Tesla Aktie – die Gründe für den Höhenflug

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Die Tesla Aktie hat sich zu Jahresbeginn zeitweise mehr als verdoppelt. Inzwischen hat die Aktie korrigiert - Zeit zum Einstieg? (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Die Tesla-Aktie hat sich gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Noch Mitte Februar wurden zeitweise mehr als 900 US-$ für das Papier bezahlt. Durch den Coronavirus-Ausbruch und der damit drohenden weltweiten Wirtschaftskrise hat sich die Euphorie rund um die Tesla-Aktie wieder etwas gelegt.

Doch die Virus-Epidemie dürfte Tesla-Mitgründer Elon Musk und sein Team nur vorrübergehend ausbremsen. Erste Analysten an der Wall Street, wie z.B. JMP Securities, reichen inzwischen Kursziele von weit über 1.000 US-$ für die Tesla-Aktie. Doch warum ist das so?

Tesla Aktie – die Gründe für den Höhenflug

Für Tesla war es ein sehr guter Start ins neue Jahr 2020. Ende Januar konnte der E-Auto-Hersteller der Anleger-Gemeinde überraschend starke Zahlen präsentieren. Sowohl der Gewinn pro Aktie (2,14 US-Dollar), als auch der erzielte Umsatz (7,38 Mrd. US-$) lagen deutlich über den Erwartungen der Analysten. Zudem konnte Tesla 112.000 E-Autos in einem Quartal ausliefern – ein neuer Rekord. Vom neuen Tesla Model 3 konnte Tesla 92.620 Fahrzeuge verkaufen, ein Zuwachs von 46 % gegenüber dem Vorjahr.

Für eine positive Überraschung sorgte die Nachricht, dass Tesla binnen eines Jahres die geplante Fertigungsfabrik in Schanghai nicht nur gebaut und eröffnet hat, seit Dezember 2019 läuft auch die Produktion in China.

Eine weitere gute Nachricht für alle Tesla-Anleger: Tesla erwartet von nun an einen positiven Cashflow und will auch in Zukunft stets einen Nettogewinn ausweisen. Gleichzeitig ist die Produktion des Model Y, ein Elektro-Crossover, bereits angelaufen – deutlich früher als geplant.

Tesla: Die Pläne für 2020

Unter dem Strich will Tesla in 2020 mehr als 500.000 Elektroautos verkaufen, was eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr (367.500 verkaufte Elektroautos) wäre.

Die Verkaufsziele sollen u.a. dadurch erreicht werden, dass das neue Tesla Model Y an die Kunden ausgeliefert wird. Ursprünglich war von einem Ausliefer-Start im Herbst 2020 die Rede. Jetzt sollen die ersten E-Autos mit einer Reichweite von ca.  500 Kilometer sogar schon im März ausgeliefert werden.

Darüber hinaus dürfte wohl im zweiten Halbjahr 2020 die Produktion des lang erwarteten Elektro-Trucks Tesla Semi starten. Tesla soll in Tests Möglichkeiten gefunden haben, die Reichweite des Tesla Semi auf rund 600 Meilen (ca. 965 Kilometer) zu steigern. Laut Tesla-Chef Elon Musk plant das Unternehmen später die Produktion von 100.000 Elektro-Laster pro Jahr.

Daneben soll auch das Solar- und Energie-Speichergeschäft in 2020 um mindestens 50 % gegenüber dem Vorjahr wachsen.

Das Erfolgsgeheimnis von Tesla

Viele Anleger fragen sich, warum die Tesla-Aktie binnen weniger Monate so stark gestiegen ist. Die jüngste Vorstellung des neuen BMW i4 Elektroautos mit einer Reichweite von 600 Kilometer nach WLTP zeigt das ganze Dilemma der deutschen Automobil-Industrie.

Mit dem i4 hat BMW in 2020 ein Elektroauto vorgestellt, dass die gleiche Reichweite besitzt, wie das Tesla Model S. Nur das Tesla sein Model S bereits im Jahr 2012 vorgestellt hat und der i4 erst im nächsten Jahr in Produktion geht. Die Konkurrenz hinkt also um Jahre hinter Tesla hinterher, nicht nur was die Reichweite und Batterie-Technik angeht.

Als nächstes Schlachtfeld gilt der Bereich autonomes Fahren. Tesla ist bislang der einzige Elektroauto-Hersteller, der einen eigenen KI-Chip (künstliche Intelligenz) entwickelt hat. Branchen-Kenner, wie der Chip-Analyst James Wang, taxieren den technischen Vorsprung von Tesla in diesem Bereich auf 3 bis 4 Jahre.

Fazit: Tesla hat die Karten in der Hand

Tesla hat zuletzt bewiesen, dass man auf eine kapitaleffiziente Weise wachsen kann. Die Hoffnung der deutschen Automobil-Industrie, dass Tesla irgendwann von alleine vom Markt wieder verschwinden wird, tendieren aktuell gegen Null.

Das Jahr 2019 war ein Schlüsseljahr für den Elektroauto-Pionier, der seinen Marktanteil im weltweiten Elektroauto-Markt trotz der zunehmenden Konkurrenz leicht auf 18 % ausbauen konnte.

Tesla sitzt aufgrund der massiven Datenmenge seiner Fahrzeugflotte und seines eigenen KI-Chips auch beim autonomen Fahren in der Pole Position. In diesem Bereich sind nochmals massiv höhere Gewinnmargen möglich, was sich bereits in den Erwartungen durch den hohen Tesla-Aktie widerspiegelt.

Der Coronavirus könnte die Produktion und den Vertrieb in China unterbrechen und Tesla kurzzeitig ausbremsen. Für mutige Anleger, die einen langfristigen Anlagehorizont verfolgen, dürften die niedrigeren Tesla-Kurse aber eine willkommene Einstiegsgelegenheit sein.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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