Steuerprogression: Durch Ehegattensplitting Steuern sparen

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Unterscheidet sich die Höhe des Einkommens beider Ehepartner stark voneinander, lässt sich durch das Ehegattensplitting viel Geld sparen. (Foto: Freedomz/Shutterstock)

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Wie funktioniert des Ehegattensplitting und wie hängt das mit der Steuerprogression zusammen? Unter Umständen lassen sich durch das Ehegattensplitting einige Tausend Euro jährlich an Steuern sparen.

Wieso spart man beim Ehegattensplitting Steuern? die Steuerprogression

Vereinfacht ausgedrückt bedeutet Steuerprogression, dass der effektiv zu zahlende Steuersatz höher wird, je höher das zu versteuernde Einkommen ist. Geht man beispielsweise von einem zu versteuernden Jahreseinkommen in Höhe von 40.000 € aus, zahlt man 9.311,43 € Einkommenssteuer. Dies entspricht gerundeten 23,28 %. Bei einem Einkommen in Höhe von 60.000 € werden hingegen 17.729,27 € Einkommenssteuer fällig, was bereits rund 29,55 % entspricht.

Begründen lässt sich die Steuerprogression auf mehrere Arten. Ein Ansatz ist beispielsweise der des abnehmenden Nutzens. Demnach ist der erste verdiente Euro wesentlich wichtiger für den Lebensunterhalt als der letzte verdiente Euro. Aus diesem Grunde ist der erste Euro steuerfrei, während etwa der 60.000 hoch besteuert wird.

Wie funktioniert das Ehegattensplitting?

Ehegattensplitting bedeutet im Prinzip, dass nicht jeder Ehegatte sein eigenes Einkommen separat versteuert, sondern dass beide Einkommen zusammen veranlagt werden.

Wer spart besonders viel Steuern mit dem Ehegattensplitting?

Das Ehegattensplitting lohnt sich vor allem für Ehepaare, die unterschiedlich hohe Einkommen haben. Je höher die Differenz ist, desto mehr lässt sich sparen. Am meisten profitieren demnach Ehepaare mit einem Alleinverdiener.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass das Ehegattensplitting für das ganze Kalenderjahr gilt, in dem geheiratet wurde. Profitieren kann man also rückwirkend für das gesamte Jahr, selbst wenn man erst Ende Dezember vor den Standesbeamten tritt.

Steuervorteil beim Ehegattensplitting

Heiratet also ein Paar noch bis zum 31. Dezember standesamtlich, so greift der Steuervorteil beim Ehegattensplitting für das gesamte Jahr. Es ist zwar alles andere als romantisch, doch neben dem Bund fürs Leben bringt eine Hochzeit auch steuerliche Vorteile mit sich.

Ehegattensplitting: So wird die Steuerersparnis berechnet

Beim Ehegattensplitting wird das zu versteuernde Einkommen halbiert. Auf dieser Grundlage wird dann die Einkommenssteuer berechnet, die ans Finanzamt zu entrichten ist. Zur Berechnung wird der aktuell geltende Einkommenssteuertarif herangezogen. Dieser Betrag wird dann verdoppelt  und muss von beiden Ehepaaren gezahlt werden.

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Beispielrechnung für Splittingverfahren

Während Herr Müller ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von 25.000 € hat, sind es bei Frau Müller 75.000 €. Diese Beträge werden nun addiert, so dass man die Summe von 100.000 € erhält. Diese Summe wird halbiert. So erhält man also 50.000 €, von denen die Einkommenssteuer errechnet wird. Da jedoch die gesamten 100.000 € versteuert werden müssen, verdoppelt man diesen Betrag nun.

Steuerprogression: Ehegattensplitting reduziert zu zahlende Einkommenssteuer

Das Ehepaar kann nun viel Geld sparen – durch die Steuerprogression. Ehegattensplitting führt dazu, dass sich der Gesamtbetrag der zu zahlende Einkommenssteuer verringert. Ohne das Ehegattensplitting müsste Herr Müller 4.174,63 € Einkommenssteuer zahlen. Bei Frau Müller wären es 24.375,77 € – in Summe 28.550,40 €.

Beim Ehegattensplitting wird nun angenommen, dass beide Partner jeweils 50.000 € verdienen. Dies würde eine Einkommenssteuer von jeweils 13.330,98 € bedeuten, in Summe also 26.661,96 €. Gegenüber der getrennten Veranlagung müsste das Ehepaar Müller also 1.888,44 € Steuern weniger pro Jahr bezahlen und der Vorteil der Kombination aus Steuerprogression und Ehegattensplitting wird leicht ersichtlich.

Splittingverfahren – wer kann davon profitieren?

Das Splittingverfahren kann jedoch nicht nur von Ehepaaren genutzt werden, die alle Voraussetzungen zur gemeinsamen Veranlagung erfüllen. In den Genuss des Splittingverfahrens kommen außerdem:

  • Steuerpflichtige, deren Ehe in dem Kalenderjahr aufgelöst worden ist, in dem das Einkommen erzielt wurde. Voraussetzung ist hierbei jedoch, dass sowohl der Steuerpflichtige als auch der ehemalige Ehepartner alle Bedingungen erfüllen, die für eine gemeinsame Veranlagung erforderlich sind.
  • Verwitwete Steuerpflichtige für den Veranlagungszeitraum, der auf das Kalenderjahr folgt, in dem der Ehepartner verstorben ist. Hierbei gilt, dass alle Voraussetzungen für die gemeinsame Veranlagung zu dem Zeitpunkt erfüllt sein müssen, zu dem der Ehepartner gestorben ist.

Streng genommen handelt es sich beim Splittingverfahren nicht um einen Steuervorteil – stattdessen wird dadurch lediglich der Progressionsnachteil beseitigt, falls beide Ehepartner Einkommen in unterschiedlicher Höhe beziehen. Ehepaare mit identischem Gesamteinkommen unterliegen somit auch der gleichen Besteuerung.

Das Splittingverfahren ist häufig dann ein Steuervorteil bzw. wirkt sich dann steuersenkend aus, wenn innerhalb einer Ehe Einkommen in unterschiedlicher Höhe erzielt werden. Insbesondere in den Fällen, in denen ein Partner hohe Einkünfte erzielt und der andere Partner kein Einkommen erhält, lohnt sich das Splittingverfahren in der Regel.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.