Studie: Schlechtes Finanzwissen in Deutschland und Europa

Dass das Bildungs-Niveau in Europa in Sachen Finanzen zu gering ist, lässt sich z. B. aus der niedrigen europäischen Aktienquote ableiten.

(Die renditestärkste Anlageklasse wird von den Sparern stark vernachlässigt).

Doch dass das Wissen der Europäer in Sachen Finanzen so erschütternd ist, wie es eine Studie der Allianz offenbart (Allianz Global Wealth Report 2016), hat mich schon ein wenig geschockt.

Die Allianz fasst die Ergebnisse der Studie zusammen, in dem sie schreibt, dass die Bürger in Europa bedenklich wenig über Finanzen und Risiken wissen.

Im Rahmen der Studie wurden jeweils 1.000 Menschen in 10 westeuropäischen Ländern zu ihrer Finanz-Kompetenz befragt.

Deutschland belegt Platz 2

Die ersten 3 Plätze belegen Österreich, Deutschland und die Schweiz.

In Deutschland waren gut 17% der Studien-Teilnehmer in der Lage alle 5 Fragen – 3 zu finanziellem Grundwissen und 2 zu finanzbezogenen Risiken – richtig zu beantworten.

Nur der Spitzenreiter Österreich kommt mit 18% auf einen noch besseren Wert.

Während die Befragten in Österreich, Deutschland und der Schweiz also noch vergleichsweise passabel abschnitten, fielen die Resultate in Frankreich, Portugal und Italien besonders ernüchternd aus:

In Frankreich (Schlusslicht der Studie) konnten z. B. nur 7% der Befragten alle 5 Fragen korrekt beantworten. Damit liegen die Franzosen sogar noch weit unter dem europäischen Durchschnittswert von 12%.

Insgesamt bereiteten den Studien-Teilnehmern besonders die beiden Fragen zu den Finanz-Risiken erhebliche Sorgen.

Gute Finanz-Bildung führt zu besseren Entscheidungen

In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass Menschen mit guter Finanz-Bildung mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit vorteilhaftere finanzielle Entscheidungen treffen als Menschen mit einer schlechten Finanz-Bildung.

Das hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Entwicklung des finanziellen Wohlstands.

Der Studie der Allianz zufolge sollen deutschen Haushalten durch sehr vorsichtiges (nach meiner Einschätzung falsches) Sparverhalten in 4 Jahren insgesamt 200 Mrd. € durch die Lappen gegangen sein.

Hierzulande weisen insbesondere die Unter-35-Jährigen gravierende Wissenslücken in Sachen Finanz-Bildung auf.

Schulen sollen das Problem lösen

Studien-Leiterin Annamaria Lusardi, Professorin an der George Washington Universität, plädiert dafür, Finanzwissen in der Schule zu lehren und jungen Menschen die Auswirkungen ihrer Entscheidungen auf das alltägliche Leben zu verdeutlichen.

Ihrer Meinung nach sollen also die Schulen bzw. die Lehrerinnen und Lehrer das Problem lösen. Ich begrüße diesen Vorschlag grundsätzlich.

Das Problem dabei ist jedoch, dass sich dadurch lediglich die Finanz-Bildung in der Zukunft verbessert. Daher muss zusätzlich auch für diejenigen etwas getan werden, die nicht mehr oder nicht mehr lange zur Schule gehen.

Aber auch die Eigenverantwortung ist wichtig:

Wenn sich jeder Deutsche vor der Anlage von Geldbeträgen so intensiv mit dem Thema beschäftigen würde, wie mit der Auswahl des „richtigen“ Autos, wären die Anlage-Ergebnisse deutlich besser…


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3. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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