Invest Messe Stuttgart, von 05. bis 06. April 2019

Steuern: Das ändert sich in 2019

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Höherer Freibetrag und Mindestlohn, weniger Abgaben für Elektrofahrzeuge. Bei der Steuer gibt es auch in 2019 wieder einige Änderungen. (Foto: RomanR / shutterstock.com)

Wie jedes Jahr bringt auch das Jahr 2019 Neuerungen bei der Steuer mit sich. Trotz eines soliden Bundeshaushalts und Einnahmenüberschüssen der Bundesländer in Höhe von 19,6 Mio. Euro erwartet die Steuerzahler im neuen Jahr keine massive Erleichterung. Zwar gibt es einige Einsparmöglichkeiten, steigende Lebenshaltungskosten und Inflation dürften diese aber wieder ausgleichen.

Generelle Änderungen: Steuerfreibetrag und Mindestlohn steigen

Eine Änderung im Steuergesetz betrifft alle Steuerzahler. Wie jedes Jahr steigt auch in 2019 der Grundfreibetrag wieder an, von 9.000 Euro auf 9.168 Euro. Dieser Betrag darf steuerfrei verdient werden. Eine wichtige Änderung bringt auch die Anhebung des Mindestlohns mit sich, er ist zum 01. Januar um 0,42 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde gestiegen.

Eltern werden in 2019 steuerlich entlastet

Auch der Kinderfreibetrag wurde zum Jahreswechsel erhöht, um 96 Euro auf 2.490 Euro für jedes Kind pro Elternteil. Für gemeinsam veranlagte Eltern steigt der Kinderfreibetrag auf 4.980 Euro. Ebenso wird das Kindergeld in 2019 um 10 Euro pro Kind angehoben. Ab dem 01. Juli gibt es für das erste und zweite Kind 204 Euro, für das dritte Kind 210 Euro und ab dem 4. Kind 235 Euro. Ob Eltern mehr vom Kindergeld oder vom Kinderfreibetrag profitieren errechnet das Finanzamt.

Mehr Zeit für die Steuererklärung ab 2019

Ebenfalls neu ist auch die Abgabgefrist für die Steuererklärung für diejenigen, die zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Bisher war immer der 31. Mai des Folgejahres der Stichtag für die Abgabe, für die Steuererklärung 2018 reicht nun der 31. Juli 2019 als Abgabezeitpunkt. Für Steuerpflichtige, die ihre Steuererklärung von einem Steuerberater machen lassen, verschiebt sich die Frist vom ursprünglich 31. Dezember 2019 auf den 29. Februar 2020. Wer seine Steuererklärung zu spät einreicht, muss in Zukunft mit einem Verspätungszuschlag von 0,25 Prozent der Steuerlast rechnen.

Steuerliche Neuerungen auch beim Thema Transport

Eine weitere Änderung betrifft das Jobticket, das viele Arbeitnehmer von ihrem Arbeitgeber erhalten. Sofern es das Ticket zusätzlich zum Gehalt gibt, müssen darauf keine Steuern mehr bezahlt werden. Auch für die private Nutzung des Tickets fällt keine Steuer an. Falls es Gehaltsbestandteil ist, wird es aber weiterhin versteuert. Kommt die Pendlerpauschale bei Steuerzahlern zum Tragen, wird das Jobticket mit berücksichtigt. Das war vor 2019 anders.

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Steuern, Formulare und Co. – was Sie 2013 wissen solltenIn Deutschland müssen Erwachsene Steuern bezahlen bzw. eine Steuererklärung abgeben. Die Formulare finden Sie online - Tipps zum Ausfüllen in diesem Artikel.  › mehr lesen

Beim Thema Transport gibt es weitere Neuerungen: Falls dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber ein E-Bike zur Nutzung überlassen wird, muss er dies nicht versteuern, wenn es es zusätzlich zum Gehalt bekommt. Aber Vorsicht: Wenn das E-Bike mehr als 25 km/h fahren kann, gilt es als Kraftfahrzeug und muss dementsprechend versteuert werden. Für diese Art der E-Bikes und auch für Elektroautos als Dienstwagen sinkt aber in 2019 die Steuerlast.

Bisher musste 1 Prozent des Listenpreises des Fahrzeugs monatlich zusätzlich zum Gehalt versteuert werden. Dieser Wert sinkt auf 0,5 Prozent und soll damit mehr Anreiz zur Nutzung von Elektromobilität schaffen. Auch Hybridelektrofahrzeuge, die extern geladen werden müssen, sind von dieser Regelung betroffen.

Mehr steuerpflichtige Rentner durch bundesweite Rentenerhöhung

Aufgrund der Rentenerhöhung in den alten Bundesländern um 3,2 Prozent und in den neuen um 3,9 Prozent werden im Jahr 2019 erstmals viele Rentner steuerpflichtig, da ihre jährlichen zu versteuernden Rentenzahlungen dann den Steuerfreibetrag überschreiten. 48.000 Rentner sind betroffen, so die Schätzung. Sie sind dann zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.

Das ändert sich für Anleger bei der Steuer in 2019

Auch für Anleger gibt es in 2019 Änderungen. Schon in 2018 gab es eine veränderte Besteuerung von Investmentfonds, durch die Fonds ihre Erträge innerhalb Deutschlands nun selber versteuern. Dies hat zur Folge, dass Anleger geringere Erträge ausgeschüttet bekommen, die dann aber je nach Art des Fonds steuerfrei bleiben.

Auch in 2019 wird diese Regelung fortgeführt. Erträge aus reinen Aktienfonds sind dann zu 30 Prozent steuerfrei, bei Mischfonds mit 25 Prozent Aktienanteil werden 15 Prozent fällig. Immobilienfonds mit dem Anlagefokus auf Deutschland sind zu 60 Prozent steuerfrei, mit einem Auslandsfokus sogar zu 80 Prozent. Wer Fonds ohne nennenswerte Erträge hält, muss mit einer Besteuerung auf Basis einer fiktiven Bemessungsgrundlage rechnen. Am 02. Januar 2019 hat die Depotbank erestmals für das vergangene Jahr Steuern berechnet und von den Konten der Anleger eingezogen.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.