Suzuki: Diesen kleinen Autohersteller sollten Sie auf dem Zettel haben

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Die Suzuki-Aktie ist ein Investment auf einen erfolgreichen Nischenanbieter, der von vielen Problemen am Markt weitgehend verschont ist. (Foto: parlanteste / shutterstock.com)

Wer in Autohersteller investiert, wurde in den letzten Jahren nicht immer verwöhnt. Die Branche steht unter Druck. Abgasskandale, Fahrverbote in Deutschland, die Verbesserung traditioneller Motoren, gleichzeitig neue Antriebssysteme, wovon Elektroautos die meisten Kosten verschlingen – mit ungewisser Zukunft wer hier das Rennen macht. Gut ablesbar ist das alles an der VW Aktie, die nach erfreulichem Aufstieg ab 2015 mit dem Dieselskandal Schwächen zeigte.

Suzuki-Aktie als einzige mit 130 % Plus in fünf Jahren

Während es auf Fünfjahressicht überall durchmischt bis mager aussieht, glänzt ein Papier mit fast 130 % Plus: die Aktie von Suzuki Motors. Selbst der Aufsteiger BYD aus China kann da nicht mithalten. Gut, die Suzuki-Aktie hat seit August vom Höchststand von etwa 58 Euro auf rund 40 Euro nachgegeben, doch in dem Zeitraum ging es überall bergab, teils noch stärker.

Was die Aktie von Suzuki mit vielen anderen der Branche teilt: Sie ist unterbewertet. Und es gibt einige Punkte, die den Anbieter interessant machen. Viele Anleger dürften die Suzuki-Aktie gar nicht auf dem Radar haben. Mit seinen kompakten Autos kommt er in der Wahrnehmung recht bescheiden daher. Schon der Standort des deutschen Ablegers im beschaulichen Bensheim am hessischen Odenwald wirkt alles andere als spektakulär.

Dabei sind Autos nur ein Teil des Programms. Suzuki steht auf mehreren Beinen, produziert Außenbordmotoren und ist nach Honda weltweit größter Exporteur von Motorrädern. Das Unternehmen hat es geschafft seine Selbständigkeit zu bewahren. Ambitionierte Beteiligungen von General Motors oder VW sind längst Vergangenheit. Bei Autos dominieren neben der Kompaktklasse Kleinwagen, Kleintransporter und vor allem geländegängige Fahrzeuge. Das Erfolgsmodell Jimny etwa gilt als der kleinste echte Offroader mit dem wohl sparsamsten Benzinmotor der Klasse.

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Dabei profitiert Suzuki im Fahrzeugbereich nicht nur vom Verkauf eigener Marken. Es baut viele Autos oder Komponenten für andere, meist kleinere Hersteller, für die sich Eigenentwicklungen nicht lohnen. Das Unternehmen produziert in einigen asiatischen Ländern, wo es die Nachfrage nach Kompaktwagen deckt. Am stärksten ist der Zuwachs in Indien, wo im Sommer das 20-millionste Auto vom Band lief.

Profitabelster Autobauer der Welt

Nicht nur das ließ bei Veröffentlichung der Halbjahreszahlen 2018 aufhorchen. Suzuki konnte mit einer operativen Gewinnmarge von 11,8 % BMW ablösen und wurde zum profitabelsten Autobauer der Welt. Auch legten Umsatz und Gewinn im Vorjahresvergleich deutlich zu. Die Produktion schaffte den Rekord von 867.000 Fahrzeugen. Das Absatzplus betrug 16,3 %. Der Umsatz stieg um 14,4 % auf 6,93 Mrd. Euro und der Gewinn legte um 37,8 % auf 841,5 Mio. Euro zu.

Übersichtlich, günstig, bodenständig – Suzuki bedient mit Erfolg und ohne spektakuläre Themen erfolgreich eine Marktnische, in der es wenig Gegenwind erfährt, der anderen ins Gesicht bläst. Mit seinen Produktionsnetzwerken und Schwerpunktmärkten wie Indien ist das Unternehmen auch vom Handelsstreit der USA mit China nicht berührt.

Allerdings: Auch Suzuki hatte seinen Abgasskandal. Im September wurde publik, dass Abgasdaten im großen Stil manipuliert wurden, um Fahrzeugen mit schlechten Ergebnissen zur Zulassung zu verhelfen. Dies betraf auch Motorräder. In der Folge war die Suzuki-Aktie an der Börse nach leichter Erholung erneut kräftig abgerutscht. Sollte sich der Vorfall nicht wiederholen, hat die Aktie jedoch gutes Erholungspotenzial.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.