Steuern in OECD Ländern auf neuem Höchststand

Im OECD-Schnitt liegen die Steuern und Abgaben für die Bürger auf Rekordniveau. Deutschland belegt dabei den 12. von 35 Plätzen. (Foto: RomanR / Shutterstock.com)

Steuern und Sozialabgaben finanzieren Renten, Arbeitslosengeld, neue Schulen, neue Straßen und das öffentliche Leben. Deutschland liegt im OECD-Ländervergleich (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) regelmäßig auf einem der vorderen Plätze was die Abgabenlast angeht.

Die Steuern liegen in den OECD-Ländern auf Rekord-Niveau

Die durchschnittliche Abgabenlast aller OECD-Länder war noch nie so hoch wie im Jahr 2016 (die Statistik wird seit 1965 erhoben). Die OECD-Länder sind 35 wohlhabende Industriestaaten, deren Einwohner 17 % der Weltbevölkerung ausmachen.

Im Schnitt lagen die durchschnittlichen Abgaben von Bürgern und Unternehmen der OEDC-Länder bei 34,3 % in Relation zur Wirtschaftskraft. Der Einbruch zu Zeiten der Wirtschaftskrise ist somit wieder wettgemacht. Die durchschnittlichen Abgaben in Relation zur Wirtschaftskraft liegen in Deutschland bei 37,6 %, was 0,5 % mehr ist als im Vorjahr (Quelle: OECD). Der Anstieg aller OECD-Länder lag im Schnitt nur bei 0,3 %, Deutschland liegt also etwas darüber.

In welchem OEDC-Land sind die Abgaben am höchsten?

In Relation zur Wirtschaftskraft werden in zwei deutschen Nachbarländern am meisten Steuern fällig, den Rekord hält Dänemark mit 45,9 %, dicht gefolgt von Frankreich mit 45,3 %. Auf den Plätzen dahinter folgen Belgien mit 44,2 % Abgaben auf Platz drei und Finnland und Schweden auf Platz vier und fünf mit jeweils 44,1 % Abgaben. Deutschland liegt mit einem Wert von 37,6 % auf Platz 12.

Im Gegenzug für die hohen Abgaben gibt es in den Ländern wie Dänemark, Belgien, Finnland oder Deutschland ein staatliches Krankenversicherungssystem, kostenlose Schulbildung und vieles mehr.

So setzt sich die Abgabenlast zusammen

Der Grund für die relativ hohe Belastung in Deutschland sind neben den Steuerzahlungen wie Einkommensteuer und Mehrwertsteuer vor allem die Abgaben für die Arbeitslosen-, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Auch in den anderen OECD-Ländern sind es nicht nur die Steuerbelastungen, die für die hohen Abgaben sorgen, sondern auch die Sozialabgaben.


Kostenloser Spezialreport: Cannabis-Aktien – Der ultimative Guide für Einsteiger in einen Milliardenmarkt

Der Cannabis-Siegeszug ist nicht mehr aufzuhalten: Nur diese 3 Top Cannabis-Aktien werden den gesamten Markt unter sich aufteilen und Anlegern riesige Gewinne bescheren.

Steigen Sie jetzt ein, bevor die große Gewinn-Chance vorüber ist!


Italiens neue Rentenpolitik: Chaos oder Segen?Am heutigen Italien-Dilemma ist kein anderer Schuld, als Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. Warum das so ist, verraten wir Ihnen hier. › mehr lesen

In Ländern wie zum Beispiel den USA ist das Sozialsystem aber gänzlich anders organisiert, sodass sich die Abgabenlast je nach Land aus ganz verschiedenen Komponenten zusammensetzt. Ein qualitativer Vergleich aller Länder ist daher schwierig – die Zahlen dienen mehr der Übersicht. Auch spielt die Wirtschaftskraft, also das Bruttoinlandsprodukt, eines Landes eine Rolle bei der OECD-Statistik, schließlich wird die Abgabenlast dazu in Relation gesetzt.

Privatpersonen bezahlen über die Jahre hinweg mehr Steuern, Unternehmen seit der Wirtschaftskrise weniger

Die Steuerbelastung hat sich international verschoben. Für das Arbeitseinkommen werden mehr Steuern fällig, ebenso für den Konsum. Die durchschnittliche Unternehmenssteuer ist hingegen gesunken. Vor der Wirtschaftskrise im Jahr 2007 lagen die durchschnittlichen Steuerzahlungen von Unternehmen bei 11,2 % der Wirtschaftskraft, nach der Finanzkrise im Jahr 2014 waren es nur noch 8,8 %.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt