Tech-Aktien: Chancen auf Comeback in 2019

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Nach dem Absturz der letzten Monate dürfte eine Reihe von Aktien 2019 ihr Comeback erleben - einige mit Verzögerung. Sorgen bereitet Apple. (Foto: Nicoeinino)

War es eine Korrektur, eine Delle oder das Ende eine lang anhaltenden Hypes? In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres hat es nicht nur viele Dax Titel, sondern vor allem einige Dauerrenner der großen Technologie-Aktien erwischt.

Kam Microsoft recht glimpflich davon, musste Amazon seit September gut 30 % Verlust einstecken. Genauso viel büßte Apple büßte in den letzten drei Monaten ein. Der Chiphersteller Nvidia verzeichnete im selben Zeitraum 40 % Minus und Facebook kam seit Juli auf einen ähnlichen Wert.

Warten aufs Comeback großer Aktien 2019

Finger weg oder Chancen nutzen? Die Entscheidung hängt davon ab, welchen Aktien 2019 ein Comeback zuzutrauen ist.

Zunächst Amazon: Nach dem Septemberhoch bei rund 2.000 US-Dollar und dem Abstieg auf ca. 1.344 US-Dollar weist die Aktie den vergleichsweise stärksten Erholungskurs auf. Immerhin passen die Fundamentaldaten nicht zum jüngsten Kurssturz. Obwohl die Umsatzkurve langsam abflacht, erreicht der Konzern den Punkt, an dem sie stärker wächst als die laufenden Kosten.

Web Services mit Daten für Künstliche Intelligenz sowie der für teures Geld aufgebaute Gesundheitssektor versprechen profitable Geschäfte. Insgesamt ist Amazon derart breit aufgestellt, dass ein Comeback der Aktie 2019 regelrecht programmiert ist. „Ewig wird die Erfolgsstory nicht anhalten“ wie Amazon-Chef Bezos selbst sagt. Doch bis dahin könnten noch viele Jahre vergehen.

Apple mit negativer Tendenz

Bei Apple indes lässt die Kurserholung auf sich warten. Der jüngste enorme Umsatzeinbruch hat doch tiefgreifende Zweifel aufkommen lassen. Der Kultkonzern hängt zu sehr am iPhone. Der Weg zum mehr Diversifikation geht zu langsam. Die Geschäfte außerhalb vom Handykern tragen nicht mal 40 % zum Umsatz bei. Wie schnell sich der angekündigte Wandel zu einem Service-Unternehmen vollziehen lässt, bleibt abzuwarten. Die mittelfristige Tendenz wird zumeist negativ bewertet.

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Microsoft wiederum, das derzeit rund 10 % unter seinem Höchstwert von 115,6 US-Dollar Ende September notiert, hat sein Comeback eigentlich schon letztes Jahr vollzogen. Nach abflauenden Geschäften begannen sich die Konzentration auf Künstliche Intelligenz und Cloud-Angebote auszuzahlen. Nicht zuletzt zeigen Partnerschaften mit Eon oder VW die erfolgreiche Ausrichtung auf Firmenkunden. Die Aktie ist derzeit fair bewertet und bietet sich zum Einstieg.

Auch die Alphabet (Google) hat Federn gelassen. Nach dem Hoch vom 1.276 US-Dollar im Sommer pendelt der Kurs um die 1.000 US-Dollar. Einige Analysten gehen davon aus, dass das Kerngeschäft mit Online Werbung die gesamte digitale Branche in den Schatten stellen wird. Sie sehen die Aktie als Top-Comeback-Kandidaten für 2019.

Bei Facebook geht die Erholung nur zögerlich vor sich. Und das obwohl sich die fundamentalen Kennzahlen sehen lassen können. Der Einbruch von über 40 % erscheint übertrieben. Das Unternehmen gilt als langfristiger Gewinner, befindet sich aber derzeit im Umbruch, weshalb nicht zwingend mit einem schnellen großen Sprung zu rechnen ist.

Nvidia und Infineon auf die Liste

Auch beim gebeutelten Chiphersteller Nvidia ist nicht auf die Schnelle mit einem starken Auftrieb zu rechnen, wohl aber mit einem Comeback im laufenden Jahr. Sich zeitig zum fairen Preis positionieren, kann lohnend sein. Nvidia wird von seiner neuen Chip-Generation profitieren, die 25 Mal leistungsstärker ist. Als Abnehmer steht auf jeden Fall die Branche der Computerspiele bereit. Auch für den Bereich Künstliche Intelligenz wurde damit ein entscheidender Schritt gemacht. Hier ist Nvidia die Nummer eins.

Unvermeidlich erscheint ein Comeback auch beim Dax Konzern Infineon. Die Aktie hatte nach langem Aufstieg auf Jahressicht gut 27 % verloren. Der Halbleiterhersteller steigert nach wie vor Umsatz und Gewinn und kam zuletzt auf eine Marge von 18,3 %. Neue Kapazitäten werden vor allem die Automobilbranche mit leistungsfähigen Chips versorgen. Hier hat Infineon die Nase vorn und wird vom unvermeidlichen Trend zum automatisierten Fahren sowie E-Fahrzeugen profitieren. Der Bereich nimmt gerade erst an Fahrt auf und verspricht erhebliche Potenziale.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.