Tagesgeldzinsen bleiben niedrig – Konten lohnen sich kaum

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Tagesgeldzinsen sind in den letzten Jahren stetig gesunken. Die niedrigen Zinsen lohnen sich kaum für eine langfristige Anlage. (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Nachdem das traditionelle Sparbuch ausgedient hat, setzen viele Anleger auf Tagesgeldkonten.

Insbesondere Online-Broker und Direktbanken locken neue Kunden mit scheinbar attraktiven Tagesgeldzinsen.

Tagesgeldkonto schlägt Girokonto und Sparbuch

Tagesgeld bietet gegenüber dem Girokonto oder dem klassischen Sparbuch viele Vorteile. Zum einen sind die Zinsen höher, zum anderen kann der Anleger im Gegensatz zum Sparbuch jederzeit über das Geld verfügen.

Die Höhe des Tagesgelds richtet sich nach den aktuellen Marktzinsen (Leitzins), ist aber auch bankenabhängig.

Nicht wenige Banken zahlen Tagesgeldzinsen nur bis zu einem begrenzten Anlagebetrag (zum Beispiel bis maximal 10.000 €). Andere Angebote sind wiederum zeitlich befristet und gelten nur wenige Monate.

Alle Tagesgeldangebote haben eines gemeinsam: Die Zinsen werden in bestimmten Abständen gutgeschrieben, wobei das Tagesgeldkonto in der Regel nicht überzogen werden kann.

Tagesgeld bietet hohe Sicherheit

Zudem sind Tagesgeldzinsen eine sichere Anlage. Das Guthaben unterliegt der Einlagensicherung. In Deutschland beträgt die gesetzliche Einlagensicherung 100.000 €.

Darüber hinaus bieten viele Banken eine freiwillige Einlagensicherung an, die über den Betrag von 100.000 € hinausgeht.

Wird eine höhere Summe auf dem Tagesgeldkonto hinterlegt, sollte sich der Anleger nach der genauen Summe erkundigen, die über die Einlagensicherung abgedeckt ist.

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Tagesgeldzinsen – ein Vergleich lohnt sich

Viele Direktbanken werben aggressiv um Neukunden und bieten Tagesgeldzinsen, die deutlich über den Marktdurchschnitt liegen. Der Anleger sollte bei diesen Angeboten jedoch genauer hinsehen.

Oft werden die höheren Zinsen nur zeitlich befristet gezahlt. Anschließend sinken die Zinsen auf ein Niveau, welches auch Bestandskunden bereits erhalten.

Bei vielen Direktbanken ist das Tagesgeldkonto kostenlos, bei manchen Banken fallen jedoch Gebühren an. In der Regel bieten Direktbanken bzw. Online-Banken höhere Tagesgeldzinsen als die Filialbank.

Der Grund dafür ist, dass traditionelle Banken und Sparkassen durch den Betrieb des Filialnetzes inklusive Geldautomaten mit höheren Fixkosten zu kämpfen haben.

Daher finden sich bei vielen Vergleichsportalen im Internet in puncto Tagesgeldzinsen Online- und Direktbanken auf den vorderen Plätzen. Die Tagesgeldzinsen bei Direktbanken bewegen sich momentan zwischen 1,0 und 3,5%.

Beispielsweise das Angebot von 3,5% aufs Tagesgeld bei Cortal Consors ist allerdings an die Bedingung geknüpft, dass der Anleger mit seinem Wertpapierdepot zur Cortal Consors wechselt.

Auch bei der DAB Bank, die momentan ebenfalls 3,5% Tagesgeldzinsen bietet, ist das Angebot an einem Depotwechsel geknüpft. Zudem gelten die Zinsen nur für 6 Monate.

Nimmt man Tagesgeldangebote also näher unter die Lupe, stellt sich heraus, dass kaum etwas für den Anleger übrig bleibt. Oftmals decken die Angebote nicht mal mehr die Inflationskosten.

Damit sind Tagesgeldkonten zwar flexibel, sicher und zum kurzfristigen Parken von Geldern geeignet, als langfristige Geldanlage gibt es aber bessere Alternativen. Festgeldzinsen bieten bei ähnlich hoher Sicherheit oftmals bessere Renditen.


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Mittermeier neu
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands