Stückaktie: Warum gibt es Aktien ohne Nominalwert?

Der Begriff „Nominalwert“ (engl. „par value“) sorgt oftmals für Verwirrung.

Grund dafür sind vor allem die leicht unterschiedlichen Bedeutungen in Bezug auf Eigenkapital oder Schulden.

Im Allgemeinen bezieht sich der Nominalwert (auch Nenn- oder Pariwert genannt) auf die Summe, zu der ein Wertpapier emittiert wird oder wieder eingelöst werden kann.

So kann beispielsweise eine Anleihe mit einem Nominalwert von 1.000 € zum Verfall für 1.000 € eingelöst werden.

Dies ist vor allem entscheidend bei festverzinslichen Wertpapieren wie Anleihen oder Vorzugsaktien, da die Zinserträge auf dem Prozentsatz des Nominalwerts basieren.

Dementsprechend würde eine 8%-ige Anleihe mit einem Nominalwert von 1.000 € einen Zinsertrag von 80 € im Jahr ergeben.

Ursprünglich entsprach der Nominalwert von Stammaktien der investierten Summe (wie bei festverzinslichen Wertpapieren).

Heute werden die meisten Aktien allerdings zu einem sehr niedrigen Nennwert (wie zum Beispiel 0,01 € pro Anteil) oder ganz ohne Nominalwert emittiert.

Letzteres lohnt sich für Unternehmen, da sie so eine Haftung gegenüber den Aktionären vermeiden, falls sich der Aktienkurs negativ entwickeln sollte.

Würde eine Aktie zum Beispiel für 5 € pro Anteil gehandelt werden und der Nominalwert würde 10 € betragen, hätte das Unternehmen – theoretisch – eine Haftung von 5 € pro Anteil.

Der Nominalwert steht in keinem Bezug zum Marktwert einer Aktie. So kann eine Aktie ohne Nominalwert (auch Stückaktie genannt) dennoch für viel Geld gehandelt werden.

Letztendlich hängt der Wert der Stückaktie davon ab, für wie wertvoll sie der Markt einschätzt.

25. Februar 2013

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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