungssteuer ausfallen, hängt davon ab, wie der Fonds zusammengesetzt ist. Handelt es sich um einen Mischfonds in dem sich mindestens ein Aktienanteil von 25 % verbirgt, werden 15 % der Ausschüttungen steuerfrei erledigt. Bei Immobilienfonds kann der Freibetrag sogar bis auf 80 % der Ausschüttung steigen.

Die Freistellungen gelten sowohl auf Dividenden als auch auf Verkaufsgewinne. Zudem wird auf diese Weise die eventuell im Ausland gezahlte Quellensteuer angerechnet. Sparer, die ihre Anteile vor dem Jahr 2009 gekauft haben, müssen nun beim Verkauf auch Abgeltungssteuer zahlen. Bisher waren ältere Fondsanteile davon befreit und nur laufende Auszahlungen wurden besteuert. Für Kursgewinne gibt es dann ab dem 02. Januar 2018 einen Freibetrag pro Person von 100.000 €.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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