Tencent Music Börsengang – Das müssen Anleger wissen

Nach Spotify kommt mit Tencent Music Chinas größter Musik-Streaming-Dienst an die Börse. (Foto: Stefano Zaccaria / shutterstock.com)

Der weltweit führende Musik-Streaming-Dienst Spotify hat bereits einen relativ erfolgreichen Börsengang hingelegt. Binnen eines Monats legten Spotify-Papiere an der New Yorker Börse bereits um mehr als 5 % zu.

Doch im zweiten Halbjahr 2018 scheint ein noch größerer Börsengang in den Startlöchern zu stehen, denn Chinas führender Internetkonzern Tencent will seine Musik-Streaming-Sparte an die Börse bringen, wie das Wall Street Journal jüngst berichtete. Konkret geht es um den Börsengang von Tencent Music Entertainment, an der Tencent etwa 62 % der Anteile hält.

Interessierte Anleger fragen sich natürlich, ob sich eine Teilnahme am Tencent Music Börsengang lohnt, schließlich haben auch Altaktionäre von Spotify durch den Sprung aufs Börsenparkett gutes Geld verdient.

Tencent Music Börsengang – Was steckt hinter dem Unternehmen?

Tencent Music ist eine Tochter von Tencent Holdings, dem führenden Internetkonzern in China. Tencent Music gilt als der führende Musik-Streaming-Dienst in Asien, wobei die Tencent-Tochter vor allem die Musik-Services QQ Music, KuGou und Kuwo betreibt.

Bei QQ Music handelt es sich um einen Musik-Streaming-Dienst, der als Freemium-Geschäftsmodell angeboten wird. Dies bedeutet, dass die Basisfunktionen des Dienstes zunächst kostenlos genutzt werden können. Nutzer, die das erweiterte Serviceangebot nutzen wollen, müssen zahlen. QQ Music verzeichnete zuletzt etwa 700 Mio. Nutzer, davon sollen 120 Mio. Abonnenten die Abo-Services von Tencent Music nutzen.

Das Abomodell von Tencent Music umfasst 2 gebührenpflichtige Angebote. Über QQ Music können Nutzer 300 Musik-Songs im Monat herunterladen, über den zweiten Abotarif (QQ Music Luxury) sind 500 Musik-Downloads im Monat möglich.

Interpreten haben die Möglichkeit, ihre Musik-Songs auf Abo-Nutzer zu begrenzen. Zudem können Nutzer die Musik-Songs aber auch separat auf der entsprechenden Webseite (19 bis 20 Yuan bzw. rund 3 US-$) kaufen.

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Wie sind die Aussichten für Tencent Music?

Durch die Fusion mit dem Marktführer China Music Corporation (KuGou und Kuwo) hat Tencent seiner Musik-Streaming-Sparte QQ Music einen Wettbewerbsvorteil verschafft, denn zuvor kam QQ Music nur auf einen Marktanteil von 15 % im chinesischen Musik-Streaming-Markt.

China Music kontrollierte mit seinen beiden Musik-Streaming-Angeboten KuGou und Kuwo zuvor über 40 % des Marktes. Die Zusammenführung der drei Dienste hat damit einen starken Marktführer in China geschaffen und somit auch den Grundstein für den späteren Börsengang von Tencent Music Ende 2018 gelegt.

Doch auch der chinesische Musik-Streaming-Markt ist hart umkämpft. Neben Tencent Music tummeln sich noch Baidu Music und die Alibaba-Tochter Xiami in diesem Markt. Auch von NetEase gibt es inzwischen eine Musik-Streaming-App (NetEase Music), die inzwischen weit mehr als 300 Mio. Nutzer zählt.

Fazit: Tencent Music sieht sich als Marktführer in einer starken Position

Der Wert von Tencent Music könnte beim Börsengang – der wohl in den USA stattfinden wird – die Schwelle von 25 Mrd. US-$ überschreiten. Es wäre damit einer der größten Tech-Börsengänge in diesem Jahr.

Für risikobewusste Anleger bieten Musik-Streaming-Dienste wie Spotify und Tencent Music durchaus Chancen, denn der Markt wächst nach wie vor stark. Vor allem der Musik-Streaming-Markt in China ist noch jung und dürfte in diesem Jahr rund 645 Mio. US-$ an Umsätzen generieren (Quelle: Statista). Glaubt man den Marktforschern, dürfte das Geschäft in den nächsten 4 Jahren bis 2022 um jährlich mehr als 16 % wachsen und in 2022 ein Volumen von 1,19 Mrd. US-$ erreichen.

Tencent Music ist aufgrund seiner Marktführerschaft hier am besten positioniert, um von diesem Wachstumspotenzial zu profitieren. Anleger, die das Risiko einer Direktinvestition in einen Musik-Anbieter scheuen, sollten sich die Muttergesellschaft Tencent Holdings oder auch Apple näher ansehen – denn auch der Mac-Hersteller ist mit Apple Music gut in diesem Geschäft unterwegs.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands