Tagesgeld – Definition, Tipps & Tagesgeldkonten im Vergleich

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Mit dem Tagesgeld Vergleich gelingt es trotz niedriger Zinsen mehr aus einer Anlage herausholen. (Foto: totojang1977 / Shutterstock.com)


Wissenswertes zum Tagesgeld im Überblick

Definition: Geldanlage ohne feste Laufzeit mit variabler Verzinsung

Vorteile: Keine feste Laufzeit, Täglich kündbar, Anlagebetrag jederzeit verwendbar, variable Verzinsung, Einlagensicherung

Nachteile: Niedrigere Zinsen als beim Festgeld, Zinsen können sich täglich ändern, keine EC-, Bank- oder Kreditkarte für die Auszahlung


Definition: Was ist Tagesgeld?

Unter Tagesgeld versteht man eine Geldanlage ohne feste Laufzeit mit variabler Verzinsung, was bedeutet, dass die Bank den Zinssatz jederzeit erhöhen oder senken kann bzw. darf.

Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase und kaum spürbarem Zinsertrag bei Festgeld und Spareinlagen, werden Tagesgeldkonten immer beliebter. In der Folge sollen die fünf wichtigsten Merkmale von Tagesgeld aufgezeigt werden.

Merkmale von Tagesgeld

Kontoart des Tagesgeldkontos

Das Tagesgeldkonto ist ein Konto, welches einem Girokonto nachempfunden ist. Der Unterschied zu einem normalen Girokonto besteht darin, dass das Tagesgeldkonto nur im Guthaben geführt werden kann. Der zweite Unterschied ist dessen Eignung für den Zahlungsverkehr, Tagesgeldkonten können nicht für alltägliche Zahlungen wie Überweisungen und Lastschriften, verwendet werden. Es gibt zudem auch keine EC-, Bank- oder Kreditkarte für das Tagesgeldkonto.

Verfügbarkeit des Guthabens

Anleger könnenjederzeit auf das Guthaben zugreifen. Unter Umständen ist allerdings ein auf dem Konto verbleibender Mindestbetrag vorgesehen.

Im Gegensatz zum Festgeld ist das Guthaben beim Tagesgeld jederzeit verfügbar. Der Anlagebetrag kann jedoch vom Konto nicht direkt ausbezahlt, sondern lediglich auf ein Referenzkonto überwiesen werden. Der Name „Tagesgeld verweist darauf, dass das Geld jeden Tag in voller Höhe sofort verfügbar ist. Im Vergleich zu Spareinlagen bestehen für Sparer keine Kündigungsfristen oder Freibeträge. Anlegern entstehen somit keine Kosten für eine ungekündigte Auszahlung.

Merkmale von Tagesgeld

Einlagensicherung/ Einlagensicherungsfonds beim Tagesgeld

Einlagensicherungsfonds bilden einen Teil der Einlagensicherung von Banken zum Schutz der Sparer im Fall einer Insolvenz. Neben freiwilligen Sicherungssystemen bestehen gesetzliche Regelungen für Einlagensicherung bzw. Einlagensicherungsfonds. in Deutschland befassen sich das Einlagensicherungsgesetz und das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz damit.

Sicherheit bei der Geldanlage ist für Anleger und Sparer ein wichtiger Aspekt. Tagesgelder unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung. In Deutschland gilt eine Einlagensicherungbis 100.000 €.

Viele Banken, wie beispielsweise Sparkassen und Volksbanken, unterhalten als zusätzliche Sicherung zur Einlagensicherung die sogenannte Institutssicherung. Somit werden bei diesen beiden Bankengruppen höhere Einlagen als die gesetzlich vorgeschriebenen 100.000 € gesichert.

Rendite beim Tagesgeld

Anleger bevorzugen Anlageformen mit hohen Renditen. Die Verzinsung beim Tagesgeld orientiert sich am Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB), derzeit liegt diese bei 0,05 %. In der jetzigen Niedrigzinsphase sind Tagesgelder als Renditeanlage wie auch Festgeld oder Spareinlagen ebenfalls vollkommen ungeeignet. Die durchschnittlichen Zinssätze liegen zwischen 0,05 % und 0,30 %.

Was ist ein Tagesgeldkonto?

Definition: Verzinstes Konto ohne feste Laufzeit

Zweck: Dient lediglich der Geldeinlage, Kontoinhaber kann jederzeit über das Guthaben verfügen

Besonderheiten: Konto kann nur im Haben geführt werden, oft wird ein Mindestguthaben verlangt

Sicherheit: Einlagensicherung bis 100.000 €

Zinsen: In der Regel höher als bei einem Girokonto, allerdings variabel

Kosten: Kontoeröffnung, Kontoführung und Kontoschließung in der Regel kostenlos

Auszahlung: Nur auf das hinterlegte Referenzkonto möglich. Keine EC-, Bank- oder Kreditkarte

Was ist der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld?

Tagesgeld vs Festgeld vs Girokonto

Die Unterschiede zwischen Tagesgeld und Festgeld sind für Sparer vielfältig. Bereits bei der Laufzeit lassen sich bei den Banken erste Differenzen feststellen. Beim Tagesgeld handelt es sich um eine Geldanlage ohne feste Laufzeit, Festgeld hingegen ist eine Termineinlage. Geld wird bei der Bank für einen bestimmten Zeitraum angelegt. Zinssatz und Laufzeit können bis zum Ende der Festgeldanlage nicht mehr geändert werden. Zudem kann der Anleger während des Einlagezeitraums nicht auf seinen Anlagebetrag zugreifen. Anders hingegen beim Tagesgeldkonto, der Anleger kann jederzeit auf sein Kapital zugreifen und dieses auf ein Referenzkonto auszahlen lassen.

Weiterer Unterschied liegt in der Verzinsung. In der Regel wird Festgeld höher verzinst, da die Banken das veranlagte Geld für den vereinbarten Zeitraum verlässlich nutzen können. Tagesgeld wird mittlerweile von vielen Banken nicht mehr nur als Finanzierungsmittel genutzt, sondern auch als Marketing-Instrument für die Gewinnung neuer Kunden. Hierbei wird oft mit Zinssätzen geworben, welche nicht der aktuellen Marktsituation entsprechen.

Die nachfolgende Auflistung der Vor- bzw. Nachteile von Tagesgeld zeigt die Unterschiede von Tagesgeld und Festgeld nochmals überblicksweise.

Vorteile von Tagesgeld

  • Keine feste Laufzeit
  • Täglich kündbar
  • Anleger kann jederzeit auf den Sparbetrag zugreifen
  • Höhere Zinsen
  • Einlagensicherung/ Einlagensicherungsfonds
  • Zinseszinsen-Effekt
  • Keine Gebühren für Kontoeröffnung, Kontoführung und Kontoschließung

Nachteile von Tagesgeld

  • Niedrigere Zinsen als beim Festgeld
  • Variable Verzinsung
  • Keine EC-, Bank- oder Kreditkarte für die Auszahlung

Vor- und Nachteile Tagesgeld

Welche Risiken bestehen beim Tagesgeld?

Kursrisiko

Ein Kursrisiko entsteht in der Regel bei der Anlage von Tagesgeld nicht, da grundsätzlich keine Verluste entstehen können. Die Zinsen können sich allerdings jederzeit ändern und von der Bank an die aktuellen Kursentwicklungen bzw. die Marktsituation angepasst werden.

Fremdwährungsrisiko

Bei Tagesgeldkonten durchaus vorhanden, kann dieses Risiko bei der Festgeldanlage in Euro komplett vermieden werden.

Emittentenrisiko/Kreditrisiko

Durch die gesetzliche Einlagesicherung für ein Tagesgeldkonto sind Kunden bis 100.000 € abgesichert. Von Tagesgeldeinlagen bei Banken außerhalb der EU sollte man aufgrund des Insolvenzrisikos absehen.

Verfügbarkeit

Über ein Tagesgeldkonto lässt sich zwar kein Zahlungsverkehr abwickeln, allerdings ist das Guthaben bei den Banken jederzeit am Konto verfügbar. Dazu muss der Teilbetrag erst auf ein Referenzkonto, meist ein Girokonto, überwiesen werden. Will der Anleger also auf das Guthaben bzw. den Anlagebetrag eines Tagesgeldkontos zugreifen, sollte die Laufzeit der Überweisung ebenso einberechnet werden.

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Wie werden Tagesgeldzinsen berechnet?

Die Verzinsung des Tagesgeldes orientiert sich normalerweise an dem jeweiligen Marktzins. Allerdings sind die Zinssätze von Bank zu Bank unterschiedlich. Zudem können diese von den Banken täglich angepasst werden.

Vorsicht

Werden die attraktiven Zinssätze von den Banken für Neukunden angepasst, können sich die Zinsen im Verhältnis zum Marktzins für den Anleger deutlich schlechter gestalten. Deshalb sollte man die aktuellen Zinssätze des eigenen Tagesgeldkontos stets im Auge behalten.

Nominalzins vs. Effektivzins beim Tagesgeld

Definition Nominalzins

Der Nominalzins oder Sollzins ist jener Zinssatz, den ein Anleger auf seine Geldeinlage bekommt.

Beispiel

Ein Nominalzins von monatlich 6 % entspricht einem Effektivzinssatz von 6,17 %.

Definition Effektivzins

Der Effektivzins oder effektive Jahreszins ist jener Zinssatz, den ein Kreditnehmer bezahlen muss.

Berechnung

Effektiver Jahreszins in Prozent = [Kreditkosten x 24] : [Nettodarlehen x (Laufzeit + 1)]

Beim Tagesgeld ist ein hoher Nominalzins per se vorteilhafter. Um allerdings einen aussagekräftigen Vergleich zwischen mehreren Angeboten machen zu können, eignet sich der Nominalzins eher weniger. Größere Aussagekraft hat hier der Effektivzins, da dieser Aufschluss gibt, wie hoch die Rendite am Ende tatsächlich ausfällt.

Im Vergleich zum Nominalzins ist der Effektivzins umfassender. Er bezieht sich nicht nur auf den Nominalwert und den Zeitraum, sondern auch auf anfallende Kosten, Gebühren sowie Zinseszinsen.

Bei Tagesgeldkonten fällt der Effektivzins aufgrund des Zinseszinsen-Effekts höher aus als der Nominalzins. Bei der Wahl des richtigen Tagesgeldkontos sollte daher nicht nur auf den Nominalzins geachtet, sondern auch der Effektivzins in die Überlegungen miteinbezogen werden.

Depotübertrag beim Tagesgeld

Private Anleger sollten einen Depotwechsel sehr gut überlegen, hohe bzw. versprochene Tagesgeldzinsen werden oft nur kurzzeitig gezahlt. Meist wird während des ersten Jahres nach Kontoeröffnung eine überdurchschnittliche Verzinsung gezahlt, nach Ablauf dieses Jahres erhält der Anleger die Standardkonditionen.

Wenn das Wertpapierdepot komplett auf eine neue Bank übertragen wird und vom Anleger sehr viele Wertpapieraufträge veranlasst werden, sind die Wertpapiergebühren entscheidend. Sind diese über den marktüblichen Gebühren, wird sich dies auf längere Sicht ein Depotübertrag nicht lohnen. In diesem Fall sollten die Ordergebühren vor dem Depotübertrag geprüft und verglichen werden.

Wenn ein Sparer langfristig bei einer Bank bleiben möchte, sollten die anfänglichen Konditionen nicht entscheidend sein. Ein Depotwechsel nach einem Jahr kann durchaus Vorteile bringen, aufgrund des hohen Aufwandes verzichten allerdings die meisten privaten Anleger auf ständigen Wechsel der Banken.

Tagesgeld Vergleich: Wie findet man das richtige Tagesgeldkonto?

Wie bereits beschrieben, sollte sich die Auswahl des Tagesgeldkontos nicht nach dem aktuell höchsten (Anfangs-)Zinssatz richten, sondern auch andere Faktoren miteinbeziehen. Bei der Entscheidungsfindung für das individuell beste Tagesgeldkonto sollte man sich als Anleger folgende Fragen stellen.

Zinsentwicklung der letzten Jahre?

Betrachtet man die Entwicklung der Zinsen des potenziellen Tagesgeldkontos sollten diese stabil sein und keinen extremen Schwankungen unterliegen. Bestenfalls zeigen die Entwicklungen der letzten Jahre einen Aufwärtstrend.

Attraktive Tagesgeldzinsen nur für begrenzten Zeitraum?

Bei der Erstinformation sollte man als Sparer unbedingt darauf achten, ob besondere Zinssätze nur für bestimmte Zeitintervalle oder Aktionszeiträume angeboten werden. Banken verwenden diese oft als Marketinginstrument.

Entstehen Zusatzkosten und wie hoch sind diese?

Normalerweise sind Tagesgeldkonten kostenfrei. Es gibt allerdings Ausnahmen bzw. werden hin und wieder Kosten für das Konto über “versteckte” Zusatzkosten oder Nebengebühren geltend gemacht.

Gibt es eine Mindesteinlagesumme?

Bei manchen Anbietern ist eine Mindesteinlagensumme bzw. ein bestimmter Anlagebetrag für das Tagesgeldkonto vorgeschrieben. Anleger sollten daher Banken bzw. ein Angebot wählen, bei dem bereits ab dem ersten Euro eine Verzinsung stattfindet. So lassen sich auch Kleinbeträge lukrativ auf einem Tagesgeldkonto ablegen.

Wie ist die Qualität der Kundenbetreuung bei der Bank?

Man sollte jedenfalls die Qualität der Kundenbetreuung bzw. Serviceleistungen vergleichen. Oft ist dies auch ein erster Indikator wie mit dem veranlagten Geld umgegangen wird bzw. welche Qualität ein Tagesgeldkonto bei der jeweiligen Bank haben wird.

Faktoren, die bei der Auswahl des Tagesgeldkontos wichtig sind

Anlagesumme des Tagesgeldes

Die eigene Anlagesumme ist entscheidender Faktor für die Auswahl. Nur so kann man gegebenenfalls Sonderaktionen oder maximale Anlagesummen für höhere Zinsen berücksichtigen.

Laufzeit des Tagesgeldes

Auch die Frage der Laufzeit ist entscheidend für die Auswahl eines Anbieters. Bei einer kurzfristigen Anlagestrategie bzw. wenn freies Kapital lediglich zwischengeparkt werden soll, sollte man nach hoch verzinsten Neukundenangeboten Ausschau halten. Wer hingegen eine langfristige Veranlagung plant, sollte einen Anbieter wählen, welcher im langfristigen Vergleich die besten Zinsen bietet.

Einlagensicherung bei Tagesgeld

Besonders bei langfristiger Geldanlage ist es wichtig, darauf zu achten, dass auch im unwahrscheinlichen Fall der Insolvenz der Bank die Einlagen vollumfänglich rückerstattet werden. Innerhalb der EU liegt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €. Einige Länger wie beispielsweise Großbritannien sichern in der Landeswährung ab, wodurch es zu Wechselschwankungen und einer Einlagensicherung unterhalb der 100.000 € Grenze kommen kann.

Höhe der Zinsen beim Tagesgeldkonto

Nachdem die Höhe der Anlagesumme sowie die Laufzeit feststehen, sollte man sich die Tagesgeldzinsen ansehen. Werden beispielsweise 75.000 € am Konto angelegt, nützt es nur wenig, auf hohe Eingangszinsen zu setzen, wenn Kapital über einer gewissen Summe nur sehr gering verzinst wird. In solchen Fällen sollte man lieber auf ein Tagesgeldkonto zurückgreifen, die auf einen einheitlichen Zinssatz setzen.

Kontoführungsgebühr beim Tagesgeldkonto

Gebühren für die Kontoführung sollten eigentlich kein Kriterium sein, da nahezu alle am Markt angebotenen Tagesgeldkonten kostenlos sind. Angebote mit Kontoführungsgebühren sollte man unbedingt aus der Liste potenzieller Anbieter streichen.

Eröffnungsprämien beim Tagesgeld

Oft werden Neukunden mit Eröffnungsangeboten in Form von Gutschriften beworben. Auch andere Bonusleistungen wie beispielsweise Zeitungsabonnements sind mittlerweile oft zu sehen. Hier muss man als Sparer unbedingt darauf achten, dass die Eröffnungsprämien für das Tagesgeldkonto den Vergleich zwischen verschiedenen Anbietern bzw. Angeboten nicht verzerren. Bei einer Anlage von 50.000 € beispielsweise bietet eine Eröffnungsprämie von 50 € lediglich einen Zinsvorteil von 0,1 % und ist somit zu vernachlässigen bzw. sollte als Entscheidungskriterium keine Berücksichtigung finden.


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.